Sonntag, 21. September 2014

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Können probiotische Lebensmittel auch schaden?

Können probiotische Lebensmittel auch schaden?

29.11.2011
Von: Dr. Dorothea Ranft, Foto: thinkstock
Artikel Nummer: 18526
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Leberabszess durch Laktobazillen

Eine Therapie mit Probiotika wurde einer 82-Jährigen zum Verhängnis: Sie entwickelte einen Leberabszess mit Laktobazillen.


Wegen einer Clostridien-Diarrhö war die hypertensive und terminal niereninsuffiziente Diabetikerin mit Metronidazol und Laktobazillen behandelt worden. Wegen allgemeiner Schwäche, Fieber und Erbrechen stellte sie sich erneut in der Klinik vor. Durchfälle hatte sie keine. Im Röntgen-Thorax fiel ein Zwerchfellhochstand rechts auf, das CT zeigte ein hyperdenses Areal im rechten Leberlappen, aus dem purulente Flüssigkeit aspiriert werden konnte.

Können Probiotika der Leber schaden?

Aus Blut und Abszess ließen sich Laktobazillen isolieren. Diese Keime wurden auch bisher schon in Einzelfällen mit Leberabzessen in Verbindung gebracht, außerdem mit Endokarditis, Pyelonephritis, Neugeborenenmeningitis und Kariesprogression.


Als Risikofaktoren gelten neben Diabetes und terminaler Niereninsuffizienz Immunsuppression, M. Crohn und chronische Pankreatitis. Allerdings konnte eine ursächliche Rolle der Probiotika bisher in keinem  Fall gesichert werden, berichtete ein US-Kollege auf dem amerikanischen Gastroenterologenkongress.

 

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