Freitag, 31. Oktober 2014

Für Patienten

08.01.2006
Von: Manuela Arand
Artikel Nummer: 10151
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Einmal kräftig pusten, bitte! (Seite 2)


Folgende Messgrößen werden bei der Spirometrie bestimmt.

  • Das Atemzugvolumen misst, wie viel Luft bei einem normalen Atemzug ein- oder ausgeatmet wird. Multipliziert mit der Zahl der Atemzüge pro Minute ergibt sich das Atemminutenvolumen.
  • Die forcierte exspiratorische Sekundenkapazität gehört zu den wichtigsten Parametern überhaupt. Um sie zu messen, muss der Patient nach tiefem Einatmen so stark wie möglich ausatmen. Ein niedriger Messwert findet sich vor allem bei obstruktiven Lungenerkrankungen, also etwa beim Asthma oder der chronischen Bronchitis.
  • Die forcierte inspiratorische Sekundenkapazität ist quasi der Zwillingsbruder der vorangegangenen Messgröße. Sie wird bei starker Einatmung gemessen und gilt unter Lungenexperten als wichtiger Parameter vor allem bei der chronischen Bronchitis.
  • Die maximale Flussgeschwindigkeit, auch Peak-Flow genannt, wird ebenfalls bei starker Ausatmung gemessen. Asthmatiker bekommen meistens vom Arzt eine Art abgespecktes Mini-Spirometer, mit dem sie selbst täglich den Peak-Flow messen können. Auf einer Farbskala lässt sich dann die Lungenfunktion ablesen. Davon kann der Arzt auch ableiten, ob und wie gut eine medikamentöse Behandlung anschlägt.
  • Das Spirometer zeichnet außerdem Fluss-Volumen-Kurven auf. Zuerst wird tief eingeatmet, dann möglichst schnell und kräftig wieder ausgeatmet. Dabei werden Atemstärke (Fluss) und Atmungsvolumen gegeneinander aufgetragen. Aus dieser Kurve, die aussieht wie ein verbeulter Kreis, kann der Arzt eine Reihe von Größen direkt ablesen, zum Beispiel den Peak-Flow und sein Pendant bei der Einatmung, den inspiratorischen Spitzenfluss.
     

Wirken die Medikamente in der Lunge?

Mit dem Spirometer ist es auch möglich, direkt die Wirkung von Medikamenten zu prüfen, die die Atemwege erweitern. Dabei wird die forcierte exspiratorische Sekundenkapazität vor und eine viertel bis halbe Stunde nach Einnahme eines entsprechenden Medikamentes gemessen. Diese Untersuchung, vom Arzt Bronchospasmolyse-Test genannt, hilft, Asthma von der chronischen Bronchitis zu unterscheiden: Beim Asthmatiker steigt der Lungenfunktionswert um mindestens 15 bis 20 Prozent, während er sich bei einem Menschen mit chronischer Bronchitis kaum ändert.

Das liegt daran, dass beim Asthma eine Art Muskelkrampf die Bronchien verengt. Dieser Krampf wird durch die Medikamente gelöst. Bei der chronischen Bronchitis dagegen beruht die Atemnot darauf, dass die Bronchien von Bindegewebe quasi eingemauert werden. Dagegen gibt es aber leider (noch) kein Medikament.

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