Donnerstag, 31. Juli 2014

News

31.05.2008
Von: abc
Artikel Nummer: 12679
  • Es können nur eingeloggte Benutzer Kommentare verfassen
  • Empfehlen Sie diesen Artikel per E-Mail weiter
  • Artikel drucken

Wann gehören Antibiotika in die Reiseapotheke?

So mancher Reisende möchte zur Sicherheit auch ein Antibiotikum mitnehmen. Ist es sinnvoll, sich vorbeugend von seinem Arzt einen Keimkiller verschreiben zu lassen? Wenn ja, für wen?


 – Grundsätzlich sollte vor einer Antibiotikatherapie eine ärztliche Untersuchung erfolgen, daran lässt Tomas Jelinek, aus Düsseldorf keinen Zweifel. Bei Reisen in europäische Staaten sowie in die USA und andere Länder mit hohem medizinischen Standard hält der wissenschaftlicher Leiter des Centrums für Reisemedizin in Düsseldorf es daher nicht für nötig, die Notfallapotheke mit Antibiotika zu bestücken. Wer in einem dieser Länder erkrankt, sollte einen Arzt aufsuchen. Außerdem ist dort die Gefahr gering, ein gefälschtes, unwirksames oder eventuell sogar mit schädlichen Substanzen versetztes Arzneimittel untergejubelt zu bekommen.
Aber bereits bei Türkeiurlaubern, würde er je nach Reiseziel (beispielsweise Südtürkei) „schon eher darüber nachdenken“, ob man ein Antibiotikum mitgibt, das in diesem Fall allerdings vom Reisenden aus eigener Tasche gezahlt werden muss. Bei Reisen in die Tropen, Subtropen, in Entwicklungsländer oder z. B. auch in Staaten der ehemaligen Sowjetunion ist die prophylaktische Verordnung eines Antibiotikums aus Sicht des Internisten, Tropenmediziners und Infektiologen „ganz bestimmt“ in Erwägung zu ziehen. Schließlich steht dort im Fall einer akuten Erkrankung nicht immer ein qualifizierter Mediziner parat. Vor allem aber sind in solchen Ländern zunehmend mehr Arzneimittel-Fälschungen in Umlauf, erklärt Jelinek. Sogar Betablocker seien vermeintlichen Antibiotika beigemischt worden. In einzelnen Ländern gebe es in den Apotheken bis zu 60 Prozent Falsifikate. „Deshalb kann man heute eigentlich nicht mehr guten Gewissens empfehlen, ein dort erworbenes Mittel einzunehmen.“

Daher sollte bei entsprechenden Reisen durchaus ein Antibiotikum mitgegeben werden, welches das zu erwartende Keimspektrum abdeckt. Eine offizielle Liste, welche Substanz für welche Erkrankung und welches Reiseziel geeignet ist, gibt es nicht, zumal sich Resistenzen laufend verändern können.

Erkrankungen der Bronchien und der Blase zählt Jelinek ebenfalls zu den Reisekrankheiten. Personen, die längere Zeit in einer chinesischen Stadt leben, etwa aus beruflichen Gründen, bekommen nach seiner Erfahrung „irgendwann praktisch alle eine Bronchitis“. Ursache ist die enorme Luftverschmutzung, besonders im Winter. Betroffen seien davon auch lungengesunde Menschen und Patienten mit chronischer Bronchitis allemal.

Bei solchen Lungenkranken oder bei Personen mit Harnwegsentzündungen hält der Reisemediziner es auch bei weniger exotischen und riskanten Zielen für gerechtfertigt, ein Antibiotikum mitzunehmen. So haben die Reisenden im Ernstfall immer ihr erprobt wirksames Mittel parat. abc

 

Artikel kommentieren

 

Um einen Artikel zu kommentieren müssen Sie sich einloggen. Falls Sie noch kein Login haben können Sie hier einen Zugang erstellen.

 
Geben Sie bitte Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich anzumelden.

 

Mehr zum Thema

 

Stichworte