Donnerstag, 30. Juni 2016

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Holi-Party doch gefährlich für die Lunge?

Holi- Fest: Malachitgrün gilt als gesundheitsschädlich.

18.01.2014
Von: Dr. Carola Gessner, Foto: fotolia
Artikel Nummer: 21794
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Holi-Party doch gefährlich für die Lunge?

Junger Patient mit buntem Auswurf? Nichts Schlimmes, Zustand nach Holi-Party, richtig! So harmlos wie allgemein angenommen ist das Farbpulver-Werfen aus pulmologischer Sicht aber nicht.


In Indien feiert man mit dem Holi-Fest die Ankunft des Frühlings, Menschen bewerfen sich mit buntem Pulver und imitieren damit quasi die Explosion der Natur. Nun sind Holi-Partys auch in Europa modern geworden, Menschen treffen sich zu einem wenige Minuten dauernden Spaß – bereits in vielen deutschen Städten fanden in diesem Jahr „Holi Festivals of Colors“ statt.


An der gesundheitlichen Unbedenklichkeit des Farbpulvers sind aber jüngst erhebliche Zweifel aufgekommen, berichtete Professor Dr. Martin Kohlhäufl von der Klinik Schillerhöhe in Stuttgart-Gerlingen. Denn nicht immer werden die Versprechen der Veranstalter, man verwende nur zugelassene Lebensmittel oder Lebensmittelzusatzstoffe, gehalten.

Statt lustiger Farben gefährliches Malachitgrün

So musste im Mai in Hessen eine geplante Holi-Party abgesagt werden. Das hessische Landeslabor entdeckte potenziell krebserregende Stoffe, u.a. das Oxalat Malachitgrün, im Farbpulver, das für das Festival vorgesehen war.


Malachitgrün, auch bekannt als Diamantgrün, sorgt für leuchtende Pulverfärbung, darf aber als Lebensmittelfarbstoff nicht verwendet werden, da es als gesundheitsschädlich eingestuft ist und Pneumokoniosen auslösen kann. Zudem wird allgemein davor gewarnt, dass es zu Explosionen kommen kann, wenn sich das umhergeworfene Farbpulver entzündet.


Alles in allem scheint Holi-Feiern auf eigenes Risiko stattzufinden. Auf den Farbbeuteln findet sich der Hinweis: „Nicht bei asthmatischen oder anderen allergischen Vorerkrankungen benutzen. Kann Augenreizungen bei Kontaktlinsenträgern hervorrufen. Es wird empfohlen, beim Einsatz einen Augen-/Mundschutz zu tragen.“


Quelle: 8. DGIM-Internisten-Update-Seminar in Wiesbaden

 

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