Donnerstag, 24. April 2014

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23.10.1998
Artikel Nummer: 5644
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Kann das ein Kortison-Kater sein?

Frage von Dr. R. Brecht, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Quedlinburg:
Ich behandle einen 43jährigen Patienten, der vom Dermatologen wegen eines Pemphigus mit Aphthen im Mundbereich zehn Jahre lang 8mg Urbason® pro Tag verordnet bekam. Vor einem halben Jahr wurde das Medikament abgesetzt. Seither sind zwar keine Aphthen mehr aufgetreten, der Patient klagt jedoch über massive Gelenkbeschwerden bzw. Schmerzen im Bereich der Muskulatur von Oberarmen und Oberschenkeln, die auch nachts auftreten. Alle Laborwerte einschließlich Rheumaparameter lagen im Normbereich, eine Osteoporose konnte röntgenologisch und sonographisch ausgeschlossen werden. Äußerlich sind Muskeln und Gelenke unauffällig, keine Schwellung, keine Rötung, keine Überwärmung bei freier Beweglichkeit. Was könnte die Ursache sein?


Antwort von Dr. Hans Rautenstrauch, Internist, Rheumatologe, Esslingen:
Ein Medikamenten-(Kortison-)Entzug als Ursache der Beschwerden scheidet in diesem Fall aus, da die Symptome nicht so lange Zeit anhalten. Sechs Monate nach Absetzen der Steroide ist es offenbar nicht zu einem Rezidiv des Pemphigus gekommen, bei dem Patienten bestehen keine Haut- und Schleimhautveränderungen mehr. Bei normalen Labor-, Röntgen- und Sonographiebefunden ist bei diffusen Gelenk- und Muskelschmerzen in Verbindung mit Schlafstörungen in erster Linie an eine generalisierte Tendomyopathie (syn. Fibromyalgie) zu denken.

 

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