Dienstag, 02. September 2014

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20.01.2000
Artikel Nummer: 5712
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Mit Sekundenkleber schließen?

Frage von Harm-Gode Pieritz,
Arzt für Allgemeinmedizin,
Bad Soden-Salmünster:

Gerade bei älteren Patienten kann man kleinere Verletzungen der Haut sehr schön mit Histoakrylkleber adaptieren. Die Einmalampullen sind aber sehr teuer. Im Selbstversuch habe ich festgestellt, dass ein handelsüblicher Sekundenkleber genauso wirkt, auch bei schmerzhaften Rhagaden bei chronischem Ekzem. Laut Packung beinhaltet der Kleber Zyanoakrylat. Er ist mehrfach verwendbar (Applikation über 2-ml-Spritze). Kann man ihn auch bei Patienten verwenden oder besteht chemisch ein wesentlicher Unterschied?


Antwort von Professor Dr. Eckart Haneke,
Hautklinik,
Klinikum Wuppertal:

Zyanoakrylatkleber haben sich als Wundkleber seit vielen Jahren bewährt. Nach meiner Kenntnis unterscheidet sich das jetzt erhältliche Dermabond weder chemisch noch in seinen Festigkeitseigenschaften vom handelsüblichen Sekundenkleber. Auch wir haben seit vielen Jahren ausgezeichnete Erfahrungen mit Sekundenkleber bei der Behandlung schmerzhafter Rhagaden bei Hyperkeratosen und bei chronischem Ekzem an den Fingerspitzen usw. gemacht.

Die sehr teuren Einmalampullen haben den Sinn, eine Kontamination der Wunde und vor allen Dingen die Übertragung einer möglichen Infektion von einem Patienten zum anderen zu verhindern. Obwohl man also sowohl aus chemischer als auch "handwerklicher" Sicht Sekundenkleber ebenso gut benutzen könnte, verbietet sich die Anwendung in der ärztlichen Praxis aus hygienischen Gründen. Auch wenn mir bisher kein einziger Fall einer Infektion unter Sekundenkleber bekannt geworden ist, muss man bedenken, dass der Arzt, wenn er Sekundenkleber beim Patienten anstelle einer Naht anwendet, auch bei einer von ihm nicht verschuldeten Wundheilungsstörung Schwierigkeiten in der Beweisführung haben dürfte.

 

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