Montag, 28. Juli 2014

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Schützt ASS vor Thrombose-Rezidiv?

Thrombose-Rezidive können durch Aspirin-Einnahme verringert werden.

12.08.2012
Von: Dr. Carola Gessner, Foto: thinkstock
Artikel Nummer: 19713
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Schützt ASS vor Thrombose-Rezidiv?

Einmal ist keinmal? Das trifft für viele Thromboembolie- Patienten leider nicht zu...


Jeder Fünfte Thrombose-Patient erleidet ein Rezidiv innerhalb von zwei Jahren. Lässt sich dies mit Hilfe von ASS verhindern? Schon 2002 deuteten Forscher der „Antiplatelet Trialists Collaboration“ an, dass sich bei Hochrisikopatienten durch Plättchenhemmung das Thromboserisiko um knapp 40 % senken ließe.

ASS: Senkung des Thrombembolie-Rezidivs um 42%

Nun belegt eine neue italienische Studie (WARFASA) an rund 400 Patienten mit unprovozierter venöser Thromboembolie eine beeindruckende Senkung des Rezidivrisikos durch ASS1. Nach dem Index-Ereignis hatten alle Teilnehmer sechs bis 18 Monate eine orale Antikoagulation erhalten. Anschließend nahmen sie randomisiert entweder 100 mg Acetylsalicylsäure (ASS) täglich oder Placebo ein.


Ein Rezidivereignis erlitten 28 Patienten der ASS-Gruppe, jedoch 43 der Placebogruppe, die jährliche Rezidivrate betrug 6,6 % vs. 11,2 %. Das entspricht einer Reduktion des Rezidivrisikos um 42 %. Andere Arbeiten belegen, dass durch Fortführen der Antikoagulation die Gefahr eines Thromboembolie-Rezidivs um 60 bis 90 % gesenkt werden kann, kommentiert Dr. Richard C. Becker von der Duke University, Durham2.

Antikoagulation: Vor- und Nachteile abwägen

Allerdings muss man bei dieser Therapie auch das Blutungsrisiko einkalkulieren. Unter Dauerantikoagulation ist das Rezidivrisiko niedrig, nach dem Stopp dieser Therapie kann es jedoch beträchtlich steigen, führen die italienischen Studienautoren aus. In der Praxis wird die Antikoagulation beendet, wenn die Nachteile einer fortgeführten Behandlung die Vorteile mehr als wettmachen.


Die aktuelle Arbeit zeigt, dass ASS in diesen Fällen eine therapeutische Alternative darstellen könnte. Die Ergebnisse der australisch-neuseeländischen ASPIRE-Studie zur ASS-Prophylaxe bei mehr als 800 Patienten, die erstmals eine Thromboembolie hatten, werden nun mit Spannung erwartet.


Quelle: 1. Cecilia Becattini et al., N Engl J Med 2012; 366: 1959-1967;
2. Richard C. Becker a.a.O.: 2028-2029

 

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