Donnerstag, 30. Juli 2015

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COPD-Verdacht bei normaler Lufu?

COPD-Verdacht bei normaler Lufu?

10.10.2011
Von: Maria Weiß, Foto: thinkstock
Artikel Nummer: 17959
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Lufu ohne Befund - aber schweres Emphysem

Der Schweregrad einer COPD wird vor allem nach der Einsekunden-Kapazität (FEV 1) bemessen. Es kann jedoch ein schweres Emphysem vorliegen, auch wenn der FEV 1- Wert völlig normal ist.


Drei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), die im Lungenfunktionstest eine nahezu normale bis hochnormale FEV1 aufweisen, stellte Dr. Sabine Becker von den Asklepios-Fachkliniken München-Gauting vor*.


Im ersten Fall handelte es sich um einen 76-jährigen Patienten, der bis zu seinem 61. Lebensjahr 30 - 40 Zigaretten pro Tag geraucht hatte und jetzt über Belastungsdyspnoe sogar beim Waschen klagte. In der Lufu wies er eine FEV1 von 96 % auf - das CT zeigte aber ein ausgedehntes globales Lungenemphysem und die Blutgasanalyse ein PaO2 von 68 mmHg.

Normale Einsekundenkapazität schließt Lungenemphysem nicht aus

Der zweite Patient, ein 32-jähriger bis vor kurzem starker Raucher, klagte über Atemnot bei „längerer Belastung“. Sein FEV1-Wert betrug 110 % - sein PaO2 72 mmHg. Das CT zeigte massive Emphysemblasen in beiden Oberlappen. 

COPD-Verdacht bei normaler Lufu verlangt Bildgebung und Blutgasanalyse

Der dritte, ein 59-jähriger Exraucher, hatte einen FEV1-Wert von 109 % - aber eine deutliche Hypoxämie in der Blutgasanalyse und eine Belastungsdyspnoe bei geringster Bewegung. Auch hier war ein oberlappenbetontes grob bullöses Emphysem nachweisbar.

 

Die Fälle zeigen, dass ein normaler FEV1-Wert ein schweres Emphysem, vor allem in den Lungenoberlappen, keinesfalls ausschließt. Bleibt also trotz normaler Spirometrie der klinische Verdacht auf eine COPD bestehen, müssen zwingend Blutgasanalyse und Bildgebung erfolgen.

* 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin

 

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