Samstag, 13. Februar 2016

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Angst vorm Bohrer stoppte Herzschlag

Junge Frau mit Takotsubo schwebte tagelang in Lebensgefahr.

04.09.2014
Von: Dr. med. Carola Gessner, Foto: sudok1 - Fotolia
Artikel Nummer: 22744
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Angst vorm Bohrer stoppte Herzschlag

Ein bemerkenswerter Fall von Stress-Kardiomyopathie: Die betroffene Patientin war sehr jung, der Anlass ein üblicher Zahnarzt-Eingriff und die geschockte Myokardregion nicht wie sonst typisch die Herzspitze.


Zur geplanten Wurzelspitzenresektion hatte die 31-Jährige – offensichtlich stark gestresst – bereits Platz genommen. Nachdem der Zahnarzt eine geringe Menge Lokalanästhetikum gespritzt hatte, verlor die junge Frau plötzlich das Bewusstsein. „Kammerflimmern“, konstatierte der zur geplanten Sedierung anwesende Anästhesist und begann sofort mit der Reanimation, wie C. Weth vom Klinikum Saarbrücken und Kollegen berichteten.

Kammerflimmern durch Akinesie der Herzbasis

Das EKG bei Klinikaufnahme zeigte eine ST-Streckensenkung pos­terolateral, laborchemisch erwies sich das Troponin-T als erhöht. In der Koronarangiographie fanden sich freie Kranzgefäße und ventrikulographisch eine basale Akinesie – bei guter apikaler Kontraktilität des linken Ventrikels. Es handelte sich um die reverse Form einer Takotsubo-Kardiomyopathie (s. Abb.).

Im weiteren Verlauf entwickelte die Patientin – trotz frühzeitig begonnener Hypothermie – einen kardiogenen Schock. Da der Schockzustand trotz Intensivtherapie persistierte, erfolgte eine Therapieeskalation zunächst mit Kalzium-Sensitizer (Levosimendan) und schließlich aortaler Gegenpulsation. Im Verlauf von fünf Tagen erholte sich die Herzkammer und erreichte eine Auswurffraktion von 70 %.

Keine bleibenden neurologischen Defizite

Insgesamt sieben Tage hatten die Ärzte ihre junge Patientin beatmen müssen, zudem erlitt die 31-Jährige ein kurzes Durchgangssyndrom. Bis auf eine retrograde Amnesie behielt sie aber keine neurologischen Defizite zurück.


Dieser Fall illustriert eindrucksvoll die grundsätzlich gute Prognose einer (reversen) Takotsubo-Kardiomyopathie – sofern die bedrohliche Akutphase überlebt wird, betonten die Autoren.


Quelle: 58. Jahreskongress der Saarländisch-
 Pfälzischen Internistengesellschaft

 

Kommentare

Friedrich Materna - 17.09.2014, 14:18

Geh nimmer zum Zahnarzt !

 
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