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29.10.2007
Artikel Nummer: 11812
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Die nächste Grippewelle kommt: Jetzt Grippeimpfung anbieten

Es wird langsam Zeit, gefährdeten Patienten die Grippeschutzimpfung ans Herz zu legen. Laut Ständiger Impfkommission (STIKO) sind das vor allem Senioren und chronisch Kranke, aber auch Personen, die in Berufen mit viel „Publikumsverkehr“ arbeiten. Wann sollte geimpft werden? Wer profitiert von einem virosomalen Impfstoff? Antworten auf diese Fragen finden Sie hier.


Wann sollte die Grippeimpfung vorgenommen werden? Ab wann kann mit einem belastbaren Impfschutz gerechnet werden?

Expertenrat: Nach der Impfung dauert es ca. 10 bis 14 Tage, bis ein effektiver Impfschutz aufgebaut ist. Die beste Schutzwirkung besteht bis zu etwa sechs Monate nach der Impfung. Aufgrund der hohen Variabilität der Influenzaviren sollte die Grippeimpfung jährlich mit der jeweils aktuellen Vakzine wiederholt werden. Der optimale Zeitpunkt für die Impfung wird durch den Verlauf der Influenza-Aktivität bestimmt: In den vergangenen Jahren wurden die höchsten Erkrankungsraten jeweils Ende Februar/Anfang März beobachtet. Daher sollte die Impfung vorzugsweise im Zeitraum November bis Anfang Dezember erfolgen.

Große Serie Teil 8Die STIKO empfiehlt, HIV-infizierte Patienten prophylaktisch gegen Influenza zu impfen. Können dafür auch virosomale Impfstoffe eingesetzt werden?

Expertenrat: Virosomale Impfstoffe gegen Grippe zeichnen sich dadurch aus, dass sie sozusagen die natürliche Infektion nachahmen. Man kann davon ausgehen, dass genau dadurch die Immunantwort positiv beeinflusst wird im Sinne einer Verstärkung. So konnten in einer Studie an 23 HIV-infizierten Kindern, die mit einem trivalenten inaktivierten virosomalen Impfstoff einmal geimpft worden waren, Seroprotektionsraten gegen die drei Impfstämme von 60,9 %, 56,6 % und 82,6 % erzielt werden.1

Der Impfstoff beeinflusste weder die CD4-Zellzahl noch die Viruslast. Er wurde gut vertragen, es traten nur wenige leichte Symptome auf, die der Impfung zuzurechnen waren. Insbesondere wurden während der dreimonatigen Nachbeobachtung keine grippeähnlichen Erkrankungen beobachtet. Diese Ergebnisse lassen erwarten, dass gerade virosomale Grippeimpfstoffe bei HIV-Infizierten erfolgreich eingesetzt werden können.

Manche Kinder zappeln während der Impfung, sodass es nicht gelingt, die vollständige Impfstoffdosis zu verabreichen. Muss die Impfung in solchen Fällen wiederholt werden?

Expertenrat: Zu dieser Frage liegen keine standardisierten Untersuchungen vor. Die Entscheidung, ob eine weitere Impfstoffdosis appliziert werden muss, kann rational anhand der applizierten Impfstoffmenge getroffen werden.

Wurde nur eine Spur der Suspension nicht verabreicht, kann man davon ausgehen, dass dies den Impferfolg nicht beeinträchtigt. Wurde jedoch eine größere Impfstoffmenge nicht appliziert, kann dies den Impferfolg gefährden.

Das sichere Vorgehen wäre in diesem Fall, nach ca. vier Wochen noch einmal zu impfen. Alternativ kann der Impferfolg per Antikörpertiter-Bestimmung überprüft werden. Bei bestimmten Impfungen, etwa mit konjugiertem Meningokokken-C-Impfstoff, ist der Nachweis allerdings sehr aufwendig und wird nur von wenigen spezialisierten Labors angeboten.

Virosomale Impfstoffe gegen Grippe ahmen die natürliche Infektion nach und stellen somit eine neue Generation von Vakzinen dar.

Virosomale Impfstoffe gegen Grippe ahmen die natürliche Infektion nach und stellen somit eine neue Generation von Vakzinen dar.

