Fehlgeburt durch die Schwiegermutter
Wie lassen sich Fehl- und Frühgeburten möglichst effektiv verhindern? Der Frauenarzt und Naturheilmediziner Dr. Wolfgang Popp aus Gräfelfing rät, Familienbeziehungen und die Situation am Arbeitsplatz der werdenden Mutter gründlich abzuklopfen.
Sechs Prozent beträgt die Rate an Früh- oder Fehlgeburten in Deutschland. Psychosoziale Umstände sind häufig mitverantwortlich, wenn eine Schwangerschaft nicht ausgetragen wird, meint Dr. Popp. Als "Revierstörung" bezeichnet er es, wenn die werdende Mutter ihre Bedürfnisse nicht durchsetzen kann oder ihr das "Revier" von Angehörigen - etwa der Schwiegermutter oder anderen nahe stehenden Personen - streitig gemacht wird. Dies führt bei der Schwangeren zu Stressreaktionen, erläutert der Mediziner, und die freigesetzten Stresshormone verengen besonders die Versorgung der Fortpflanzungsorgane, so dass auch beim Feten die Stressreaktion anspringt. Passiert dies vor der 12. SSW kann eine Fehlgeburt, im späteren Verlauf der Schwangerschaft eine Frühgeburt die Folge sein.
Auch eigene Mutter gefährlich
Im Zentrum der Überlegungen bei drohender Fehl- oder Frühgeburt müssen die engsten sozialen Beziehungen stehen, so Dr. Popp. Nicht nur die Schwiegermutter sei ein "sehr häufiger Störenfried im Revier der werdenden Mutter". Eine Schwangere in seiner Praxis verlor zweimal hintereinander ihr Kind in der 25. SSW - jeweils nach dem Besuch ihrer Mutter. Er empfahl der Frau, während der dritten Schwangerschaft den Kontakt - auch den telefonischen - rigoros zu unterlassen. Die Schwangerschaft konnte daraufhin ausgetragen werden. Die Mutter der Patientin habe die Ablösung ihrer Tochter nicht erlaubt und anstatt stützend und helfend vielmehr aggressiv und destruktiv in das Revier der Tochter hineinregiert, erläutert Dr. Popp.
Belastenden Kontakt unterbrechen
Um derartigen "Revierstörungen" im diagnostischen Gespräch auf die Spur zu kommen, empfiehlt er drei Regeln:
- Achten Sie auf zeitliche Zusammenhänge zwischen Stressoren und der Auslösung der Wehen!
- Mit der Bedeutung einer Beziehung steigt auch der Stress, den sie auszulösen vermag. So verursacht z.B. eine auch im Erwachsenenalter nicht aufgelöste enge Mutter-Kind-Bindung wie in dem geschilderten Fall eine "tiefe Verletzlichkeit" auf beiden Seiten. Scheinbar lächerliche Auseinandersetzungen mit der Mutter können schlimme Folgen haben.
- Die Patientin selbst ist sich oft nicht der Gewichtigkeit der Stressoren bewusst. Hüten Sie sich davor, ihre Wertungen zu übernehmen! - lautet die dritte Regel des Mediziners.
Die Wehentendenz lässt oft schlagartig nach, so die Erfahrungen von Dr. Popp, wenn eine Stressentlastung gelingt. Am einfachsten ist dies zu bewerkstelligen, wenn der Stressor im Arbeitsbereich liegt, dann reicht meist eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung aus. In anderen Fällen muss der Kontakt zur Mutter oder Schwiegermutter unterbrochen oder - wie in einem anderen Fall aus Dr. Popps Praxis - ein Kind aus erster Ehe vorübergehend beim Vater untergebracht werden.




