Mini-Tumor braucht oft keine Therapie
Papilläre Schilddrüsenkarzinome nehmen immer mehr zu. Doch in vielen Fällen kann man auf eine Therapie verzichten.
Weltweit steigt die Inzidenz an Schilddrüsenkarzinomen. Ein möglicher Grund ist die Zunahme externer Bestrahlungen, erklärte Professor Dr. Peter Goretzki von der Chirurgischen Klinik I am Lukaskrankenhaus in Neuss auf der Medica. In seinem eigenen Patientengut liegt die Rate zufällig entdeckter Malignome inzwischen bei 5 bis 15 %.
Nachresektion bie Schilddrüsenmalignomen oft nicht nötig
60 % aller Schilddrüsenmalignome sind papillärer Natur und bei 40 % davon handelt es sich um Mikrokarzinome (< 1 cm). Und diese Tumoren haben vielfach eine exzellente Prognose. Japanische Kollegen beobachteten 640 Patienten länger als zehn Jahre – ohne sie zu behandeln. „Ein Vorgehen, was hierzulande ethisch völlig undenkbar wäre“, so Prof. Goretzki.
Aber das Ergebnis überzeugt: Bei keinem Teilnehmer traten Fernmetastasen auf, kein Todesfall war mit dem Tumor assoziiert. Als prognostisch ungünstig gelten größere Tumoren, multilokales Auftreten und infiltratives Wachstum. Diese Kriterien erfordern z.B. Nachresektionen.
Aber ein Zufallsbefund mit klarer Histologie, nicht infiltrativem Wachstum und unilokulärem Befall braucht laut Prof. Goretzki keine weitere Therapie. Auch die Lymphknoten müssen dann nicht reseziert werden, bei prophylaktischer Exzision ist häufiger mit Rezidiven zu rechnen als ohne.







