Samstag, 22. November 2014

Für Patienten

27.02.2006
Von: Dr. Anja Braunwarth
Artikel Nummer: 8368
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Damit das Essen gut bekommt

Mord durch vergiftete Speisen ist seit jeher ein beliebtes Motiv in Kriminalromanen. Doch während diese mutwilligen Vergiftungen in der Realität gar nicht häufig vorkommen, ist der versehentliche Verzehr verseuchter Nahrungsmittel nicht so selten.


Unter den Begriff „Lebensmittelvergiftungen“ fallen sowohl Beschwerden durch echte Gifte als auch Infektionen durch Bakterien oder Verunreinigungen. Bakterien zählen zu den häufigsten Auslösern. Viele von ihnen enthalten Giftstoffe, die den Magen-Darm-Trakt angreifen. Bekannte Vertreter sind z.B. Salmonellen. Diese Keime fühlen sich vor allem in eiweißreichen Lebensmitteln wohl wie Eiern, Geflügel, rohem Fleisch, Mayonnaisen, Milch oder Speiseeis. Die Erreger können sich bereits ab einer Temperatur von etwa 7 Grad Celsius vermehren, aber es gilt: je wärmer, umso besser. Erst ab etwa 75 Grad werden sie dann abgetötet.

Deshalb ist es wichtig, empfindliche Nahrungsmittel immer ausreichend kühl zu halten. Geflügel oder Fleisch sollte vor dem Verzehr gut durchgegart werden. Rohe Eier, z.B. für Mayonnaisen oder Desserts, müssen so frisch wie möglich sein.

Krämpfe nach 12 Stunden – Salmonellen?

Wenn es dennoch zu einer Salmonelleninfektion kommt, zeigt sie sich nach etwa 12 bis 72 Stunden durch Symptome wie Erbrechen, Durchfall und Bauchkrämpfe. Sehr ähnlich äußern sich auch Angriffe durch andere Bakterien wie z.B. Staphylokokken oder Campylobacter-Bakterien, allerdings beginnen die Symptome hier manchmal bereits eine Stunde nach dem Essen. Die Giftstoffe einiger Bakterien lassen sich auch nicht durch Kochen abtöten, nach dem Verzehr befallener Lebensmittel liegt das Infektionsrisiko daher recht hoch. Wichtig ist es, die Hygiene zu beachten, denn manchmal werden Bakterien erst von den Händen auf die Speisen übertragen.

Sowohl bei Salmonelleninfektionen als auch bei Vergiftungen durch andere Bakterien ist es vorrangig, den Flüssigkeits- und Mineralverlust auszugleichen, der durch die Durchfälle und das Erbrechen entsteht. Viel trinken ist daher Grundstein der Behandlung. Optimal ist eine zucker- und salzhaltige Lösung. Das auswärtige Amt empfiehlt eine Lösung von 5 Teelöffeln Zucker, <ls />1 1/2 Teelöffeln Salz und einem Glas Fruchtsaft in einem Liter abgekochtem Wasser. Davon soll man jede Stunde einen viertel Liter trinken, bis die Symptome nachlassen. Alternativ gibt es Fertiglösungen in der Apotheke.

Bei älteren Menschen oder Kleinkindern, die sehr empfindlich auf einen Flüssigkeitsverlust reagieren, kann die Lösung vorübergehend im Krankenhaus intravenös verabreicht werden. Mittel gegen Durchfall und Erbrechen sind nur kurzfristig zu empfehlen, denn: So unangenehm die Symptome sind, helfen sie doch mit, die Giftstoffe wieder loszuwerden. Antibiotika werden nur bei schweren Verläufen einer Salmonelleninfektion eingesetzt.

Dose mit gewölbtem Deckel – Botulismus?

Eine seltene, aber gefährliche Form der bakteriellen Lebensmittelvergiftung entsteht durch Botulinumbakterien; die Vergiftung wird Botulismus genannt. Die Bakterien vermehren sich nur ohne Sauerstoff und gedeihen daher in erster Linie in Konserven oder Einmachgläsern. Ihr Gift zählt zu den stärksten bekannten Nervengiften. Zwei Stunden bis mehrere Tage nach der Aufnahme kommt es zu neurologischen Symptomen wie Seh-, Schluck- und Sprachstörungen. Wenn tatsächlich solche Beschwerden auftreten, muss unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, denn ohne Behandlung greift das Gift schließlich auf die Atmung über und führt zum Tod. Als Vorbeugung gilt: Hände weg von Konserven mit gewölbtem Deckel oder Einmachgläsern, die von selbst aufgegangen sind: Möglicherweise sind sie von Botulinumbakterien besiedelt.

Lebensmittelvergiftung vermeiden

  • Achten Sie auf das Verfallsdatum.
  • Waschen Sie sich vor dem Kochen und wenn Sie mit rohem Fleisch, Geflügel oder Eiern gearbeitet haben die Hände
  • Halten Sie empfindliche Lebensmittel ausreichend kühl - auch auf dem Nachhauseweg vom Einkaufen.
  • Wenn sie rohe Eier benutzen, müssen diese frisch sein.
  • Garen Sie Geflügel oder Hackfleisch gut durch.
  • Lassen Sie im Restaurant halb rohes Geflügel zurückgehen.
  • Lagern Sie empfindliche Speisen getrennt.
  • Hände weg von Konserven mit gewölbten Deckel.
 

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