Praktisch für Ältere und Diabetiker
Frage von Dr. Wolfgang Grebe,
Internist,
Frankenberg:
Ich setze bei meinen Hypertonikern gerne Cynt® ein, weil das Medikament aus meiner Erfahrung sehr gut vertragen wird. Gibt es denn Patienten, für die der zentrale Wirkansatz besondere Vorteile hat?
Antwort von Professor Dr. Reinhard Fünfstück,
Medizinische Universitätsklinik,
Jena:
Die Bedeutung des erhöhten Sympathikotonus in der Genese der Hypertonie ist seit langem bekannt. Wir wissen auch, wie bedeutsam Interaktionen eines erhöhten Sympathikotonus mit anderen vasopressorischen Systemen sind. Daher ist es sinnvoll, den Sympathikus zentral zu dämpfen, da das sympathische Nervensystem eine wesentliche Rolle in der Herz-Kreislauf-Regulation spielt und bei vielen Patienten für die Entwicklung einer kardiovaskulären Morbidität und Mortalität mitverantwortlich ist. Durch den zentralen Angriffspunkt von Moxonidin am Imidazolin-Rezeptor ergibt sich ferner eine praktikable Kombinationsmöglichkeit mit weiteren blutdrucksenkenden Substanzen wie z.B. den Diuretika, ACE-Hemmern oder Angiotensin-II-Rezeptorantagonisten und Kalziumantagonisten.
Moxonidin gilt für mich als eine Substanz, die zu den Basistherapeutika in der Behandlung der Hypertonie zählt. Folgende Gründe sind dabei entscheidend:
1. Der periphere Widerstand wird deutlich verringert, es wird eine effektive und gut verträgliche Blutdrucksenkung erzielt.
2. Die Sympathikusaktivität wird gesenkt, wodurch eine Verbesserung der elektrischen Stabilität am Herzen erreicht wird.
3. Eine Beeinflussung von Triglyzeriden und Cholesterin liegt meines Erachtens nicht vor, da Moxonidin weitestgehend stoffwechselneutral ist.
4. Es gibt Hinweise, dass die Glukoseaufnahme in die Muskulatur begünstigt und damit die Insulinresistenz reduziert wird.
Ein erhöhter Blutdruck und eine diabetische Stoffwechselsituation tragen ganz wesentlich zur endothelialen Dysfunktion und damit zur Gefäßschädigung bei. Auf diese Weise werden latente Erkrankungen im Herz-Kreislauf-System und Funktionsstörungen der Nieren manifest bzw. potenzieren sich in ihren negativen Auswirkungen. Deshalb ist es wichtig, dass sowohl der Diabetes mellitus optimal eingestellt wird als auch die erhöhten Blutdruckwerte effizient auf Zielwerte um 120/80 mmHg gesenkt werden.
Antihypertensive Substanzen haben oft eine ganze Reihe von Nebenwirkungen, die sich insbesondere auf vorbestehende Störungen des Stoffwechsels auswirken. Vor allem bei Patienten mit Diabetes mellitus und bei älteren Patienten mit nachgewiesener Insulinresistenz sind Medikamente indiziert, die metabolisch weitestgehend inert sind. Hier haben wir mit Moxonidin eine effiziente Substanz, die den Blutdruck senkt und durch eine weitgehende Stoffwechselneutralität metabolische Störungen nicht noch zusätzlich kompliziert.




