Sonntag, 21. Dezember 2014

Für Patienten

07.03.2005
Von: REI
Artikel Nummer: 6552
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Weniger Schadstoffe in der Muttermilch

Muttermilch enthält heute deutlich weniger Schadstoffe als noch Ende der 90er-Jahre. Zu diesem Ergebnis kommt das Niedersächsische Landesgesundheitsamt, das im Auftrag der Landesregierung 1999 bis 2003 jährlich 500 bis 800 Proben untersuchte.


„Die Studie zeigt, dass die Muttermilch heute weitgehend frei von Fremdstoffen ist. Stillende Frauen können sicher sein, dass Muttermilch in ihrer Zusammensetzung optimal für ihr Kind ist“, sagt Sozialministerin Dr. Ursula von der Leyen. Untersucht wurden Milchproben von 2900 25- bis 34-jährigen Müttern aus mehr als 40 Nationen auf rund 20 bekannte Substanzen wie Biozide, Insektizide, Herbizide oder Dioxin.

Ost-West-Unterschiede
Es zeigt sich, dass die Muttermilch ostdeutscher Frauen auch heute noch stärker mit dem Insektizid DDT belastet ist als die von westdeutschen Frauen. Dies könnte daran liegen, dass DDT bis 1989 in der Landwirtschaft der DDR eingesetzt wurde; in der Bundesrepublik ist das seit 1972 verboten.

Muttermilchproben von Frauen aus den alten Bundesländern wiesen hingegen höhere PCB-Werte auf als solche von Frauen aus der ehemaligen DDR. Polychlorierte Biphenyle (PCB) steckten in Produkten wie Kondensatoren und Kühlmitteln, Weichmachern für Kunststoffe und Schmiermitteln für Getriebeöle.

Insgesamt bewegen sich die Werte aber auf einem wesentlich niedrigeren Niveau, als sie noch bei Untersuchungen Ende der 1990er-Jahre gemessen wurden. Die Muttermilch älterer Frauen war im Test tendenziell stärker belastet als die der jüngeren, die von mehrfachen Müttern wies gegenüber der von Erstgebärenden in der Regel geringere Werte auf. Ein Grund dafür kann sein, dass Schadstoffe Zeit benötigen, um sich im Fettgewebe anzusammeln. Erst in den Stillphasen lösen sie sich.

Das Landesgesundheitsamt bietet Müttern an, Milchproben auf Schadstoffe hin untersuchen zu lassen. Für Frauen, die in Niedersachsen wohnen, geschieht das kostenfrei. Das Ergebnis teilt das Amt nach zwei bis vier Wochen zusammen mit einer medizinischen Bewertung mit. Frauen, die langfristig Medikamente einnehmen müssen, können künftig ihre Milch zum Selbstkostenpreis auch auf Arzneimittelstoffe testen lassen.

Informationen zum Testprogramm und der „Bericht 1999 –2003“ im Internet:
www.nlga.niedersachsen.de/ umwelt/mumi.htm

 

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