Freitag, 29. Mai 2015

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02.02.2003
Von: ara
Artikel Nummer: 4900
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Putzfrau fand die Blutungsquelle

Gleich mit zwei Fällen mysteriöser Makrohämaturien wurden kanadische Kollegen konfrontiert. Beide Male handelte es sich um Krankenschwestern, und beide Male fand sich zunächst keine Ursache der Blutungen.


Als die eine der beiden Frauen zu den Urologen des St. Michael's Hospital in Toronto kam, hatte sie bereits eine Odyssee durch vier verschiedene Krankenhäuser hinter sich. Immer wieder habe sie Blut im Urin und rezidivierende Harnwegsinfektionen gehabt und zahllose Antibiotika und Transfusionen erhalten, berichtete die 29-Jährige den Ärzten. Die machten sich erneut auf die urologisch-nephrologische Pirsch, fanden aber zunächst nur Normalbefunde.

 

 

Ähnlich erging es den Kollegen auch bei der anderen Patientin, einer 48 Jahre alten Krankenschwester. Seit 30 Jahren hatte die Frau immer wieder Blut im Urin, wobei die Blutverluste so massiv waren, dass sie im Laufe der Zeit über 1000 Erythrozytenkonzentrate benötigte. In der Annahme, ein renales Hämangiom sei für die Blutungen verantwortlich, hatte man ihr sogar eine Niere entfernt. Doch der Befund des Pathologen war völlig normal gewesen. Fünf Wochen lang stellten die Kollegen aus Toronto die Dame diagnostisch auf den Kopf - vergeblich, kein Anhalt für eine Blutungsquelle. In beiden Fällen keimte schließlich ein böser Verdacht: Münchhausen-Syndrom! Damit konfrontiert, stritten die beiden Krankenschwestern allerdings alles ab. Auch der Psychiater vermochte keinen Anhalt für ein Selbstverschulden zu finden.

Kanülen unter der Matratze

Dann aber half Kommissar Zufall den zerknirschten Urologen weiter. Reinigungspersonal entdeckte unter der Matratze der jüngeren Patientin Venen- und Harnwegskatheter. Im Zimmer der älteren stießen Krankenschwestern auf Nadeln, Spritzen und Katheter. Offenbar hatten sich also beide Frauen regelmäßig Blut abgezapft, in die Blase injiziert und damit die Makrohämaturien bzw. Harnwegsinfektionen selbst induziert.

 

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