Mittwoch, 30. Juli 2014

Falldiskussion

Blutzucker-Selbsttestung

06.06.2012
Von: Sonja Böhm; Foto: irisblende
Artikel Nummer: 19355
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Blutzuckerselbsttest - Wie genau ist das Testergebnis?

Neue Blutzuckermessgeräte zeichnen sich durch einfache Handhabung und Datenverarbeitung aus. Aber auch bei der Zuverlässigkeit und Messgenauigkeit sollten keine Wünsche offenbleiben.


Wissensforum Praxis: Teil 1  - zum Teil 2 -  zum Teil 3

In Kooperation mit Bayer Vital GmbH, Leverkusen

 

Die Selbsttestung des Blutzuckers ist zwingend für Typ-2-Diabetiker, die Insulin erhalten, und wird auch in den Leitlinien gefordert, erinnerte der Hamburger Diabetologe Professor Dr. Dirk Müller-Wieland anlässlich der Fachmesse „Diabetes 2012“ in Münster. Die Diabetesberaterin Angelika Krenzel, Köln, bestätigte ihn: „Eine Insulinbehandlung ohne Blutzuckermessung ist wie Autofahren mit verbundenen Augen.“

Auf einen Blick: das neue Mess-System von BayerZu beachten ist aber auch, womit die Selbsttestung erfolgt, gab Professor Theodor Koschinsky, München, zu bedenken: „Es gibt relevante Unterschiede zwischen den Mess-Systemen“, ist er überzeugt und berief sich auf eine aktuelle Studie.

Studie erfasste 27 Mess-Systeme
mit CE-Kennzeichnung

Sie vergleicht 27 Blutzuckermess-Systeme, alle mit CE-Kennzeichnung. Elf der Systeme zeigen Abweichungen in der Messgenauigkeit, die außerhalb der ISO 15197-Norm aus dem Jahr 2003 liegen.1 Diese Norm, die bald verschärft werden soll, erlaubt Abweichungen von ± 20 % bei Vergleichsmessungen mit einer Laborreferenzmethode und Glukosekonzentrationen von ≥ 75 mg/dl.

Vor dem Hintergrund dieser Studie hält es Prof. Koschinsky für bedenklich, dass einige KVen und Krankenkassen die Mess-Systeme allein aufgrund von Kostenkriterien in zwei Gruppen einteilen und Ärzte und Apotheker dazu drängen, die günstigeren Systeme zu bevorzugen.

Prof. Koschinsky: „Es fehlen systematische Vergleiche der Systeme in beiden Gruppen!“ Es sei davon auszugehen, „dass in der teureren Gruppe A eher Hersteller vertreten sind, die mehr in Forschung und Entwicklung sowie die Qualitätssicherung ihrer Systeme investieren“, betonte er. Die Wahl eines Systems dürfe „nicht nur eine Frage des Preises“ sein.

Neben einfacher Handhabung und hoher Zuverlässigkeit
ist vor allem eine hohe Messgenauigkeit im Visier

Zudem unterscheiden sich die Geräte z.B. in der Einfachheit der Handhabung oder der Datenverarbeitung. Zudem unterscheiden sich

Prof. Dr. Koschinsky

  Prof. Dr. Theodor Koschinsky
  München

die Geräte z.B. in der Einfachheit der Handhabung oder der Datenverarbeitung.

Hoch präzise MessungBayer hatte bei der Entwicklung seiner neuen Generation von Geräten und Sensoren (Contour® XT und Contour® NEXT Sensoren) neben Handhabung und Zuverlässigkeit vor allem eine hohe Messgenauigkeit im Visier, berichtete Bern Harrison, Wissenschaftler des Unternehmens aus den USA.

Ein einziger Messwert basiert auf
sieben separaten Impulsen

Gewährleistet werde die Messgenauigkeit z.B. durch das Multi-Puls-Prinzip, bei dem ein einziger Messwert auf sieben separaten Messimpulsen basiert und damit hoch präzise ist. 
Ein eigens entwickelter Korrektur-Algorithmus reduziere Messabweichungen. Auch die Sensor-Technologie wurde weiter entwickelt. Die Sensoren enthalten einen neu entwickelten Mediator, der sich durch hohe Stabilität bei unterschiedlichen Bedingungen auszeichnet. Die Messung sei damit wenig anfällig für Störeinwirkungen. Mit dem neuen Mess-System hält das Unternehmen nicht nur die alte ISO-Norm 15197/2003 ein, sondern auch die geplanten verschärften Grenzwerte. Dies macht eine aktuelle Studie deutlich, die beim Welt-Diabeteskongress in Dubai im Dezember vorgestellt worden ist:2 Zwischen 98,9 und 100 % der Messungen lagen innerhalb des neuen engeren Genauigkeitsbereiches.

1Freckmann et al., System Accuracy Evaluation of 27 BG Monitoring Systems according to DIN EN ISO 15197; Diabetes Technol Therap 12: 221–231 (2010)
2David A S, Wallace J, Parkes J L, Pardo S, Schachner H C, Castro R, Chu A, Bailey T;
poster presented at the World Diabetes Congress of the International Diabetes. Federation (IDF), December 4–8, 2011; Dubai

 

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