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Mittwoch, 19. Juni 2013

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21.05.2002
Von: Mü
Artikel Nummer: 2051
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So zuverlässig wie die herkömmliche Dünndarmspiegelung?

Bereits an der vergangenen Digestive Disease Week 2001 hatte die gut zweieinhalb Zentimeter lange und etwas mehr als einen Zentimeter breite drahtlose Endoskopie-Kapsel der israelischen Firma Given Imaging Ltd. für Aufsehen gesorgt. In diesem Jahr wurden gut ein Dutzend Studien präsentiert, in das Kapsel-Endoskop seine Vor- und Nachteile zeigt. Es sieht so aus, dass es für die Diagnostik im Dünndarm brauchbar ist, einige Studien zeigen sogar Vorteile gegenüber der herkömmlichen Spiegelung. Vorteil der konventionellen Enteroskopie bleibt, dass der Untersucher biopsieren kann. Für die Patienten ist das Kapsel-Endoskop verständlicherweise angenehmer.


Die Studie der Arbeitsgruppe um Dr. Demedts Ingrid aus Leuven, Belgien, verglich die Videokapsel-Untersuchung mit der herkömmlichen Dünndarmspiegelung bei unklaren gastrointestinalen Blutungen. An ihr nahmen zehn Patienten teil. Nach nächtlichem Fasten wurden den Patienten die Senosoren mit Pflaster am Bauch befestigt Am Tag drauf und mit dem Empfänger verbunden. Dann wurde die Kapsel mit etwas Wasser geschluckt. Die natürliche Peristaltik bewegt die Kapsel innert einiger Stunden durch den Dünndarm.

 

 

Die Video-Kapsel förderte Blutungen bei zwei Patienten an den Tag, ferner die wahrscheinliche Ursache von Blutungen bei fünf anderen Patienten (multiple/umfangreiche arteriovenöse Malformationen) sowie eine mögliche Blutungsquelle in Form von hyperämischen Erosionen bei einem weiteren Patienten. Die Enteroskopie dagegen fand nur bei zwei Patienten arteriovenöse Malformationen, erkannte aber drei Läsionen, die bei früheren Untersuchungen nicht gefunden worden waren. Damit steht für Dr. Demedts das Ergebnis fest: Die drahtlose Kapsel-Endoskopie erlaubt eine zuverlässigere Untersuchung des Dünndarms bei unklaren gastrointestinalen Blutunten besser.

 

 

In einer ähnlich angelegten Studie der Arbeitsgruppe um Dr. Maria Mylonaki, London, wurde mit herkömmlicher Enteroskopie bei 21 von 38 Patienten (55 %) die Blutungsursache erkennen. Dabei handelte es sich um elf Angiodysplasien, sechs frische Blutungen, einen Ulkus im Jejunum, zwei Tumoren und ein Meckel-Divertikel. Bei einer Dünndarmpassage schiesst das Endoskop ca. 50 000 Einzelbilder, die der Computer dann auswertet. Die Kapsel-Endoskopie förderte die Ursache von unklaren Blutungen bei zwölf der 38 Patienten (30 %) zu Tage. Trotz der erheblichen Differenz zu Ungunsten der Kapsel sieht Frau Mylonaki einen bedeutenden Vorteil: Die Kapsel schickt natürlich nach dem eigentlichen Untersuchungsobjekt weiter Bilder, solange Saft auf der Batterie ist. Damit können Zufallsbefunde zustande kommen, wie z.B. Polypen im Kolon.

 

 

Die Kapsel-Endoskopie kann den gesamten Dünndarm sichtbar machen und damit oberflächliche Läsionen finden, die von traditionellen Kontraststudien übersehen werden. Darüber hinaus ist sie weniger invasiv als die übliche Endoskopie. Diese Vorteile der Kapsel-Endoskopie arbeitete die Studie der Arbeitsgruppe um Dr. William S. Mow aus Los Angeles heraus. Damit ist sie, so das Fazit der Forscher, ein nützliches Mittel zur Diagnose und Behandlung der entzündlichen Darmerkrankung.

 

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