Diabetes: mit Selbstdisziplin Insulinspritzen vermeiden
Zuckerkrank! Lifestyle-Diabetes lässt sich mit Selbstdisziplin in den Griff bekommen. "Das war meine Chance." Ein Manager erzählt ...
„Ich war verzweifelt, als mir ein Diabetologe mitteilte, dass ich möglicherweise Insulin spritzen müsse. Lebenslang von der Nadel abhängig zu sein, mir womöglich mehrmals pro Tag meine Insulindosis zu verpassen – das wollte ich nicht!
Schon mein Großvater hatte Diabetes
Verflixt, dachte ich, warum habe ich mich nicht besser im Griff gehabt? Ich wusste doch, dass ich das Risiko in mir trug, wusste, dass mein Vater zuckerkrank, mein Großvater sogar an seinem Diabetes verstorben war!
Ich dachte, es wäre ausreichend, weniger zuckerhaltige Lebensmittel zu essen. Außerdem würden es die Medikamente schon richten. Ich hatte mich nie richtig um meine Krankheit gekümmert, nichts darüber gelesen, eher verdrängt.
Ich fühlte mich doch fit, konnte meinen Manager-Job im Marketing eines privaten Fernsehsenders mit regelmäßigem Zwölfstundentag prima bewältigen. Und am Abend die üppigen Geschäftsessen richtig genießen. Tagsüber war aus Zeitmangel natürlich hauptsächlich Fast Food angesagt, Pausen waren einfach nicht drin bei einem Direktoren-Job!
Diabetiker müssen ihr Leben ändern
Auch nicht für ausgleichende Bewegung in meiner Freizeit. Denn die war so knapp bemessen, dass ich lieber zu Hause als Couch-Potato entspannte. Und jetzt, mit knapp 50 Jahren, sollte ich ein Abhängiger der Pharmaindustrie werden? Kommt nicht infrage, schwor ich mir, das muss ich verhindern.
Tatsächlich begann ich mein Leben zu ändern: Ich kündigte meinen gut dotierten Job und machte mich als Gastronomie-Journalist selbstständig. Ich las alles über Typ-2-Diabetes, was ich in die Finger bekommen konnte, recherchierte viel im Internet und begann mit Eigenversuchen“ – so die Reaktion von Hans Lauber, nachdem ihm sein Arzt 1999 die Diagnose Typ-2-Dia-betes mitgeteilt hatte.
Sieben Jahre lang den Diabetes gezüchtet
„Du hast dir deinen Lifestyle-Diabetes über die letzten sieben Jahre hinweg angezüchtet, dann muss es doch möglich sein, ihn auch wieder loszuwerden, war mein Leitgedanke.
Zuerst verordnete ich mir – zusätzlich zum täglichen Messen der Blutzuckerwerte – ein konsequentes Bewegungsprogramm. Nach dem ersten Joggingmorgen der Schock: Ich war mit einem 100er-Wert losgelaufen und hatte nach einer halben Stunde Joggen 120 Blutzucker. Bis mir klar wurde, dass der Blutzuckerspiegel nicht so schnell absinkt, dauerte es eine Weile.
Zwei Stunden nach dem Laufen waren die Werte wieder unten. Dann begann ich, meine Ernährung umzustellen, ließ alles Zuckerhaltige weg, achtete auf den glykämischen Index, verbannte Fast Food und Colagetränke aus meinem Speiseplan – und begann, mich allmählich immer wohler zu fühlen.
Nahrungsmittel als Zuckersenken einsetzen
Ich fing an, im eigenen Garten Wildkräuter anzubauen. Nach und nach fand ich heraus, welche Kräuter und welche Nahrungsmittel sich als Zuckersenker eignen – wie beispielsweise Bitterschokolade, Stevia, Zimt, Sauerkraut oder Aloe.
