Samstag, 01. Oktober 2016

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Mumps - Kein lebenslanger Schutz trotz Impfung?

Mumps - Kein lebenslanger Schutz trotz Impfung?

19.01.2013
Von: Maria Weiß, Foto: Center of Disease Control
Artikel Nummer: 20449
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Mumps-Impfung schützt nicht vollständig

Auch eine Impfung bietet keinen vollständigen Schutz vor einer Mumpsinfektion. Dies zeigt ein kleiner Ausbruch unter jüdischen Teen­agern.


Innerhalb eines Jahres erkrankten in New York und New Jersey rund 3500 Personen an Mumps – obwohl die meisten geimpft waren. Albert E. Barskey und seine Kollegen von entsprechenden Kontrollinstanzen versuchten den Gründen dieses Ausbruches auf die Spur zu kommen.

Enger Kontakt zu Mumps-Kranken begünstigt Infektion

Auffällig war, dass es sich bei den Infizierten überwiegend um orthodoxe Juden, zumeist männliche Jugendliche, handelte. Als Index-Patient wurde ein Elfjähriger ausgemacht, der sich in Großbritannien angesteckt hatte. Danach war er in einem Sommercamp für jüdische Jungen und gab das Virus weiter.


Als Gemeinsamkeit fanden die Forscher die Ausbildung der Jungen in Talmudschulen. Hier verbringen die Schüler bis zu 15 Stunden am Tag. Jeweils zwei sitzen sich als „Chavrusa“ gegenüber und diskutieren religiöse Texte. Da Mumps über Tröpfchen übertragen wird, sind das ideale Bedingungen für eine Infektionsausbreitung.


Die Autoren vermuten, dass in dieser engen „Face-to-Face-Situation“ der Immunschutz durch den Virenansturm überfordert war. Auch zu Hause haben die infizierten Jungen die Viren weitergegeben. Begünstigt wurde dies durch den Kinderreichtum orthodoxer jüdischer Familien.

Mumps: Schwere Komplikationen bis hin zur Taubheit

Auch wenn der Schutz nicht 100%ig ist, besteht kein Grund, auf die Mumps­impfung zu verzichten, betonen die Autoren. So wurde auch bei diesem Ausbruch deutlich, dass mit Mumps nicht zu spaßen ist: 120 Patienten erkrankten an einer schmerzhaften Orchitis und 16 mussten stationär behandelt werden. In sechs Fällen kam es zu einer Meningitis, in fünf zu einer Oophoritis und in vier zu einer Pankreatitis – drei Kinder ertaubten.

Albert E. Barskey et al., N. Engl J Med 2012; 367: 1704-1713

 

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