Dienstag, 21. April 2015

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28.07.2002
Von: ebe
Artikel Nummer: 3346
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Segelohr zieht Papeln an

Treten im Frühling bei Schulkindern kleine Papeln und Bläschen an den Ohren auf, sollten Sie an eine Frühlingsperniosis denken. Vor allem die abstehenden Ohren kleiner Jungs sind gefährdet.


Bereits im dritten Frühling hintereinander waren sie nun schon aufgetreten: stecknadelkopfgroße juckende Papeln und Bläschen über beiden Ohren des zehnjährigen Knaben. In diesem Jahr zeigte auch der kleine Bruder diese Effloreszenzen. Die beiden Jungen klagten gelegentlich über Juckreiz oder sogar Schmerzen.

Im Sommer weggezaubert

Die Diagnose war schnell gestellt: Es handelte sich um eine Frühlingsperniosis oder Frühlingslichtdermatose. Diese tritt im Frühjahr vor allem bei Jungen im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren auf und verschwindet im Sommer wieder von selbst. Beschwerden sind in der

 

Regel nicht vorhanden, erklärt Dr. Annette Heidelberger mit Kollegen von der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein der TU München in der Zeitschrift "Pädiatrische Praxis".

 

 

Wahrscheinlich sind die Hautveränderungen häufiger als bislang angenommen, so die Vermutung des Autorenteams. 6,7 % aller Schulkinder und sogar 12 % der Knaben waren in einer neuseeländischen Studie betroffen. Woher die frühlingsliebenden Hautveränderungen kommen, weiß man bisher nicht. Ältere Publikationen verdächtigten die Kombination aus kühler Morgenluft und vermehrter Mittagssonne, sobald die Kinder im Frühling wieder mehr im Freien spielen. In neueren Studien fand man die Effloreszenzen gehäuft bei Kindern mit großen abstehenden Ohren und kurzen Haaren, was zumindest eine Beteiligung der UV-Strahlung nahe legt. Allerdings scheinen weder Sonnencremes noch Kopfbedeckungen oder der Aufenthalt im Freien die Symptome zu beeinflussen.

 

 

"Eine Therapie ist in der Regel nicht notwendig", so die Autoren. Allerdings können kleine Narben zurückbleiben. Bei stärkeren Entzündungen oder Juckreiz werden topische Kortikosteroide empfohlen. Ansonsten verweisen die Kollegen darauf, den Buben die Haare länger wachsen zu lassen und die Ohren so vor Kälte und Sonne zu schützen.

 

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