Ich probierte ein Rezept nach dem anderen aus und diskutierte sogar mit prominenten Sterne-Köchen über Schlemmermenüs für Diabetiker. Heute sind die Mittelmeerküche und das sogenannte Natural Functional Food meine Ernährungsweise. Aus meiner Lebens- und Ernährungsumstellung erwuchs meine neue Lebensphilosophie, die ich die ‚Lauber-Methode‘ nenne. Das heißt: Messen! Essen! Laufen!
Täglich messe ich nach dem Aufstehen (also den Nüchternblutzucker), manchmal auch öfter, um zu sehen, wie sich mein Blutzuckerspiegel im Laufe des Tages entwickelt. Zum Beispiel wenn ich ein neues Rezept ausprobiere oder an den Tagen, an denen ich nicht laufe.
Bei Diabetes ist Bewegung wichtig!
Das Joggen ist zu meiner zweiten Natur geworden, so selbstverständlich wie Zähneputzen. Sind meine Werte nicht gut, weiß ich, dass ich gesündigt habe. Ich laufe drei- bis viermal in der Woche, etwa 45 bis 60 Minuten. Stolz war ich, als ich meinen ersten Stadtmarathon geschafft hatte. Das hätte ich mir 1999 nie vorstellen können. Und ich stellte fest, dass mein Körper begann, sich durch das Laufen und die neue Art zu essen selbst zu regulieren.
Und auf diesem Weg ließ sich nicht nur der Zucker zurückdrängen: Nach etwa einem Jahr erfuhr ich von meinem Arzt, dass meine Eigeninitiative bereits deutliche Erfolge zeigte.
Für den Arzt war ich ein medizinisches Wunder
Er konnte es nach Überprüfung aller meiner Werte zunächst gar nicht fassen – zumal ich ihm mitteilte, dass ich keine Medikamente mehr einnahm. Denn tatsächlich hatten sich sowohl meine Blutzuckerwerte als auch mein Cholesterin wieder im grünen Bereich stabilisiert. Und: Durch meine neue Lebensweise habe ich von 85 Kilo im Jahr 1999 auf heute 68 Kilo abgespeckt, bin rank und schlank. Für meinen Arzt war ich ein „medizinisches Wunder“.
Natürlich gab es in dieser Zeit auch Rückschläge und es war ein mühsames und langwieriges Unterfangen, mit eiserner Disziplin mein Programm durchzuziehen. Ohne die Unterstützung meiner Lebensgefährtin hätte ich möglicherweise nicht durchgehalten. Doch wer das erste Jahr geschafft hat und durch eine verbesserte Gesundheit belohnt wird, will das nie wieder missen.
Bei Diabetes auf vitaminreiche und zuckerarme Vitalkost achten
Ich habe zwar zunächst mit meinem Diabetes gehadert – doch letztendlich habe ich ihn als Chance betrachtet, mein Leben umzukrempeln und gesünder zu gestalten. Und dies ohne Askese, ohne das Zählen von Broteinheiten, ohne Diabetikerkost und vor allem: ohne permanente Abhängigkeit von Medikamenten gegen die Zuckerkrankheit – stattdessen mit vitaminreicher und zuckerarmer Vitalkost.
Ich kann nur jedem Menschen mit Typ-2-Diabetes raten, Mut zu fassen und aktiv etwas gegen seine Krankheit zu tun. Ich rate sogar, den Arzt zu wechseln, wenn dieser den Diabetes nur mit Medikamenten behandeln will.
Gehen Sie ein Bündnis mit Ihrem Arzt ein, lassen Sie sich motivieren, Ihren Lebensstil zu ändern, und durch bessere Werte und mehr Wohlbefinden belohnen. Es ist möglich, „Diabetes-Prävention“ zu leben, also der Zuckerkrankheit vorzubeugen – wie mein Beispiel zeigt. Ich habe mir geschworen, meine Gesundheit nie wieder aufs Spiel zu setzen!“
ss
Ernährungstipps für Diabetiker
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