Samstag, 02. August 2014

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Arzneimittelhersteller, die in Forschung investieren, verlangen Bestandsschutz

03.02.2013
Von: Michael Reischman, Foto: thinkstock
Artikel Nummer: 20512
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Forschende Arzneimittelhersteller verlangen „Bestandsschutz“

Die schwarz-gelbe Arzneimittelpolitik hat eine „deutliche Bremsspur“ bei den forschenden Pharma-Unternehmen hinterlassen. Auch 2013 wird es keine Trendwende geben, prognostiziert der Branchenverband vfa.


Ende dieses Jahres laufen das seit August 2010 bestehende Preismoratorium und die Erhöhung des Herstellerzwangsrabatts von 6 auf 16 % aus. Für 3,5 Jahre addiert werden Rabatt und Moratorium die forschenden Arzneimittelhersteller mit rund sieben bis acht Mrd. Euro belastet haben, sagt vfa-Vorstandsvorsitzender Dr. Hagen Pfundner. Er hofft, dass dieser Beitrag zur Stabilisierung der sozialen Sicherungssys­teme von der Politik goutiert wird.

Investitionen gesunken mit dem GKV-Änderungsgesetz

Sollte die frühe Nutzenbewertung samt Preisbestimmung eingesetzt werden, um damit weiterhin jährlich eine bis 1,5 Mrd. Euro einsparen zu wollen, wäre das „fatal“, so Dr. Pfundner. Er fordert für den Arznei-Bestandsmarkt einen „fairen Bestandsschutz“. Schließlich würden in den nächsten Jahren bereits Patente von Wirkstoffen in einer Umsatzgrößenordnung von jährlich insgesamt etwa einer Mrd. Euro frei, die dann der „Preiserosion“ durch den generischen Wettbewerb unterliegen.


Die mit dem GKV-Änderungsgesetz und dem AMNOG verbundenen Einschnitte haben laut vfa dazu geführt, dass die Investitionen bei den Mitgliedsfirmen (die rd. zwei Drittel des deutschen Arzneimittelmarktes repräsentieren) im Jahr 2011 um 13 % auf knapp eine Mrd. Euro sanken und wohl auch 2012 und 2013 auf diesem Niveau verharren werden.

Rückgang der Beschäftigungszahlen, Umsatzzuwächse durch Auslandsgeschäft

Bei der Beschäftigung erwartet der Verband weiterhin leichte Rückgänge – von 82 000 Mitarbeitern im Jahr 2010 auf rund 80 000 in diesem Jahr. Die hochgerechneten bzw. erwarteten Umsatzzuwächse von 4,6 % (2012) bzw. 3,1 % (2013) resultieren vor allem aus dem guten Auslandsgeschäft. 2012 wird dies voraussichtlich um 6,5 % auf 22,1 Mrd. zugelegt haben. Der Inlandsumsatz wird sich mit 17,1 Mrd. (+ 2 %) etwas über dem Niveau von 2010 einpendeln.


Die frühe Nutzenbewertung wird vom vfa akzeptiert; sie helfe die Spreu vom Weizen zu trennen. Explizit lobt Dr. Pfundner, dass neu zugelassene Arzneimittel sofort für die Patienten verfügbar sind und anschließend die Erstattungspreisklärung erfolgt. Verbesserungsbedarf gebe es noch beim Zusammenspiel von Zulassung und Nutzenbewertung, der Auswahl der Vergleichstherapie und der Definition der Endpunkte von Studien. Wichtig ist den Herstellern, dass die mit GKV-Spitzenverband oder per Schiedsspruch erreichten Erstattungspreise (Rabatte) nicht öffentlich gelistet werden, damit keine internationale Preissenkungsspirale losgetreten wird.

Quelle: Pressegespräch 
Branchenprognose 2013, Frankfurt/M.

 

Kommentare

Hans-Robert Böhme - 05.03.2013, 11:55

Sehr geehrte Herrschaften,
die jedem einzelnen Patienten und dem ganzen Volk schadende dilettantische Reglementierung der Pharmakotherapie, als herausragend bedeutsame ärztliche Kunst(!) einer eben individuellen Therapie, kann "politische Pharmakologie" genannt werden.
s. dazu z.B. www.drboehmeklipha.com Informationen für Fachkreise
Mit vorzüglicher Hochachtung
Hans-Robert Böhme

 
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