Donnerstag, 02. Juli 2015

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30.04.1999
Artikel Nummer: 6158
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Was lindert das Meniscoidsyndrom?

Frage von Dr. Wolfgang Bräuninger
Praktischer Arzt, Naturheilverfahren
Bamberg:

Was ist über das Meniscoidsyndrom bekannt? Welche Therapie gibt es?


Antwort von Prof. Dr. Klaus Steinbrück
Sportklinik Stuttgart:

Ein "Meniscoidsyndrom" kann Ursache von Schmerzen im ventralen Anteil des oberen Sprunggelenks sein. Häufig gehen Inversionsverletzungen des Sprunggelenkes voraus, in deren Folge es zu teils hyalinisierten, teils fibrosierten Veränderungen der Synovia kommt. Meist bilden sich diese - auch als "Plicasyndrom" oder "soft tissue impingement" bezeichnet - in der Nische zwischen Talus und Fibula aus. Histologisch ergeben sich keine Hinweise für die Entstehung aus dem Lig. fibulo talare anterius oder der vorderen Syndesmose.

Klinisch kommt es häufig zu Schwellneigung, Einklemmungserscheinungen ("clicking") sowie Ruhe- und Bewegungsschmerzen. Die Beschwerden bestehen vorwiegend außen, man findet jedoch selten eine laterale Instabilität. Der nach Sprunggelenksverletzungen meist schmerzhafte Supinationsstreß führt beim typischen Meniscoidsyndrom eher zu einer Beschwerdelinderung. Die Veränderungen können am besten im MRI dargestellt werden, wenn sich eine genügend dicke Narbe zeigt, während im konventionellen Röntgen erst das calzifizierte Stadium zur Darstellung kommt. Arthroskopisch sieht man bei einer meist entzündlich veränderten Synovialis einen kräftigen, bindegewebigen Strang ventrolateral über den Talus ziehen.

Therapeutisch kommt in der Anfangsphase eine antiinflammatorische Behandlung, Physiotherapie sowie Taping oder Bandagenversorgung in Betracht. Auch eine intraartikuläre Injektion mit einem Lokalanästhetikum, ggf. mit etwas Kortisonbeimengung, kann sowohl differentialdiagnostisch wichtig als auch therapeutisch wirksam werden. Bei allen therapieresistenten Fällen sollte früh eine Arthroskopie folgen, um den derben Strang abzutragen, bevor es zu Schäden am Knorpel des Talus kommt.

Das Meniscoidsyndrom ist als Folge von Sprunggelenksverletzungen in der Sportmedizin ein gar nicht seltenes, aber weniger bekanntes Syndrom, weshalb die richtige Diagnose viel zu wenig gestellt wird.

 

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