Freitag, 31. Oktober 2014

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11.04.2007
Von: Tanja Güntner
Artikel Nummer: 10719
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Der letzte Abschied ist schwer genug

Sterben und Tod sind Themen, die bei uns weitgehend verdrängt werden. Und wer sich damit beschäftigt, der wünscht sich in der Regel einen schnellen Tod zu Hause. Doch tatsächlich sterben 80 Prozent aller Deutschen in einer Klinik oder im Heim. Jetzt entstehen immer mehr spezielle Einrichtungen, die Sterbende und ihre Angehörigen begleiten – zu Hause oder in einem Hospiz.


Cartoon

Der Fachbegriff lautet in diesem Zusammenhang „palliativ“ – das bedeutet übersetzt „lindernd“. Die Palliativphase setzt dann ein, wenn ein Patient nicht mehr geheilt werden kann, sondern die Mediziner nur noch seine Beschwerden lindern können. Palliativmedizin, Palliativpflege oder Palliativstationen richten sich dementsprechend an Menschen in ihrer letzten Lebensphase.

Bei der Palliativbegleitung geht es darum, dem Sterbenden noch möglichst viel Lebensqualität geben zu können. An erster Stelle steht deshalb die Linderung von Symptomen: Schmerzen, Unruhe, Atemnot, Juckreiz, Wundliegen – mit einer guten Therapie und Pflege lassen sich diese Probleme in den meisten Fällen beherrschen. Ziel der Behandlung ist, dass der Patient noch bewusst am Leben Anteil nehmen kann: letzte Dinge regeln, sich von Angehörigen verabschieden oder sich aussöhnen.

Lebensende in häuslicher Umgebung

Dem Wunsch nach Sterben in häuslicher Umgebung hat nun auch eine Gesetzesänderung Rechnung getragen. Im Zuge der kürzlich verabschiedeten Gesundheitsreform wurde das Recht auf eine „spezialisierte ambulante Palliativversorgung“ gesetzlich verankert. Künftig sollen Spezialteams aus Ärzten und Pflegekräften („Palliative Care Teams“ genannt) gebildet werden, um betroffene Familien dabei zu unterstützen, Sterbende bis zuletzt zu Hause zu betreuen.

Hilfe und Entlastung für das Sterben im Kreise der Angehörigen bieten dabei Hospizdienste. Diese besuchen, begleiten, beraten und betreuen Sterbende und ihre Angehörigen zu Hause.

Hospize und Palliativstationen

Aber nicht immer ist die häusliche Pflege bis zuletzt möglich. Dann stehen eine wachsende Anzahl von Hospizen und Palliativstationen zur Verfügung. Hospize nehmen Sterbende auf, wenn sie zu Hause nicht oder nicht mehr betreut werden können. Meist leben sie dort noch wenige Tage oder Wochen. Palliativstationen dagegen sind spezielle Abteilungen innerhalb einer Klinik. Hier werden todkranke Patienten aufgenommen, die eine Klinikbehandlung brauchen. Wenn möglich, werden sie auch wieder entlassen: nach Hause oder in ein Hospiz.

Hilfe für die Angehörigen

In der letzten Lebensphase brauchen auch die nahen Angehörigen Unterstützung bei der Begleitung des Sterbenden. Aufklärung, Beratung und psychologische Gespräche sind jetzt wichtig. Fachkräfte von Palliativstationen, Hospizen und Hospizdiensten kümmern sich deshalb ganz bewusst um die Angehörigen. Für alle ist dabei wichtig, dass die Wünsche des Patienten oberste Leitlinie ihres Handelns sind.

Detaillierte Informationen zu den Einrichtungen der Palliativbegleitung finden Sie unter www.betanet.de. betanet ist eine Suchmaschine für Sozialfragen im Gesundheitswesen und wird vom Arzneimittelhersteller betapharm* zur Verfügung gestellt. Die Nutzung ist so einfach wie googeln. Man gibt  einen Suchbegriff ein, etwa „palliativ“, und bekommt eine Trefferübersicht gelistet. Mit wenigen Klicks kommen Sie dann direkt zu den ausführlichen Informationen und den Adressen der Suche entsprechender Einrichtungen.

Dringende Fragen – hilfreiche Antworten

  • Welche Versorgung, welche Betreuung?
     