Wie sollte ich bei Patienten vorgehen, die sich jetzt zur zweiten oder dritten FSME-Impfung vorstellen, nachdem sie im Frühjahr geimpft wurden?

Expertenrat: Aufgrund des Ungleichgewichts von Angebot und Nachfrage kann es nach wie vor schwierig sein, ausreichende Mengen an FSME-Impfstoff zu erhalten. Für die Praxis empfiehlt sich folgendes Vorgehen: Zunächst sollte das Expositionsrisiko abgeschätzt werden; wer ein konkretes Risiko hat, sollte mindestens zwei Impfungen haben bzw. die zweite Impfung erhalten.

Liegt die erste Impfung weniger als ein Jahr zurück, sollte die zweite Impfung erfolgen und die dritte dann gemäß Grundimmunisierungsschema. Mit zwei Impfdosen können Serokonversionsraten von über 90 % erzielt und ein auffrischbarer Impfschutz gewährleistet werden. Bei niedrigem Expositionsrisiko oder nach vollständiger Grundimmunisierung sollte die Impfung derzeit zurückgestellt werden, sofern die letzte Impfung nicht länger als drei Jahre zurückliegt.

Mehr Informationen über das vom Paul-Ehrlich-Institut und den Impfstoffherstellern erstellte Impfschema finden Sie unter der Internetadresse unter www.pei.de.
 

Ältere Menschen gleichzeitig gegen Grippe und Pneumokokken impfen!

Menschen über 60 Jahre zählen zu den Risikogruppen, bei denen eine Influenzainfektion oft besonders schwer, unter Umständen sogar lebensbedrohlich verlaufen kann. Doch ältere Menschen reagieren oft nicht ausreichend auf herkömmliche Impfstoffe – welche Alternative gibt es? Und: Eine einfache Möglichkeit, die Akzeptanz der Pneumokokkenimpfung zu erhöhen, bietet die Kombination mit der Grippe­impfung.

Wenn bei älteren Patienten eine Grippeimpfung ansteht – sollte dann grundsätzlich ein adjuvantierter Impfstoff verwendet werden?

Expertenrat: Bei älteren Menschen fällt die Immunantwort oft schwächer aus als in jüngeren Jahren. Aus der Literatur weiß man, dass bei Älteren mit einer Einzeldosis herkömmlicher Grippeimpfstoffe nicht in jedem Fall schützende Antikörper-Titer erzielt werden.2 Um bei dieser Altersgruppe die Immun­antwort zu verbessern, wurden mit Adjuvanzien verstärkte Impfstoffe entwickelt.

Als Wirkungsverstärker können zum Beispiel Virosomen verwendet werden. Studien haben gezeigt, dass Virosomen aufgrund ihrer biologischen Wirkung sehr gut verträglich sind.3

Können ältere Menschen gleichzeitig gegen Grippe und gegen Pneumokokken geimpft werden?

Expertenrat: Gemäß den STIKO-Empfehlungen sollten alle Personen über 60 Jahre regelmäßig gegen Grippe und gegen Pneumokokken geimpft werden, da beide Erreger Erkrankungen auslösen, die in dieser Altersgruppe mit einem erhöhten Sterberisiko einhergehen.

Die Grippeimpfung wird jährlich im Herbst mit der aktuellen, von der WHO festgelegten Antigenkombination vorgenommen, die Pneumokokken-Impfung mit einem Polysaccharid-Impfstoff wird alle sechs Jahre wiederholt.

Da es sich bei beiden Vakzinen um Totimpfstoffe handelt, spricht laut STIKO nichts dagegen, sie simultan zu verabreichen; allerdings sollte die Applikation an verschiedenen Gliedmaßen erfolgen.

1 Zuccotti et al., Acta Paediatr 2002; 91; 486–487
2 Beyer WEP et al., Antibody induction by influenza vaccines in the elderly – a review of the literature. Vaccine 1989, 7: 385–394
3 Moser C et al., Virosomal adjuvanted antigen delivery systems. Expert Re. Vaccines 2003; 2: 89–96

    

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