Donnerstag, 05. Mai 2016

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Da Spenderorgane knapp sind, wird nach anderen Möglichkeiten gesucht.

28.04.2016
Von: Dr. Carola Gessner, Foto: fotolia, Alexander Raths
Artikel Nummer: 25545
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Niere selbst nach Organversagen transplantierbar

Wenn der potenzielle Spender vor seinem Tod ein akutes Nierenversagen (ANV) erleidet, kann man das Organ doch nicht mehr verpflanzen – denkt man spontan. Und irrt sich damit.


Insgesamt 33 Patienten, die in die retrospektive Fallkontrollstudie einbezogen wurden, hatten eine „angeschlagene“ Niere mit ANV des Spenders erhalten. In der Mehrzahl wiesen die Organe vor dem Tod des Spenders einen GFR-Verlust > 50 % auf, etwa jedes dritte sogar eine Funktionseinbuße > 75 %, wie Matthias Jung und Kollegen von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg bei ihrer Posterpräsentation berichteten.

 

Als Kontrollkollektiv dienten 65 Organempfänger, die eine reguläre, fitte Niere erhalten hatten. In den ersten Wochen nach Transplantation, so zeigten die Analysen, mussten in der Gruppe der 33 Fall-Patienten häufiger Dialysen vorgenommen werden. Unterschiede im Serumkreatininverlauf waren nur in den ersten 14 Tagen postoperativ signifikant. Nach einem Jahr ließen sich im Hinblick auf Transplantatfunktion und Patientenüberleben keine Differenzen zwischen beiden Kollektiven feststellen.

Ein gute Option angesichts der Organknappheit

Angesichts der chronischen allgemeinen Organknappheit suchen Transplanteure fieberhaft nach verschiedenen Möglichkeiten, mehr terminal Nierenkranke adäquat zu versorgen. Ob ANV-Nieren unbesorgt genutzt werden, darüber herrscht bislang Uneinigkeit. Die aktuell vorgestellten hervorragenden mittelfristigen Daten, so lautet das Resümee der Studienautoren, sprechen jedenfalls dafür.

 

Quelle: 122. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin

 

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