Samstag, 20. Dezember 2014

Für Patienten

28.05.2007
Von: Karl H. Brückner
Artikel Nummer: 11025
  • Es können nur eingeloggte Benutzer Kommentare verfassen
  • Empfehlen Sie diesen Artikel per E-Mail weiter
  • Artikel drucken

Neue Wahltarife der gesetzlichen Kassen

Die Gesundheitsreform beschert allen gesetzlich Krankenversicherten seit 1. April neue Wahltarife. Jeder Versicherte, der Arbeit hat, kann ohne Beschränkungen in solche Angebote wechseln. Aber Achtung: Der neue Tarif bindet im Regelfall drei Jahre lang


Mindestens 18 neue Tarife plant beispielsweise die Barmer Ersatzkasse (BEK), ein Dutzend die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) und zehn die BKK Essanelle. Die Details sind vielleicht noch nicht überall klar, aber ein Blick ins Reformgesetz („GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz“) zeigt, wohin die Reise geht: Die Versicherten werden in vielen Fällen mit Beitragsermäßigungen rechnen können. So etwa bei der Ersatzkasse KKH, die ein Angebot für knapp über 12 Prozent statt aktuell 13,9 Prozent Beitragssatz ankündigt. Mit spürbaren Beitragsermäßigungen um durchschnittlich 0,5 Prozentpunkte wollen auch die 16 AOKen auf Kundenfang gehen.

Die gesetzlich nicht vorgeschriebenen Angebote mit Beitragsrückgewähr und Selbstbehalt rechnen sich allerdings nur für gesunde Versicherte, die im Kalenderjahr voraussichtlich keine kurativen Leistungen in Anspruch nehmen müssen. Dabei werden Vorsorgeleistungen nicht mitgerechnet, sodass sie von den Selbstbehalt-Versicherten ohne Eigenbeteiligung in Anspruch genommen werden können. Auch in Tarifen mit Beitragsrückgewähr ist die Inanspruchnahme solche Früherkennungs- oder Vorsorgeleistungen unerheblich für die Beitragsberechnung.

Hausarztzentrierte Tarife mit ermäßigtem Beitragssatz oder Zuzahlungsentlastung können sowohl für Gesunde als auch für Kranke interessant sein. Dafür müssen die Versicherten nur dazu bereit sein, auf den direkten Zugang zu Spezialisten (beispielsweise HNO-Ärzte oder Orthopäden) zu verzichten.

GKV-Tarife für besondere Versorgungsformen, etwa die sogenannten strukturierten Behandlungsprogramme (DMP, Disease-Management-Programme), oder für bestimmte Krankheiten in der Integrationsversorgung sind für die daran teilnehmenden Patienten mit chronischen Erkrankungen die richtige Wahl.

Kostenerstattungstarife sind vor allem etwas für jüngere, gesunde, besser verdienende gesetzlich Versicherte, die aus eigener Tasche zusätzlich Geld auszugeben bereit sind. Vorteil: Im Krankheitsfall ist der Versicherte für den Arzt ähnlich wertvoll und beliebt wie ein „richtiger Privatpatient“.

Lesen Sie weiter: Seite 2

 

Artikel kommentieren

 

Um einen Artikel zu kommentieren müssen Sie sich einloggen. Falls Sie noch kein Login haben können Sie hier einen Zugang erstellen.

 
Geben Sie bitte Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich anzumelden.

 

Mehr zum Thema

 

Stichworte