Mittwoch, 23. April 2014

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Das HI-Virus misst etwa 100 nm im Durchmesser.

17.07.2012
Von: Dr. Stefanie Kronenberger, Foto: thinkstock
Artikel Nummer: 19679
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Können wir HIV ausrotten?

Modellrechnungen suggerieren dass Kondome, viruzide Gels, Zirkumzision, und PreP der HIV-Krankheit langfristig den Garaus machen könnten.


Die jährlichen Neuinfektionsraten mit HIV scheinen tendenziell rückläufig: von 3,1 Millionen im Jahr 1999 auf 2,6 Millionen im Jahr 2009. Um diese Entwicklung voranzutreiben muss die Prävention weiter verbessert werden.


Hierzu gibt es zwei Strategien:

  • Die Verhütung der Ansteckung, indem man Nichtinfizierte vorbeugend behandelt oder anderweitig schützt. Und
  • das Verhindern der Übertragung: HIV-Infizierte werden therapiert und so deren Kontagiosität gemindert.


Der Schutz von Nichtinfizierten umfasst die Benutzung von Kondomen und sterilen Injektionsbestecken. Besonders effektiv sind bei viralen Infekten Impfungen, erklären Dr. Mathieu Rougemont und Professor Dr. Bernard Hirschel von der Abteilung für Infektiologie der Universitätsklinik Genf im „Schweizerischen Medizinischen Forum“. Getestet werden außerdem viruzide Gels, die bei Geschlechtsverkehr lokal appliziert werden. Sie stoßen auf höhere Akzeptanz als Kondome. Leider geht diese Methode, z.B. durch Einsatz von Tenofovir vor und nach dem Koitus, nur mit einer Reduktion der Neuinfektionen um 39 % einher.

Zirkumzision schützt vor HIV

Die Zirkumzision dagegen ist eine kostengünstige und langfristig effektive Maßnahme. Sie bietet etwa 70 %igen Schutz und wird im südlichen Afrika erfolgreich im Kampf gegen HIV eingesetzt. Wirksam ist auch die postexpositionelle Prophylaxe mit vierwöchiger antiretroviraler Therapie nach Exposition. Dieses Verfahren wird z.B. bei Personal im Gesundheitswesen angewandt.

Eindeutig wirksam im Sinne der Ansteckungsprävention ist die Therapie seropositiver Patienten. So wurde in mehreren Studien mit serodiskordanten Paaren das Übertragungsrisiko auf den HIV-negativen Partner auf 0 gesenkt, sobald die Virämie unter 400 Kopien/ml sank. Damit sind die Vorteile einer frühzeitigen ART für die Partner der Infizierten eindeutig.

Ist das Ende von HIV in Sicht?

Es gibt mathematische Modelle, die mit breitem Screening und früher Behandlung, das Ende der HIV-Epidemie in Afrika voraussagen. Allerdings ist nicht klar, ob diese „Test and Treat“-Strategie in der Bevölkerung akzeptiert wird. Möglicherweise stößt das Vorgehen aus Angst vor Stigmatisierung auf Ablehnung. Fraglich ist zudem, ob die begrenzten Ressourcen in den betroffenen Ländern dieses Vorgehen überhaupt erlauben. Auch darf man von asymptomatischen Patienten nicht zu viel hinsichtlich einer Compliance erwarten.  


Quelle: Mathieu Rougemont et al., Schweiz Med Forum 2012; 12: 343-346

 

 

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