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Sonntag, 19. Mai 2013

Für Patienten

25.04.2005
Von: Renate Leinmüller
Artikel Nummer: 6818
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Hormonschwankungen machen „den Wechsel“ oft zur Achterbahn. Zum Glück gibt's Hilfe

"Du hast in letzter Zeit so schlechte Laune – kommst Du etwa in die Wechseljahre?“ Monika R. war doch ziemlich erstaunt, als ihre beste Freundin sie mit dieser Frage überfiel. Die Wechseljahre? Mit 44 Jahren? Das kann doch unmöglich sein!


Kann es doch. Die meisten Frauen in westlichen Ländern kommen zwischen Mitte 40 und Anfang 50 in die Wechseljahre. Die hormonellen Umstellungen beginnen aber schon irgendwann zwischen Mitte und Ende der „30er Jahre“, mit weithin unbemerkten, „untypischen“ Begleiterscheinungen.

Ursache des Klimakteriums ist die Alterung der Eierstöcke. Diese schrauben ab einem Alter von 35 Jahren ihre Aktivität langsam, aber stetig zurück. Die Fruchtbarkeit nimmt ab – es dauert länger und erfordert mehr Versuche, bis eine Schwangerschaft eintritt, weil das Zusammenspiel der Hormone nicht mehr so richtig klappt.

Ähnlich wie in der Pubertät, in der die Eierstöcke langsam und „holprig“ ihre Funktion aufnehmen, stellen sie sie in den Wechseljahren schleichend wieder ein. Dieser Prozess dauert unterschiedlich lang, im Schnitt etwa fünf bis sechs Jahre.

Im Alter von etwa Mitte bis Ende 30, wenn die Frau nicht mehr ganz jung, aber auch längst noch nicht alt ist, fallen die Östrogenspiegel bereits etwas ab. Steuerungs-Hormone versuchen, diesen Mangel auszugleichen, um quasi die Reserven aus den Eierstöcken zu locken. Die Konzentration der Östrogene steigt dadurch wieder, aber das Gelbkörperhormon Progesteron als „Gegenspieler“ der Östrogene kann nicht mithalten – es entsteht ein hormonelles Ungleichgewicht.

Der Progesteronmangel zu Beginn der Wechseljahre macht vielen Frauen Beschwerden: Manche beobachten eine verstärkte Einlagerung von Wasser, etwa in den Beinen, andere werden depressiv, wieder andere haben Venenschmerzen und Schlafprobleme. Diese Beschwerden treten typischerweise als erste Zeichen der Wechseljahre auf, werden aber selten als solche erkannt. Denn mit Anfang 40 ist die Menopause in Gedanken ja noch „weit entfernt“.

Der schleichende Prozess in den Eierstöcken verstärkt sich. Die Intervalle zwischen den Monatsblutungen werden erst etwas kürzer, die Blutungen dann seltener, häufiger, schwächer oder stärker – das einzig Regelmäßige ist die Unregelmäßigkeit.

Irgendwann nützt auch die Anfeuerung durch die Steuerungs-Hormone nicht mehr – die Östrogenproduktion fällt langsam, bis sie ganz eingestellt wird. Das passiert etwa zwischen dem 45. und dem 53. Lebensjahr und ist bei jeder dritten Frau begleitet von Hitzewallungen und anderen klimakterischen Beschwerden. Die letzte Regelblutung, Menopause genannt, erleben Frauen bei uns zwischen dem 49. und dem 53. Lebensjahr.

Sieben wichtige Fragen zu den Wechseljahren

  • Kann man die Wechseljahre nicht hinauszögern?
    Leider nein. Zwar gibt es ein paar Einflüsse, die mitbestimmen, wann eine Frau in die Wechseljahre kommt – Übergewicht zum Beispiel, weil die Fettpölsterchen gute Östrogenspeicher sind. Im Großen und Ganzen liegt der Zeitpunkt aber individuell fest.
  • Ersetzt Hormonersatzbehandlung die Verhütung?
    Die Hormonersatztherapie verhindert im Gegensatz zur Pille den Eisprung nicht, weil dabei ganz andere, schwächer wirksame Hormone verwendet werden. Wenn Ihnen der Arzt ein Hormonpräparat gegen Beschwerden durch die Wechseljahre verschrieben hat, sollten Sie eine Verhütungsmethode ohne Hormone anwenden, solange eine Schwangerschaft nicht ausgeschlossen ist.
  • Wie lange muss ich verhüten, und welche Methoden eignen sich da besonders gut?
    Grundsätzlich kann eine Frau schwanger werden, solange sie einen Eisprung hat. Die Wahrscheinlichkeit sinkt zwar im Laufe der Wechseljahre. Aber wenn Sie ganz sicher sein wollen, bleibt nur, bis zur letzten Blutung zu verhüten. Welche Methode Sie dafür wählen, sollten Sie mit Ihrem Frauenarzt besprechen – aus medizinischer Sicht ist die Pille ebenso geeignet wie Spirale oder Kondom.
  • Werde ich den Spaß am Sex verlieren, und was kann man dagegen tun?
    Wenn die Östrogenspiegel sinken, kann es passieren, dass die Scheide sehr trocken wird. Das kann die Lust schon stark beeinträchtigen. Östrogenhaltige Cremes, die direkt auf die Schleimhaut aufgetragen werden, schaffen Abhilfe.
  • Ich möchte keine Hormone schlucken. Was hilft noch gegen Wechseljahresbeschwerden?
    Ohne jeden Zweifel lindert die Hormonersatzbehandlung die Wechseljahresbeschwerden am wirksamsten. Gegen Hitzewallungen, Schlafstörungen oder nächtliche Schweißausbrüche helfen auch pflanzliche Präparate aus der Traubensilberkerze. Auch homöopathische Mittel können Sie versuchen. Soja kann ebenfalls die unangenehmen Wechseljahresbeschwerden lindern, ist aber weniger wirksam als Hormone oder die Traubensilberkerze. Außerdem ist nicht letztlich geklärt, ob die hormonähnlichen Wirkstoffe im Soja nicht doch gesundheitsschädlich sein können.
  • Was kann ich selbst tun, um dem Knochenschwund vorzubeugen?
    Wichtig sind vor allem viel Bewegung, damit der Knochen „gefordert“ wird, und die richtige Ernährung. Sie sollte genügend Kalzium enthalten (Milch und Milchprodukte) und fettarm sein, vor allem wenig tierische Fette enthalten. Verzichten Sie auf Limonaden, vor allem auf Colagetränke, die wahre Kalziumräuber sind. Planen Sie lange und vor allem regelmäßige Spaziergänge ein, weil der Körper ein bisschen Sonne braucht, um genügend vom „Knochen-Vitamin“ D zu bilden.

 

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