Mittwoch, 08. Juli 2015

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22.03.2007
Von: Fabian Seyfried
Artikel Nummer: 10614
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Drei Raucher-Typen - ein Problem

Das Verlangen nach Zigaretten sitzt in drei Hirnregionen, ergab eine neue Studie. Je nachdem, welche beim Entzug besonders aktiv ist, lassen sich bestimmte Raucher-Typen unterscheiden.


Es sei ein Kampf zwischen den höheren Hirnfunktionen, die mit Zigaretten brechen wollen, und den niederen, die verzweifelt nach dem nächsten Glimmstängel schreien. So dramatisch beschreiben Forscher der Duke University die Nikotinsucht der Raucher. Dem stellen sie nüchterne Scans des Gehirns gegenüber, die eines deutlich machen: Die Motivation, zur Zigarette zu greifen, ist bei Rauchern an unterschiedlichen Stellen im Kopf verankert.

Einige rauchen vor allem unter Stress, andere um genüsslich zu entspannen und wieder andere versuchen, durch Zigaretten ihr Gewicht zu kontrollieren. Diese drei Gruppen unterscheiden sich auch im Gehirn, schreiben die Wissenschaftler im Fachblatt Neuropsychopharmacology (2007, online first).

So hatten die Stress-Raucher nach zwei Wochen ohne Zigaretten eine erhöhte Aktivität im Thalamus. Dort laufen die sensorischen Informationen im Gehirn zusammen, erklärten die Forscher. Kurzfristiger Tabak-Entzug führe oftmals dazu, dass sich die Personen schlechter konzentrieren zu könnten. Und das mache das Aufhören oft besonders schwer, so Jed E. Rose, Leiter der Untersuchung.

Das Verlangen nach Zigaretten zeigte sich bei den genüsslich Rauchenden vor allem im Striatum - einer Region, die mit dem Belohnungszentrum im Zusammenhang steht.

Die dritte Gruppe, welche die Wissenschaftler an deren Gehirnaktivität unterscheiden konnten, war diejenige, die in Zigaretten ein Mittel zur Gewichtskontrolle sah. Bei diesen Rauchern stach besonders der anteriore cinguläre Kortex hervor. Dieser Bereich übernimmt nach Angaben der Autoren wichtige Funktionen bei der Verarbeitung von Konflikten, der Selbstkontrolle und den Emotionen.

Insgesamt beteiligten sich 15 Raucher an der Studie. Die Forscher schauten sich die Gehirne der Teilnehmer zu Beginn mittels der Positronenemissionstomographie (PET) an. Dann folgten zwei Scans, zunächst zwei Wochen nachdem die Raucher auf Nikotinpflaster umgestellt wurden und ein weiteres Mal, nachdem diese wieder angefangen hatten zu rauchen.

Bei allen Versuchspersonen war die Aktivität in den drei genannten Hirnregionen unterschiedlich stark erhöht, abhängig vom Raucher-Typ. „Dieses Wissen gibt uns neue Hinweise über den Mechanismus im Gehirn, welcher der Zigarettensucht zugrunde liegt, und könnte uns helfen, bessere Methoden zum Aufhören zu entwickeln“, sagte Rose.

 

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