Impfen, und was noch?
Reiselustige wollen am liebsten den ultimativen Infektionsschutz in Form einer Impfung. Doch die Spritze allein bewahrt meist nicht ausreichend vor den Unbilden tropischer Länder. Tipps, die Sie Ihren Patienten mit auf den Weg geben können, gab's beim Internistenkongress.
Fragt Ihr Patient nach Reisimpfungen, sollten Sie die Gelegenheit nutzen und gleich die Standardimpfungen wie Polio, Tetanus Diphtherie und bei Kinder auch Hepatitis B überprüfen. Wollen Sie dann die vorhandenen Lücken schließen, gilt: Es gibt keine zu großen Abstände zwischen Impfungen. Auch eine viele Jahre unterbrochene Grundimmunisierung muss nicht neu begonnen werden. Jede Impfung zählt! erklärte Dr. PETER W. FRANK aus Gröbenzell. Allerdings gilt es folgende Regeln zu beachten:
- Impfabstände lieber über- als unterschreiten, da sonst mit heftigeren Impfreaktionen zu rechnen ist.
- Lebendimpfungen immer simultan oder aber mit einem Mindestabstand von vier Wochen durchführen.
- Totimpfungen erfordern keinen Mindestabstand
- Elektive Operationen sind drei Tage nach Totimpfungen und 14 Tage nach Lebendimpfungen möglich, ohne den Impfschutz zu gefährden.
Trotz Malariaprophylaxe, Gelbfieber-, Cholera- oder Typhusimp-fung sollte der Reisende aber immer die allgemeinen Maßnahmen zur Expositionsprophylaxe beachten, wie z.B. den Hygiene-Ratschlag "Cook it, peel it or forget it!" Zudem empfiehlt der Kollege den Ratsuchenden, grundsätzlich alle Insekten im Hotelschlafzimmer zu erschlagen. Reisende nach Afrika oder Südostasien sollten, um sich vor Tollwut zu schützen, keine Tiere anfassen oder füttern. Denn Überträger sind dort vor allem Straßenköter und Fledermäuse. Die Impfung gegen Japanenzephalitis sei eigentlich nur nötig, wenn die Reisenden "mit Schweinen im Reisfeld schlafen". Für den Hoteltouristen oder Geschäftsleute ist sie eher unnötig, erklärte der Referent.
Einige Reiseziele erfordern wegen besonderer Bestimmungen verschiedene Impfungen, auch wenn für den Reisenden gar keine Gefahr besteht. So gibt es ohne Masernimpfung kein Visum für die USA. Ohne Meningokokkenimpfung dürfen Pilger nicht nach Mekka und Personen, die längere Aufenthalte planen, auch nicht nach England reisen.
Denken Sie bei Reisen in ferne, sonnige Länder daran, Ihre Patienten in Bezug auf Lichtschutzfaktoren und zeitliche Adaptation zu beraten. Außerdem sollte sie ihnen eine Reisekrankenversicherung ans Herz legen, denn die gesetzlichen Kassen übernehmen in der Regel keine Krankheits- und Behandlungskosten im Ausland.
Die Fünf "W"
Mit diesen fünf Fragen können Sie abklären in welche infektiologischen Gefahren sich Ihr Patient begibt und wie Sie ihn mit Impfungen schützen können:
Damit klären Sie nicht nur Abflugzeit, Transportmittel und Destination, sondern erhalten auch Informationen über die Gefährten Ihres Patienten während der Reise und erfahren etwas über den Reisestil.
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