Herzkranke lieben Naturarznei
Der Trend zur Selbstbehandlung „ohne Chemie“ hält an. Auch Herzpatienten greifen zur „Natur“ und sagen ihrem Arzt nichts davon.
Eine kanadische Studiengruppe fragte 308 Herzpatienten mit höherem Bildungsniveau nach der Einnahme von sog. alternativen Medikamenten. 45 % griffen zusätzlich zu ihrer vom Arzt rezeptierten konventionellen Medikation auf komplementäre Angebote zurück, meist auf pflanzliche Präparate, Mineralien und Vitamine. Nur drei Viertel der Hausärzte wussten von dieser selbst verordneten Zusatzbehandlung und nur 39 % der Patienten glaubten, dass diese Information für ihre behandelnden Ärzte wichtig sei. Umgekehrt hatten nur 13 % der Ärzte ihre Patienten nach der Einnahme alternativer Substanzen gefragt. „Wir Ärzte leben in einer von der evidenzbasierten Medizin beherrschten Welt“, sagte Dr. Beth Abramson vom Cardiac Prevention Center in Toronto.
Die Patienten vertrauen dagegen zunehmend alternativen Methoden und glauben alles Natürliche habe keine Nebenwirkungen. Dies sei aber nicht der Fall. So kann z.B. Johanniskraut den Spiegel von Digoxin und Kumarinderivaten verändern und lakritzhaltige Mittel beeinflussen den Blutdruck, erinnerte Dr. Abramson.




