Sonntag, 29. März 2015

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02.08.2007
Von: Fabian Seyfried
Artikel Nummer: 11420
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Schlaflos nach der Schichtarbeit

Die innere Uhr auszutricksen, macht krank - das können auch Schichtarbeiter zu spüren bekommen. Sie sind vor allem durch niedrige Serotoninspiegel gefährdet, so eine neue Studie. Die negativen Folgen für Körper und Geist sind vielfältig.


Es gibt Nachteulen und Frühaufsteher unter den Menschen - doch an wechselnder Schichtarbeit erfreut sich niemand. Das hat seinen Grund: Schichtarbeiter schlafen schlechter, erkranken leichter und oft leiden Freundschaften und Beziehungen unter den Arbeitszeiten. Ein Team unter Leitung von Carlos J. Pirola an der Universität von Buenos Aires kam nun einer wesentlichen Ursache der Probleme auf die Spur: Schichtarbeitern mangelt es an Serotonin (SLEEP 2007, online first).

Carlos Pirola und Kollegen untersuchten knapp 700 Männer, von denen ein Drittel in einem rotierenden Schichtsystem arbeitete. Als wichtigstes Unterscheidungsmerkmal zwischen Tageslicht-Kandidaten und Schichtlern stach der Serotoninspiegel heraus.

Als Hormon und Botenstoff sorgt Serotonin unter anderem dafür, dass die innere Uhr richtig tickt. Ist das nicht der Fall, können körperliche und psychische Auswirkungen folgen: Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Verdauungsstörungen, Wutausbrüche und Depressionen werden mit Serotonin-Mangel in Verbindung gebracht.

"Diese Ergebnisse könnten zum einen wichtig sein, um die Verschiebung der inneren Uhr durch rotierende Schichtarbeit zu verstehen, und zum anderen, um effektive therapeutische Strategien zu entwickeln, welche die Gesundheitsprobleme und Verhaltensauffälligkeiten bei Schichtarbeitern bessern", sagte Pirola.

Nachtarbeit lässt sich in einigen Betrieben nicht vermeiden. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) gibt Tipps, wie sich Schichtarbeit möglichst schonend gestalten lässt:

  • Es sollte maximal drei Nächte nacheinander gearbeitet werden.
  • Nach einer Nachtschichtphase sollte eine längere Ruhephase folgen - nicht kürzer als 24 Stunden.
  • Ein komplett freies Wochenende ist besser als einzelne freie Tage.
  • Vorwärts rotierende Schichten sind angenehmer als zum Beispiel von einer Nacht- zur Spätschicht zu wechseln.
  • Schichtpläne sollten vorhersagbar und überschaubar sein.

 

 

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