Prävention macht Online-Geschäfte sicherer
Pharming, Phishing, Rootkits – diese Begriffe stehen für technische Methoden, mit denen Internetbetrüger Ihrem Geld hinterherjagen. Machen Sie Ihre Online-Geschäfte sicherer.
Wie im Medizinischen so steht auch im Virtuellen die Prävention an erster Stelle. Ziel ist es, das Ausspähen von Daten zu verhindern, die ins Internet eingegeben werden oder auf dem Computer gelagert sind. Denn nur so lassen sich Online-Angriffe auf Ihr Konto verhindern.
Sicherheitssoftware und Virenscanner
Wichtig sind die technischen Sicherheitsvorkehrungen. Wer in Computerdingen wenig bewandert ist: Einfach beim Händler oder im Kaufhaus nach Sicherheitssoftware fragen. Man sollte darauf achten, dass der dazugehörige Virenscanner permanent aktualisiert wird. Meistens geht das automatisch übers Internet – lassen Sie sich über die Modalitäten informieren. Eine persönliche Firewall, die den Zugriff zwischen dem privaten Netz und dem Internet reglementiert, gehört genauso zur Minimal-Sicherheitsausstattung.
Sicheres Internetbanking und Online-Shopping
Aber auch das eigene Verhalten im Netz bzw. bei der Arbeit an einem netzfähigen PC birgt Risiken. Wichtig: Geben Sie ihre TANs und PINs nur auf der geschützten Internetseite Ihrer Bank an, nicht beim Online-Shopping und niemals (!) auf Anfrage über E-Mail oder Telefon.
Um sicher zu sein, dass Sie sich wirklich auf der Homepage Ihrer Bank befinden, nutzen Sie nicht die Auto-Vervollständigung im Browser, sondern geben Sie die ganze Adresse per Hand ein. Achten Sie darauf, dass die angezeigte Adresse mit „http://“ beginnt und auch nach Weiterleitung genau der Adresse Ihrer Bank entspricht. Sollten Sie auf der Seite oder im Ablauf Veränderungen feststellen, wurden Sie vielleicht auf eine Seite geleitet, auf der Ihre Passwörter „abgefischt“ werden. Kontaktieren Sie dann sicherheitshalber Ihre Bank!
Kontrollieren Sie außerdem die „Zertifikatsprüfung“, mit der die Richtigkeit der Angaben des Servers, mit dem Sie verbunden sind, von einer unabhängigen Instanz bestätigt wird. Stimmen Adressinhaber und Zertifikatsaussteller überein, ist das Zertifikat nicht vertrauenswürdig!
Tipps gegen Viren, Spionageprogramme und trojanische Pferde
Spionageprogramme, Viren oder sogenannte trojanische Pferde gelangen auch häufig über E-Mails in den eigenen Computer. Doch auch hier kann man sich schützen:
- Laden Sie nur Programme mit vertrauenswürdiger Quelle herunter.
- Öffnen Sie keine verdächtigen Anhänge, auch wenn Sie den Absender zu kennen glauben.
- Löschen Sie Mails mit unbekanntem Absender ohne sie zu öffnen.
- Damit die Mails nicht automatisch geöffnet werden: Deaktivieren Sie die „Autovorschau“ Ihres Mail-Programmes.
- Im Zweifel kann man die Anhänge speichern und mit einem entsprechenden Sicherheitsprogramm vor dem Öffnen prüfen.
Ist den Dieben der virtuelle Übergriff auf Ihren Bankverkehr gelungen, haftet die Bank für entstandenen Schaden nur, wenn die Sicherheitslücke auf Bankenseite aufgetreten ist. Um das zu dokumentieren, sollte im Betrugsfall sichergestellt sein, dass das Geschehen rekonstruierbar ist. Das heißt im Ernstfall: Bitte nicht im Reflex die Festplatte formatieren, sondern sofort Kontakt mit der Bank aufnehmen und das weitere Vorgehen erfragen.
Ein Urteil dazu: Erleidet ein Bankkunde durch eine Phishing-Attacke im Internet finanziellen Verlust, haftet die Bank dafür, wenn sie beim Online-Banking nicht die neuesten Sicherheitsstandards verwendet (iTAN-System); die geschädigte Bankkundin muss sich allerdings Mitverschulden anrechnen lassen, wenn sie ihre Transaktionen fortgesetzt hat, obwohl sie verdächtigerweise wiederholt zur Eingabe ihrer TAN aufgefordert wurde. (Urteil des Kammergerichts in Berlin vom 29. November 2010 – 26 U 159/09; gri)
Was ist ein gutes Passwort?
- Ein Passwort sollte aus mindestens acht Zeichen bestehen.
- Mischen Sie die Zeichen: Groß- und Kleinbuchstaben, Zahlen, Sonderzeichen.
- Vermeiden Sie Namen und Geburtsdaten der Familie,
Buchstabenwiederholungen, Tastaturfolgen („qwert“), Zahlenabfolgen und simple Hauptwörter, die sich im Wörterbuch finden lassen. - Tipp: Bilden Sie das Passwort aus den Anfangsbuchstaben eines Mottos oder eines Gedichtes. „DdhGmek“ leitet sich ab von „Durch diese hohle Gasse muss er kommen“.








