Dienstag, 02. September 2014

Fürs Praxisteam

Zahnseide quer durch die Kehle - ein Zaubertrick

10.06.2011
Von: Michael Reischmann, Foto: Dr. Oliver Erens
Artikel Nummer: 17657
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Der Arzt mit den magischen Büchern

Arzt, Ärztekammer-Pressesprecher, Zauberer und Zauberbuch-Bestsellerautor: Dr. Oliver Erens verbindet Medizin, Medien und Magie vortrefflich - wie auch sein Buch "Zauberei für Dummies" zeigt.


Dr. Oliver Erens kann zaubern. Auch am Telefon. Nehmen Sie z.B. eine Euronote aus Ihrem Portemonnaie und wählen Sie still eine Ziffer der Geldscheinnummer aus. Dr. Erens wird Ihnen – nach einigen Anweisungen – genau diese Zahl nennen, obwohl er am anderen Ende der Leitung keine Chance hat, auf Ihre Banknote zu schauen. Wie er das macht, verrät er in seinem Buch „Zauberei für Dummies“.

 

Im Hauptberuf leitet der Arzt (Jahrgang 1967) die Pressestelle der Landesärztekammer Baden-Württemberg. In seiner Freizeit widmet er sich – neben seiner Familie – seinem großen Hobby: der Zauberei. Mittlerweile tut er das als erfolgreicher Buchautor und Publizist.

 

Als Kind war er von einem Zauberer auf einem Geburtstagsfest derart fasziniert, dass er sich intensiv mit dieser Kunst beschäftigte. Mit 16 Jahren wurde er das jüngste Mitglied des Magischen Zirkels von Deutschland.

Autor mehrerer Bücher zu Zauberkunststücken

In einem Fachmagazin publizierte er eine Serie über Kartenkunststücke und veröffentlichte 1995 sein erstes Zauberbuch, in dem er die Tricks von Zauberfreunden beschrieb. 2001 übernahm er das Fachlektorat von „Zaubern für Dummies“. 2007 erschien sein Buch „Zaubertricks für Dummies“, das er jetzt mit „Zauberei für Dummies“ ergänzt (bald auch als E-Book). Seit 2004 ist er Redakteur des Monatsmediums „Magie“.

 

Dr. Erens ist zu einem Zauberei-Theoretiker geworden, der sich neue Tricks ausdenkt und publiziert. Dabei werden bekannte Kunststücke variiert und kombiniert. Es kommen aber auch neue Ideen und Medien hinzu. Modern wirken z.B. Tricks mit Handy-Programmen (Apps). Auf den Trick mit der Nummer von Euroscheinen kam der Kollege, als er einen Bericht über deren Fälschungssicherheit las – und dabei entdeckte, dass die Nummern nach einem System vergeben werden, sodass sich eine fehlende Stelle im Kopf ausrechnen lässt.

Tricks mit Karten, Seilen oder Münzen

Für „Zauberei für Dummies“ hat Dr. Erens Tricks ausgewählt, von denen er weiß, dass sie funktionieren. Sie können von Laien nachgemacht werden und erfordern wenig Material, wohl aber Übung. Bevor nämlich ein verblüffender Karten-, Seil- oder Münztrick so gut sitzt, dass Bewegungen, Rede und Auftritt wie gewünscht wirken, muss kräftig geprobt werden. Das ist auch der Grund, warum der Arzt für Auftritte als Zauberer keine Zeit mehr hat.

 

Das war während seines Medizinstudiums und der Promotion in Frankfurt/M. noch anders. Da zerschnitt er z.B. bei Vorführungen auch mal einen Stetho­skopschlauch, um ihn gleich wieder heil zu machen. Oder er füllte die leeren Seiten einer Doktorarbeit per Fingerschnippen mit Text.

Wunderheiler und Gedankenleser

Es gibt also durchaus Brücken zwischen der Zauber- und der Heilkunst. Das können Nettigkeiten sein, z.B. wenn ein Kollege in einer HNO-Klinik jungen Patienten eine Münze aus dem Ohr zaubert, erzählt Dr. Erens. Aber auch bei der Mentalmagie, wo ein Zauberkünstler das Publikum mit zutreffenden Vorhersagen verblüfft, spielen Psychologie und die Beeinflussung der Anwesenden eine große Rolle.

 

Oder die aus dem Fernsehen bekannten Wunderheiler, die scheinbar mit der Hand die Bauchdecke durchstoßen und blutgetränkt vermeintlich krankes Gewebe herausziehen. Tatsächlich wird beim Eindrücken des Bauchs ein versteckter Ballon mit roter Flüssigkeit zum Platzen gebracht. Das hat viel mit Schauspielerei, Schamanentum und Fingerfertigkeit zu tun. Im besten Fall werden damit Selbstheilungskräfte ausgelöst. Ansonsten ist es vor allem Show.

Anleitungen für Nachwuchs-Magier

Wer neugierig geworden ist und Freunde oder Patienten mit Tricks überraschen möchte, dem sei das neue Zauberbuch des Kollegen wärmstens empfohlen. Die Kunststücke werden ausführlich erklärt und mit Fotos genau illustriert. Auch die passenden Magiersprüche fehlen nicht. Und unterhaltsam geschrieben ist das Ganze zudem. Ergänzend liefert Dr. Erens Verweise auf die Programme von Zaubererkollegen – und wird wiederum selbst von diesen gelobt, z.B. wenn der Comedian und Zauberkünstler Ingo Oschmann im Geleitwort des Buches begeistert über den Geldscheinnummern-Trick schreibt: „Da hat es mich schier vom Klo gehauen.“

 

Oliver Erens: Zauberei für Dummies, Wiley-VCH Verlag, 2011, 19,95 Euro

 

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