Samstag, 20. Dezember 2014

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17.11.2000
Artikel Nummer: 6188
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Wie AOK-Bürokraten Geld verschwenden

Frage von Dipl.-Med. Ute Dathe,
Fachärztin für Allgemeinmedizin,
Burkartshain:

Seit Jahren lege ich am Tag oder im Wochenend- und Nachtdienst bei Notwendigkeit einen Katheter. Ein Katheterset, alle Dinge steril beinhaltend, bildete bisher die Grundlage, bis ich den Hinweis von der AOK erhielt, dass diese Sets nicht verordnungsfähig sind. Nach Rücksprache mit dem Hersteller ist die Einzelverordnung von Katheter und zwei Urinauffangsystemen 10 DM teurer als das Set. Ohne das Set kann ich im Notdienst die Hygienevorschriften nicht einhalten und müsste den Patienten mit dem Transport in die Notaufnahme und zurückbringen lassen. Nach Rücksprache mit Kollegen aus anderen Bundesländern werden diese Sets auf Rezept verordnet.


Antwort von Dr. Heinz Jarmatz,
Facharzt für Allgemeinmedizin,
Barendorf:

Das Schreiben der AOK Sachsen zeugt von wenig Sachverstand. Die in dem Katheterkomplettset enthaltenen Bestandteile sind entsprechend dem sachgerechten Ablauf des Katheterisierungsvorgangs zusammengestellt. Dies umso mehr, als es um die Erzielung eines möglichst keimfreien Milieus und damit um die Vermeidung von Infektionen der ableitenden Harnwege in der ambulanten Praxis geht. (Aber auch im stationären Bereich werden diese Komplettsets deswegen eingesetzt.)

Die Krankenkasse handelt auch nicht sachgerecht unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit, wenn sie den günstigeren Preis in einem Segment ablehnt bzw. verweigert, obwohl damit in einem anderen Segment Einsparungen verbunden sind (Hilfsmittel/Verbandmittel/Arzneimittel). Dies lässt sogar die Wirtschaftlichkeitsprüfung ausdrücklich zu. Insofern ist der Vorschlag der AOK eine Anleitung (Anstiftung?) zur Unwirtschaftlichkeit. Ich selbst verordne diese Komplettsets seit Jahren ohne jegliche Beanstandung. Die Kollegin sollte so fortfahren und ihre KV mit der Einleitung einer vernünftigen Lösung beauftragen.

 

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