Freitag, 29. Mai 2015

Für Patienten

Bei Stress: Bremse ziehen und die Pausen im Alltag voll auskosten.

Bei Stress: Bremse ziehen und die Pausen im Alltag voll auskosten.

19.09.2011
Von: Dr. Lisa Nolde, Foto: BilderBox.com
Artikel Nummer: 18185
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Stress: Wie reagiert unser Körper?

Typisch bei der Ausschüttung von Stresshormonen: Schweißausbruch und Kloß im Hals.


Die Ausschüttung von Stresshormonen, Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol, sowie die erhöhte Aktivität des Sympathikus (Teil des Nervensystems zur Steuerung von Organfunktionen) führen zu vegetativ-hormonellen Reaktionen: Die Atmung wird schneller, Herz und Kreislauf arbeiten verstärkt, die Blutgefäße verengen sich, der Blutdruck steigt, Zucker- und Fettvorräte werden aus Depots gelotst, Stoffwechselprozesse verschnellern sich, die Immunabwehr wird geschwächt, die Blutgerinnung nimmt zu, Magen- und Darmaktivität lassen nach und die Sexualfunktionen können zeitweise eingeschränkt sein.


Gestresste Menschen klagen über plötzliches Schwitzen, trockenen Mund, Kurzatmigkeit, flaues Gefühl im Magen, Kloß im Hals und weiche Knie – oder darüber, dass ihnen in bestimmten Situationen plötzlich Tränen in die Augen steigen.

  • Gefühlsmäßig empfinden Betroffene typischerweise Ärger, Gereiztheit, Angst, Verunsicherung, Nervosität und Wut.
  • Muskulär ist der Körper in Alarmbereitschaft, die gesamte Skelettmuskulatur ist angespannt. Das kann sich auf vielfältige Weise äußern: starre Mimik, Fußwippen, Zittern, Spannungskopfschmerz, Stottern und Rücken- oder Nackenschmerzen. Bei muskulären Verspannungen, die auf Stress zurückzuführen sind, kann die Einnahme von Magnesium helfen. Der lebenswichtige Mineralstoff schützt auch Muskelzellen von Herz und Blutgefäßen. Empfehlenswert ist die Wirkstoffkombination Magnesium-Orotsäure, weil hier das Magnesium in den Körperzellen besser gebunden werden kann und somit dem stressbedingten Magnesiumverlust entgegenwirkt.
  • Kognitiv, also geistig, kommt es zu Konzentrationsmangel, Denkblockaden, „Blackouts“ und Im-Kreis-Denken.

 

Mit sechs Tipps aktiv gegen Stress

Stress ist nicht gleich Stress! Daher kommen zur Bewältigung unterschiedliche Ansätze infrage: in der akuten Situation „Dampf ablassen“, sich längerfristig selbst verändern oder die Stressdosis, die aus der Umwelt auf uns einwirkt, verringern. Letztlich muss jeder sein eigenes Anti-Stress-Konzept entwerfen – und vielleicht auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.


1.    Dampf ablassen: mehrmals tief durchatmen (im Stress atmet man hastig und ungleichmäßig), jammern und klagen (nicht jeder eignet sich als Zuhörer!), sich ablenken, „austoben“, Musik hören, künstlerisch betätigen und gezielt entspannen.


2.    Verleugnen gilt nicht!
Gestehen Sie sich den Stress und die Zwänge ein, die sich körperlich, geistig oder gefühlsmäßig bei Ihnen zeigen.


3.    Finden Sie Ihr persönliches Tempo:
Pause machen, wenn der Organismus Signale gibt, die auf Überforderung oder Erschöpfung hinweisen. Ein Zauberwort heißt Zeitmanagement, also den persönlichen Zeitdieben auf die Spur kommen und Prioritäten setzen, delegieren und gegebenenfalls den Perfektionsdrang drosseln.


4.    Mut zum „Nein“!
Verringern Sie übertriebenes Engagement – und auch „Überfürsorglichkeit“. Denn wenn Ihre Zeit und Ihre Gefühle übermäßig beansprucht werden, müssen Sie lernen, Grenzen zu ziehen.


5.    Jetzt ist der Körper dran: Geben Sie Ihrem Schlafbedürfnis nach, achten Sie auf gesunde Ernährung, erlernen Sie Entspannungstechniken und treiben sie regelmäßig Sport!


6.    Genuss und Humor nicht vergessen:
Treffen Sie sich mit Menschen, die Ihnen guttun.

 

Mehr zum Thema:

Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.stress-check-up.de
Online-Tests und Checklisten zum Stresspotenzial


Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.vpsm.de
Verein gegen psychosozialen Stress und Mobbing

 

Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.psychotherapiesuche.deQualifizierte Hilfe bei der Therapeutensuche

 

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