Sonntag, 21. Dezember 2014

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ADHS-Kindern kann mit strikter Eliminationsdiät geholfen werden.
25.05.2011
Von: Dr. Elisabeth Nolde, Foto: thinkstock
Artikel Nummer: 17565
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ADHS - Aktuelle Studie bestätigt Diät-Theorie

Mit einer streng überwachten Eliminationsdiät lässt sich offenbar herausfinden, ob ADHS bei betroffenen Kindern durch Nahrungsmittel getriggert wird. Dies geht aus der INCA*-Studie hervor.


Kollegen vom ADHS-Forschungszentrum in Eindhoven führten die randomisierte INCA-Untersuchung mit 100 Kindern, die an ADHS litten, durch. Die Betroffenen, meist Jungen (> 80 %), waren zwischen vier und acht Jahre alt. Jeweils 50 Kinder teilten die Forscher einer Diät- und einer Kontrollgruppe zu.


Auf dem Speiseplan der Diät-Kids standen während der ersten, fünfwöchigen Studienphase wenige Nahrungsmittel einer Eliminationsdiät, z.B. Reis, Gemüse, Birnen, Fleisch und Wasser. Diese Auswahl konnte individuell durch Weizenprodukte, Kartoffeln und Obst ergänzt werden. Die Kontrollgruppe erhielt lediglich Informationen über gesundheitsbewusste Kost, heißt es im „Lancet“¹.

ADHS-Symptome durch strenge Diät bei jedem zweiten Kind verringert

Nur 41 Kinder der Diätgruppe absolvierten die fünfwöchige Studienphase. 17 von ihnen sprachen in den ersten zwei Wochen nicht auf die Diät an. Daher verschärfte man das Vorgehen und strich noch weitere Nahrungsmittel vom Speiseplan.


Am Ende der ersten Studienphase hatte sich bei 64 % der Diät-Kinder die ADHS-Symptomatik im Vergleich zu den Kontrollen signifikant gebessert. Auf der ADHS-Rating-Skala von insgesamt 54 Punkten betrug der Unterschied zum Kontrollkollektiv 23,7 Punkte, wenn die Eltern die Symptomatik ihrer Kinder bewertet hatten, und 15,3 Punkte nach Beurteilung durch die Lehrer.

Professionelle Ernährungsberatung beugt Mangelsymptomen vor

Im zweiten Teil der Studie prüfte man bei 30 „Respondern“ aus Phase 1, ob es eine Korrelation zwischen nahrungsvermittelten IgG-Konzentrationen im Blut und dem Ansprechen auf die Diät gab. Doch die Symptomatik trat unabhängig von den IgG-Blutspiegeln auf.


In der gleichen Ausgabe der Fachzeitschrift stellt Dr. Jaswinder Kaur Ghuman in einem Editorial klar, dass die Studie nicht komplett verblindet war – Eltern und Lehrer, waren über den jeweiligen Diätstatus der Probanden informiert. Auch fordert die Kollegin eindringlich, derartige Eliminationsdiäten von Fachpersonal begleiten zu lassen, damit die Kinder keine Mangelerscheinungen erleiden. 


* Impact of Nutrition on Children with ADHS


1 Lidy M Pelsser et al., Lancet 2011; 377: 494-503

 

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