    Ein 56-jähriger Mann ist an einem bösartigen Gehirntumor erkrankt. Er hat keine Angehörigen und die Versorgung zu Hause kann nicht bis zum Lebensende gewährleistet werden. Welche Möglichkeiten der stationären Betreuung und Versorgung gibt es für ihn?
     
    Unheilbar kranken und schwerstkranken Menschen, bei denen eine Krankenhausbehandlung nicht erforderlich und eine Betreuung durch einen ambulanten Hospizdienst zu Hause nicht möglich ist, soll in der letzten Lebensphase ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod ermöglicht werden. Diese Begleitung kann zum Beispiel in einem stationären Hospiz erfolgen.
     
    Schwerpunkte sind im Fall des alleinstehenden Mannes die Überwachung der Schmerztherapie, die Symptomkontrolle und die psychosoziale Betreuung.
     
  • Sterbende Mutter sorgt sich um Kinder

    Eine 45-jährige Mutter von zwei Kindern (12 und 14 Jahre) hat Brustkrebs und Lungenmetastasen, sie wird in einem Hospiz stationär betreut. Da der Ehemann und Vater emotional stark belastet ist, möchte sie gerne ihren Kindern Hilfestellung und Unterstützung geben. Wie kann den Kindern geholfen werden?
     
    Ein wesentlicher Aufgabenbereich der stationären Hospize und Palliativ-einrichtungen ist die Betreuung der Angehörigen: Es werden Seelsorge, psychologische Betreuung und Trauerarbeit angeboten. Die Kinder können individuelle Begleitung und Unterstützung bekommen, in der Regel kümmert sich eine Hospizbegleiterin um sie. Diese Begleitung endet nicht mit dem Tod der Angehörigen, sondern kann sich in der Trauerzeit in Einzelgesprächen oder in Trauergruppen fortsetzen, wenn der Angehörige das möchte.
     
  • Wie finanziert sich stationäres Hospiz?

    Eine 42-jährige Patientin ist an amyotropher Lateralsklerose erkrankt und möchte zukünftig in einem stationären Hospiz versorgt werden. Sie fragt sich jedoch, wer die Kosten des Hospizes trägt?
     
    Grundsätzlich wird der Hospizaufenthalt von der Kranken- und Pflegekasse, dem Patienten selbst und dem Hospizträger finanziert. Die Tages- und Monatssätze von Hospizen sind unterschiedlich. Die Krankenkassen zahlen unterschiedliche Beträge, mindestens jedoch 147 Euro täglich. Der Anteil der Pflegeversicherung richtet sich nach der Pflegestufe und ist so hoch wie bei Pflege im Pflegeheim. Reichen diese Leistungen nicht aus, muss die Patientin einen Eigenanteil tragen. Sollte sie damit finanziell überfordert sein, springt eventuell das Sozialamt ein. Auch der Träger des Hospizes leistet einen Anteil.


Experten beraten Sie persönlich!

Für die Leser der Medical Tribune <ls />bietet www.betanet.de von 15. April bis zum 14. Juni 2007 einen besonderen Service. Sie können sozialrechtliche und psychosoziale Fragen rund um das Thema "Palliativbegleitung" per E-Mail direkt an das betanet-Expertenteam richten: </ls />

  • Wer übernimmt die Kosten für einen Hospizdienst? 
  • Wie finde ich ein Hospiz in meiner Nähe? 
  • Wer entscheidet über die Aufnahme in eine Palliativstation? 
  • Wer unterstützt eine Familie mit einem todkranken Kind?

Der rote Link zum Frageformular „Palliativbegleitung“ befindet sich links auf der betanet-Startseite. Ihre Fragen werden von Experten – Sozialpädagogen, Versicherungsfachleuten, Juristen, Krankenschwestern, Pädagogen, Psychologen – beim beta Institut für angewandtes Gesundheitsmanagement beantwortet. Bei weiteren Fragen oder wenn Sie kein Internet nutzen, wenden Sie sich einfach an Ihren Arzt oder Apotheker.

Die Infos finden Sie bei: www.betanet.de

* betapharm gehört zu den führenden Herstellern patentfreier Arzneimittel (Generika). Das Unternehmen setzt sich seit Jahren dafür ein, dass Patienten besser versorgt und betreut werden. Für dieses Engagement wurde betapharm beispielsweise im Dezember 2006 mit dem Bürgerkulturpreis des Bayerischen Landtags ausgezeichnet.

 

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