Dienstag, 23. September 2014

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24.03.2007
Von: Manuela Arand
Artikel Nummer: 10624
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COPD schwächt auch Muskeln und Knochen

Die chronische Krankheit der Atemwege (COPD) betrifft nicht nur die Lunge. Auch Muskulatur und Knochengerüst leiden unter der fortwährenden chronischen Entzündung der Luftwege.


Dieses neue Verständnis der Volkskrankheit prägt jetzt auch die neuen Leitlinien der Atemwegsliga. Eine vorläufige Fassung wurde soeben auf dem 48. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin präsentiert.

Erst kommt der Raucherhusten, dann folgt Schritt für Schritt eine Verengung der Atemwege - diese Abfolge scheint demnach nicht so einfach zuzutreffen. Und eine chronische Bronchitis mit Husten und Auswurf ist offenbar kein Vorläuferstadium, das automatisch in eine COPD mündet.

So haben in einer großen Beobachtungsstudie innerhalb von 15 Jahren nicht mehr Betroffene eine chronische Luftwegverengung entwickelt als Menschen ohne Lungensymptome, berichtete Claus Franz Vogelmeier von der Universität Marburg. Das bedeute allerdings auch, dass man sich nicht darauf verlassen kann, dass eine COPD immer mit leichten Symptomen beginnt, betonte der Mediziner.

Große Sorgen bereiten den Ärzten die ausgeprägte Muskelschwäche und der Knochenschwund (Osteoporose), die mit der COPD einhergehen. Selbst bei stabiler Lungenkrankheit bringen die meisten nur knapp ein Drittel der Kraft gleichaltriger Gesunder auf. Das liegt nicht nur daran, dass sie sich wegen ihrer Atemnot immer weniger bewegen. Vermutlich spielen auch permanente Entzündungsprozesse, die nicht nur die Atemwege, sondern auch den ganzen Organismus betreffen, eine wichtige Rolle.

Die Osteoporose-Gefahr bei COPD-Kranken wächst aber auch aus einem anderen Grund. Die antientzündliche Therapie mit Cortisonpräparaten schwächt nochmals die Muskeln und aktivert Knochen abbauende Prozesse. Kommt es aufgrund der Osteoporose dann auch zu Brüchen von Wirbelkörpern, so hat dies wiederum Folgen für das Atemorgan. Denn mit jedem Wirbelkörperbruch gehen aufgrund des geschrumpften Oberkörpers etwa neun Prozent der Lungenkapazität verloren.

 

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