Sonntag, 01. März 2015

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27.10.2007
Von: AFP
Artikel Nummer: 11795
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Betäubtes Hirnrinde schützt vor Sucht

Die gezielte Betäubung einer bestimmten Hirnregion kann das Verlangen nach Drogen und Suchtmitteln unterdrücken - zumindest bei Ratten. Das ergaben die Experimente chilenischer Wissenschaftler.


Fernando Torrealba und seine Kollegen von der Katholischen Universität von Santiago berichten im Fachmagazin Science, dass sie in Experimenten die die sogenannte Inselrinde amphetaminsüchtiger Ratten betäubten und damit deren suchtverhalten unterbanden.

Die Tiere wurden in einem Käfig gehalten, in dem sich eine dunkle und eine lichtdurchflutete Schachtel befanden. Durch Training hatten sie gelernt, dass sich die Aufputschmittel in der hellen Schachtel befanden. Nach der Betäubung der Inselrinde änderten die süchtigen Tiere ihr Verhalten radikal und wählten - das für Ratten natürlichere Verhalten - die dunkle Schachtel. Nach Abklingen der Betäubung kehrten sie zu ihrem Suchtverhalten zurück.

Die Experimente zeigten, dass die Inselrinde bei der Steuerung körperlicher Bedürfnisse eine unterschwellige Rolle spiele, sagte der Neurologe Torrealba. Dieser Hirnbereich sei deshalb ein wichtiges Ziel bei der Suche nach Behandlungsmöglichkeiten zur Reduzierung von Süchten. Erst kürzlich hatten Wissenschaftler bei Patienten, deren Inselrinde durch Herzkrankheiten verletzt worden war, ein reduziertes Verlangen nach Nikotin nachgewiesen. 12 von 19 Rauchern konnten nach solchen Verletzungen ohne große Probleme auf Zigaretten verzichten.

 

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