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17.10.2001
Artikel Nummer: 6172
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Triggern Infekte das Rezidiv?

Frage von Dr. Neithard Scholz,
Internist, Bremen:

Mein 34-jähriger Patient hat nach antibiotisch behandelter Toxoplasmose chorioretinale Narben in beiden Augen zurückbehalten. Ansonsten ist der klinische Status unauffällig. Der serologische Befund spricht für eine zurückliegende Infektion. Kann es im Rahmen banaler und/oder stärkerer fieberhafter Infekte zu einem erneuten Ausbruch der Toxoplasmose kommen und muss ich deshalb eventuell prophylaktisch antibiotisch behandeln?


Antwort von Professor Dr. Emil C. Reisinger,
Abteilung für Tropenmedizin und Infektionskrankheiten,
Medizinische Universitätsklinik,
Rostock:

Eine banale Infektion mit Toxoplasma gondii bei immunkompetenten Patienten, die sich mit Lymphadenopathie und subfebrilen Temperaturen manifestiert, muss nicht antibiotisch behandelt werden. Bei stärkeren fieberhaften Infekten, bei Beteiligung innerer Organe und bei länger als sechs Monate persistierenden Symptomen ist dagegen die Antibiotikagabe indiziert. Auch bei Beteiligung der Augen, des ZNS, in der Schwangerschaft, bei kongenitaler Infektion und bei immunsupprimierten Patienten ist die antibiotische Behandlung erforderlich.

Keine Indikation besteht für eine Antibiotikaprophylaxe von Patienten, die eine Toxoplasmose durchgemacht haben und an einem banalen Infekt anderer Genese erkranken.

Bei Auftreten einer Immunsuppression kann es allerdings zu einem erneuten Ausbruch der Toxoplasmose kommen, da die Zysten über viele Jahre im Sinne einer latenten Infektion, vorwiegend in ZNS, Auge, Skelett-, Herz- und glatter Muskulatur, persistieren.

 

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