Freitag, 27. März 2015

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08.05.2009
Von: bg
Artikel Nummer: 13935
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Ein weiteres Mosaik-Steinchen für eine antitumorale Wirkung des Bisphosphonats

Zoledronsäure sofort zur adjuvanten Therapie mit Letrozol verabreicht, schützt Brustkrebspatientinnen nicht nur vor einem Verlust der Knochenmineraldichte. Das Bisphosphonat verlängert auch das krankheitsfreie Überleben signifikant, zeigen die 36-Monats-Daten der ZO-FAST-Studie.


An der internationalen randomisierten ZO-FAST-Studie* nahmen 1065 postmenopausale Brustkrebspatientinnen mit einem hormonsensiblen primären Mammakarzinom (Stadien I–IIIa) teil.

In Studienarm 1 erhielten die Patientinnen den Aromatasehemmer Letrozol sofort mit dem Bisphosphonat Zoledronsäure 4 mg alle sechs Monate (Upfront-Gruppe). In Studienarm 2 wurde Zoledronsäure erst dann zusätzlich verabreicht, wenn die Patientinnen unter der Therapie mit dem Aromatasehemmer einen erniedrigten T-Score in der Lendenwirbelsäule oder Hüfte von unter -2,0 aufwiesen oder eine nichttraumatische Fraktur eingetreten war (Delayed-Gruppe). Die Behandlungsdauer betrug fünf Jahre.

Upfront-Arm: Zunahme der Knochendichte

Der primäre Endpunkt war die prozentuale Veränderung der Knochenmineraldichte. Nach 36 Monaten konnte bei den Patientinnen in der Upfront-Gruppe ein Anstieg der Knochenmineraldichte an der Lendenwirbelsäule von 4,39 % registriert werden, bei den Patientinnen in der Delayed-Gruppe hingegen wurde ein Verlust der Knochendichte von 4,9 % dokumentiert – „diese Differenz von 9 % ist statistisch hochsignifikant mit einem
p-Wert von 0,0001“, unterstreicht Dr. Holger Eidtmann von der Universitäts-Frauenklinik in Kiel.

Ein statistisch hochsignifikanter Unterschied von 5,5 % fand sich auch bei der Knochenmineraldichte an der Hüfte: +1,89 % in der Upfront-Gruppe und -3,52 % in der Delayed-Gruppe. „Während des Follow-ups konnte in den Jahren 1, 2 und 3 eine kontinuierliche Zunahme der Differenz an der Lendenwirbelsäule und an der Hüfte beobachtet werden“, berichtet Dr. Eidtmann.

Beim sekundären Endpunkt, der Frakturrate, zeigte sich kein signifikanter Unterschied. In der Upfront-Gruppe erlitten 26 Patientinnen (5 %), in der Delayed-Gruppe 32 Patientinnen (6 %) eine Fraktur. Davon wurden 4,6 bzw. 4,9 % klinisch festgestellt und 0,6 bzw. 1,5 % nur radiologisch detektiert „Wahrscheinlich ist es noch zu früh, um einen Unterschied in der Frakturrate bei diesen noch relativ jungen Patientinnen zu finden“, meint der gynäkologische Onkologe. In der Upfront-Gruppe liegt das durchschnittliche Alter der Patientinnen bei 57 Jahren, in der Delayed-Gruppe bei 58 Jahren.

Rezidivrisiko um 40 % reduziert

Ein weiterer sekundärer Endpunkt war das krankheitsfreie Überleben. In der Upfront-Gruppe wurden 26 Ereignisse, in der Delayed-Gruppe 43 Ereignisse dokumentiert (HR 0,588, p = 0,0314). „Zole­dronsäure von Anfang an verabreicht, reduzierte das Rezidivrisiko um 40 %“, betont Dr. Eidtmann. Ein Lokalrezidiv trat bei zwei Patientinnen in der Upfront-Gruppe und bei zehn Patientinnen in der Delayed-Gruppe auf, Fernmetastasen entwickelten 20 bzw. 30 Patientinnen (krankheitsfreie Überlebensrate: Delayed-Gruppe 8,1 %, Upfront-Gruppe 4,9 %, p = 0,0314).

Die Therapie wurde gut vertragen. Über Kopfschmerzen, Fieber und grippeähnliche Symptome berichteten mehr Patientinnen in der Upfront-Gruppe und über Rückenschmerzen und Gewichtszunahme mehr Patientinnen in der Delayed-Gruppe. Nierenkomplikationen, die nicht mit der Medikation in Zusammenhang gebracht werden konnten, wurden bei vier Patientinnen beobachtet, davon bei drei Patientinnen in der Delayed-Gruppe. Eine Kiefernekrose trat bei einer einzigen Patientin in der Upfront-Gruppe auf, sie hatte sechs Dosen Zolendronsäure erhalten, so Dr. Eidtmann.

Antitumoraler Effekt: Die Evidenz wächst

Sein Fazit: Zoledronsäure von Anfang an zur adjuvanten Therapie mit Letrozol verabreicht, schützt Patientinnen mit einem hormonsensiblen primären Mammakarzinom vor einem Verlust der Knochenmineraldichte. Mit der Upfront-Gabe von Zole­dronsäure konnte das krankheitsfreie Überleben signifikant verbessert werden.

„Die Ergebnisse dieser Studie tragen zu der wachsenden Evidenz bei, dass Zoledronsäure wahrscheinlich einen anitumoralen Effekt besitzt und das krankheitsfreie Überleben von Patientinnen mit primärem Mammakarzinom verlängern kann.“
* ZOmeta-Femara Adjuvant Synergy Trial

 

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