Donnerstag, 23. Oktober 2014

News

21.02.2008
Von: mic
Artikel Nummer: 12313
  • Es können nur eingeloggte Benutzer Kommentare verfassen
  • Empfehlen Sie diesen Artikel per E-Mail weiter
  • Artikel drucken

Übergewichtige haben größeres Krebsrisiko

Dicke Männer bekommen eher Speiseröhren- und Schilddrüsenkrebs als ihre schlankeren Zeitgenossen, bei den Frauen führen die überflüssigen Pfunde verstärkt zu Gebärmutterkrebs und bösartigen Wucherungen in der Gallenblase. Das ergab eine neue Übersichtsstudie.


Wer zu dick ist bekommt auch eher Krebs – zu diesem Schluss kamen Andrew G. Renehan von der Universität von Manchester und seine Kollegen. Ist der Body-Mass-Index um fünf Punkte erhöht, dann bekommen Männer und Frauen eher Krebs als Menschen mit einem normalen Gewicht. Doch das Risiko variiert je nach Krebsart und Geschlecht, berichten die Autoren im Fachblatt The Lancet (2008; 371: 569-578)

Die Autoren analysierten 141 Artikel mit Daten zum Thema Übergewicht und Krebs. Insgesamt umfassten die Ausgangsstudien über 282.000 Studienteilnehmer. Die Wissenschaftler interessierten sich auch für die selteneren Krebsarten sowie für geschlechtsspezifische Unterschiede. Sie bezogen Daten aus Nordamerika, Europa und Asien ein.

Renehan und seine Kollegen gingen von einem um fünf Punkte erhöhten BMI aus, was bei Männern und Frauen mit einem durchschnittlichen BMI von 23 bedeuten würde, dass Männer 15 und Frauen 13 Kilo zulegen. Diese Steigerung würde bedeuten, dass Männer um 52 Prozent häufiger an Speiseröhrenkrebs erkranken, ein um ein Drittel gesteigertes Risiko an Schilddrüsenkrebs aufweisen und um ein Viertel gefährdeter sind, an Darm- oder Nierenkrebs zu leiden. Bei Frauen standen andere bösartige Wucherungen im Vordergrund: Hier begünstigt der höhere BMI das Risiko, an einem Krebs der Gebärmutter zu erkranken, um 59 Prozent. Ebenfalls um 59 Prozent erhöht ist die Gefahr, an einem Krebs der Gallenblase zu erkranken. Immerhin noch verdoppelt war das Risiko von einer bösartigen Wucherung der Speiseröhre. Für Menschen aus dem asiatischen Raum ermittelten die Forscher ein höheres Risiko für Brustkrebs.

„Ein erhöhter BMI ist mit einem gesteigerten Risiko verbreiteter und auch weniger verbreiteter Krebserkrankungen verknüpft“, so die Autoren. Wahrscheinlich ist das Übergewicht seit 2005 die häufigste vermeidbare Todesursache. Das betonen Susanna Larsson und Alicja Wolk vom schwedischen Karolinska Institut in einem begleitenden Kommentar (The Lancet 2008; 371: 536-537). Sie empfehlen, das Problem mit umfangreichen Maßnahmen anzugehen, etwa den Zugang zu ungesunder Kost in Schulen und Betrieben zu beschränken und Steuern auf gezuckerte Getränke und andere Nahrungsmittel zu erheben.

 

Artikel kommentieren

 

Um einen Artikel zu kommentieren müssen Sie sich einloggen. Falls Sie noch kein Login haben können Sie hier einen Zugang erstellen.

 
Geben Sie bitte Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich anzumelden.

 

Mehr zum Thema

 

Stichworte