Mittwoch, 20. August 2014

Für Patienten

Blasenentzündung? Laktobazillen statt Antibiotika!

Blasenentzündung? Laktobazillen statt Antibiotika!

10.06.2012
Von: Dr. Dorothea Ranft, Foto: bilderbox
Artikel Nummer: 19447
  • Es können nur eingeloggte Benutzer Kommentare verfassen
  • Empfehlen Sie diesen Artikel per E-Mail weiter
  • Artikel drucken

Harnwegsinfekte: Können Laktobazillen vorbeugen?

Kann man immer wiederkehrende Blasenentzündungen mit Laktobazillen verhindern? Niederländische Ärzte wagten jetzt die Probe aufs Exempel.


Die Forscher wollten beweisen, dass eine Laktobazillen-Vorbeugung einer Behandlung der Blasenentzündung mit dem Antibiotikum Trimethoprim-Sulfamethoxazol nicht unterlegen ist.

 

In ihrer Studie erhielten 252 postmenopausale Patientinnen mit immer wiederkehrenden Harnwegsinfekten entweder das Antibiotikum oder Lactobacillus rhamnosus GR-1 und Lactobacillus reuteri RC-14. Nach zwölf Monaten Behandlung hatte sich die Zahl der Harnwegsinfekte von zuvor rund sieben im Jahr auf 2,9 (Antibiotika) bzw. 3,3 (Laktobazillen) verringert. Nach den vorher definierten Kriterien verfehlten die Bakterien die Überlegenheit nur knapp.

 

Der Nachteil des Antibiotikums: Bereits nach einem Monat wiesen 80 bis 95 % der E. coli Resistenzen auf und diese verschwanden auch nach Therapieende nur langsam.

 

Unklar ist derzeit noch, wie der Laktobazilleneffekt zustande kommt, in der Vaginal-Flora konnten die Keime bisher nicht nachgewiesen werden. Möglicherweise wirkt  eine veränderte Fäkal-Flora protektiv.

 

Marielle A. J. Beerepoot et al., Arch Intern Med 2012; 172: 704-712

 

Artikel kommentieren

 

Um einen Artikel zu kommentieren müssen Sie sich einloggen. Falls Sie noch kein Login haben können Sie hier einen Zugang erstellen.

 
Geben Sie bitte Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich anzumelden.

 

Mehr zum Thema

 

Stichworte