Donnerstag, 24. Juli 2014

Für Patienten

27.07.2010
Von: Dr. Anja Braunwarth
Artikel Nummer: 16263
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Fuchsbandwurm muss zum Chirurgen!

Ohne Behandlung zählt die Infektion mit dem Fuchsbandwurm zu den wenigen tödlichen Parasitenerkrankungen. Wenn irgend möglich, sollten die Herde chirurgisch saniert werden – sagt sogar der Internist.


Während Echinococcus cysticus fast nur Mittelmeeranrainer befällt, schlägt Echinococcus multilocularis, der Fuchsbandwurm, durchaus auch in unseren Breitengraden zu. Die Infektionsraten sind allerdings gering, betonte Privatdozent Dr. Beat Müllhaupt von der Abteilung Gast­roenterologie am Universitätspital Zürich auf der XIII. Gastroenterologie-Seminarwoche der Falk Foundation.

Ohne Behandlung oft tödlich

Doch wenn es zur Infektion mit dem Fuchsbandwurm kommt, schweben die Betroffenen in großer Gefahr, denn ohne Behandlung droht in vielen Fällen ein tödlicher Verlauf. Um rechtzeitig eingreifen zu können, lautet das oberste Gebot deshalb, überhaupt an die Möglichkeit der Erkrankunhg zu denken. Aus dem eigenen Krankengut schilderte der Schweizer Mediziner den Fall eines 43-jährigen Patienten, der mit der Diagnose „inoperabler Lebertumor“ überwiesen wurde. Der Mann litt seit drei Wochen unter Übelkeit und Gewichtsverlust, außerdem bestand ein Darmverschluss mit dunkel verfärbtem Urin.

Nach Radikaloperation zwei Jahre Medikamente

Im Computertomogramm war eine ausgedehnte Raumforderung mit auffälligen Verkalkungen in der Leber zu erkennen. Diese Verkalkungen sind typisch für den Echinococcus multilocularis, erklärte Dr. Müllhaupt. Die Serologie bestätigte den Parasitenbefall. Die Antikörperbestimmung zählt zu den wichtigsten Untersuchungsmethoden, sie ist bei mehr als 90 % der Betroffenen positiv. 

Steht die Diagnose Fuchsbandwurm, sollten die Patienten immer dem Chirurgen vorgeführt werden, denn laut Dr. Müllhaupt ist die operative Sanierung die Therapie der ersten Wahl. Gelingt die radikale Entfernung der Herde, schließt sich für zwei Jahre eine medikamentöse Therapie mit an. Bleiben Reste in der Leber zurück, muss die medikamentöse Behandlung lebenslang erfolgen.

 

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