Donnerstag, 24. Juli 2014

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05.04.2003
Von: MH
Artikel Nummer: 2954
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Laktobazillen bringen den Darm ins Gleichgewicht

Viele Patienten schwören auf Probiotika. Doch wie weit sind ihre günstigen Effekt auch wissenschaflich belegt?


Als Probiotika gelten "definierte lebende Mikroorganismen, die in ausreichender Menge und aktiver Form in den Darm gelangen und hierbei positive gesundheitliche Wirkungen erzielen"*. Herkömmlichen Joghurtkulturen wird schon im oberen Magen-Darm-Trakt von Magensäuren und Gallensalzen der Garaus gemacht. Einige Lactobacillus-Stämme aber überstehen diese Torturen lebend. Dazu zählen u.a. L. casei Shirota (Yakult®), L. johnsonii La1 (LC1-Joghurt), L. rhamnosus GG (Emmifit) und L. casei DN-114001 (Actimel), erklärte Professor Dr. Heinrich Kasper aus Würzburg auf dem Fortbildungsforum Medizin aktuell. Bereits seit den 30er Jahren wird Lactobacillus casei Shirota zur Herstellung eines fermentierten Getränks verwendet. Andere Stämme wurden in den 90er Jahren entwickelt, und ihre Wirksamkeit in Doppelblindstudien aufgezeigt. So erreichte man mit L. casei Shirota bei 70 Obstipierten bereits ab der zweiten Woche signifikante Verbesserungen von Stuhlfrequenz und -konsistenz.

 

 

L. casei Shirota und andere Probiotika bewirken zudem eine deutliche Abnahme z.B. von Clostridien und Bacterioides-Spezies. Sie schützen vor einer Rotaviren-Enteritis sowie vor Durchfällen durch Clostridium difficile nach Antibiotikatherapie. Bei Helicobacter-pylori-Patienten verringern sie die Keimzahl, und die Eradikation wird besser vertragen. In einer zwölfmonatigen Studie blieben 15 von 20 Patienten mit Colitis ulcerosa und 5-ASA-Intoleranz unter probiotischen Bakterienstämme in Remission.

 

 

Die Effekte dürften z.T. auf Verbesserungen der humoralen und zellulären Abwehr zurückzuführen sein, damit in engem Zusammenhang steht die Wirkung bei Allergien. Im Rahmen einer doppelblinden plazebokontrollierten Studie an 27 Kleinkindern mit atopischer Dermatitis und Kuhmilchallergie bewirkte die vierwöchige Zufuhr von Lactobacillus GG einen deutlichen Rückgang von Symptomatik und intestinalen Entzündungsmarkern. Menschen mit Lactoseintoleranz meiden oft alle Milchprodukte. "Dabei werden meist bestimmte fermentierte Milchprodukte gut vertragen. Dazu muss man ausprobieren, welche dies sind,", so Prof. Kasper.

 

*Abschlussbericht der Arbeitsgruppe beim Bundesamt für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, BgVV 1999

 

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