Samstag, 27. August 2016

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Gezielte Probiotika können vermutlich Diabetes Typ-1 verhindern.

Gezielte Probiotika können vermutlich Diabetes Typ-1 verhindern.

11.01.2016
Von: Tobias Stolzenberg; Foto: thinkstock
Artikel Nummer: 25201
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Mikrobenpower gegen Typ-1-Diabetes

Typ-1-Diabetes kann durch bestimmte Bakterien verhindert werden. Darauf hin deutet eine Kohortenstudie, bei der probiotische Nahrung zwei drittel der Risikopatienten vor Ausbrechen der Krankheit schützen konnte.


Erhalten Neugeborene mit einem hohen genetischen Risiko für Typ-1-Diabetes Probiotika, haben sie sehr gute Chancen, später von der Zuckerkrankheit verschont zu bleiben. Darauf deuten aktuelle Ergebnisse einer seit 2004 laufenden Untersuchung mit fast 7500 Teilnehmern aus den USA, Finnland, Deutschland und Schweden hin. In der Kohortenstudie werden Kinder mit hohem Diabetesrisiko von der Geburt bis ins Grundschulalter hinein beobachtet.

Bei der Analyse der bisherigen Daten zeigte sich, dass lediglich Kinder mit dem Hochrisiko-Genotyp HLA DR3/4 von der probiotischen Nahrung profitierten – und auch nur, wenn die gefährdeten Kinder die schützenden Mikroben in den ersten 27 Lebenstagen verabreicht bekamen.

Bislang keine Therapie-Empfehlung

Dann aber hatten diese Neugeborenen für ihr späteres Leben ein um 60 % verringertes Risiko, die drohende Inselzell-Autoimmunität zu entwickeln. Lactobacillus, Bifidobacterium und Co. zeigten hingegen keinerlei präventive Wirkung, wenn die Babys nach den ersten vier Lebenswochen damit gefüttert worden waren.

Diese Erkenntnisse haben vorerst aber keine Konsequenzen für aktuelle Ernährungsempfehlungen, so die Autoren der Studie. In einem begleitenden Editorial vermutet Professor Dr. George M. Weinstock vom Jackson Laboratory for Genomic Medicine in Framington, dass sich durch eine frühzeitige Probiotikagabe präventiv Einfluss auf immunologische Prozesse bei Kindern mit erhöhtem Risiko für Typ-1-Diabetes nehmen ließe. Der Experte ist davon überzeugt, dass die Interaktion zwischen Darmflora und Immunsystem die Medizin künftig stark beeinflussen werde.

Quellen:
Ulla Uusitalo et al., JAMA Pediatr. 2016; 170(1):20-28. doi: 10.1001/jamapediatrics.2015.2757
George M. Weinstock, JAMA Pediatr. 2016; 170(1):11-11. doi: 10.1001/jamapediatrics.2015.3246

 

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