Donnerstag, 23. Oktober 2014

Für Patienten

12.09.2005
Von: Tanja Rupprecht-Becker
Artikel Nummer: 7410
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Fitness für die Birne

Wir joggen, kraxeln, radeln, schwimmen und stählen nebenbei noch in den Muckibuden unseren Bizeps. Aber was ist mit dem Kopf? Den vergessen die meisten bei ihrem Training. Doch erst ein gesunder Geist sorgt für einen gesunden Körper – wie auch umgekehrt.


Unser Hirn, dieses biologische Wunderwerk, wiegt durchschnittlich 1,5 Kilogramm und besteht aus bis zu 500 Milliarden Nervenzellen. Ein permanent unter Schwachstrom stehendes Organ, das komplizierteste Körpervorgänge steuert, Denken, Handeln und Fühlen lenkt. Ein Organ, das Milliarden von Informationseinheiten gleichzeitig verarbeiten kann und damit leistungsfähiger ist als mancher Computer. Um dieses Potenzial aufrechtzuerhalten, muss es gepflegt und trainiert werden.

Je mehr Training, desto aktiver
Denn das Gehirn ist ein dynamisches Organ, dessen Funktions- und Leistungsfähigkeit sich verändern lässt. Ein Vorgang, der dem Training eines Muskels durchaus entspricht. Je mehr ich das Gehirn trainiere, umso besser arbeitet es und je weniger ich es aktiviere, umso schneller baut es seine Leistungsfähigkeit wieder ab. Dabei ist die Gesundheits-Prophylaxe des Gehirn-Trainings in einigen internationalen Studien belegt. Nach einer Studie des „New England Journal of Medicine“ sind Menschen, die musizieren, tanzen oder spielen (Brettspiele, bei denen nachgedacht werden muss) nicht so demenzgefährdet wie andere.

Kann man aber den Kopf wirklich trimmen? Wolf D. Oswald, Deutschlands führender Psychogerontologe und Lehrstuhlinhaber an der Universität Erlangen-Nürnberg, glaubt daran. Im Rahmen seines 1992 gestarteten Projekts „Sima“ konnte er beweisen, welches Training optimal ist. Probanden, die täglich spezielle Gedächtnisaufgaben lösten und psychomotorische Übungen absolvierten, schnitten am besten ab.

Schach, Scrabble oder Rätsel - das ist egal
„Denn nur die Kombination von geistigem und körperlichem Training“, so Oswald, „sichert über Jahre hinweg ein gutes Gedächtnis und führt zu weniger Demenzen.“ Spaß dürften die Aufgaben dabei nicht immer machen, vielmehr müsse man sich auch quälen, denn das, glaubt der Hirnforscher, trainiere die Schwachstellen.

Schach spielen, mit den Kindern Memory oder Scrabble spielen, Bücher lesen und Rätsel lösen – alles das hilft, den Kopf fit zu halten. Täglich stundenlang vor der Glotze zu hocken baut dagegen eher Hirnzellen ab. Denn auch beim Hirn-Jogging heißt die Devise: Immer aktiv bleiben, nur das beugt vor! Das deckt sich mit den Ergebnissen einer Studie des St. Luke’s Medical Center in Chicago. So lag das Alzheimer-Risiko für Probanden, die in ihrer Freizeit lasen, walkten oder Rätsel lösten, um 47 Prozent niedriger als bei der denk- und bewegungsfaulen Vergleichsgruppe.

 

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