Mittwoch, 03. September 2014

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Miktionsstörungen stellen eine häufige Komplikation bei Diabetes dar

05.01.2012
Von: Dr. Dorothea Ranft; Foto: Bilderbox
Artikel Nummer: 18669
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Diabetes - Doppelmiktion gegen Restharn

Eine Diabetikerin hat dauernd Harnwegsinfekte? Dann sollten Sie auch nach einer autonomen Neuropathie fahnden.


Oft kommt man urogenitalen Nervenschäden nur mit einer subtilen Anamnese auf die Spur. Denn viele Patienten weisen gar keine oder nur geringfügige Symptome auf.


Unkomplizierte Harnwegsinfekte werden bei Diabetikern genauso behandelt wie bei Patienten ohne Stoffwechselstörung, heißt in der Leitlinie „Polyneuropathie bei Diabetes im Erwachsenenalter“. Komplizierte Infekte hingegen müssen mindestens sieben Tage lang behandelt werden. Dies gilt zum Beispiel, wenn der Patient eine instabile Stoffwechsellage aufweist oder bereits unter Folgekrankheiten des Diabetes leidet.

Nach festem Zeitplan zur Toilette gehen

Bei Miktionsstörungen kann als Erstmaßnahme gegen zu viel Restharn eventuell schon ein ein geändertes Entleerungsverhalten helfen, indem der Patient zum Beispiel nach der Uhr statt nach „Bedarf“ miktioniert (timed voiding). Eine andere Möglichkeit: Innerhalb kurzer Zeit zweimal hintereinander Urin lassen (double voiding).

Medikamente entspannen den Detrusor

In der medikamentösen Behandlung des hypokontraktilen Detrusors mit Restharn sollten Parasympathomimetika nicht als Monotherapie eingesetzt werden, raten die Leitlinienautoren. Besteht gleichzeitig eine Prostatahyperplasie, empfehlen sie als Mittel der ersten Wahl selektive Alpha-1-Blocker, sofern keine orthostatische Hypotonie vorliegt (Restharnkontrolle).


Bei klinisch relevanter Obstruktion infolge einer BPH kommt auch Finasterid infrage. Patienten mit überaktiver Blase können bei diabetischer Zystopathie von einer anticholinergen Therapie profitieren, ebenfalls unter sorgfältiger Restharnkontrolle.


 

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