Mittwoch, 27. Juli 2016

Fokus Medizin

Arrhythmie gefördert? Das EKG kann die Extrasystolen zeigen.
20.07.2011
Von: Maria Weiß, Foto: thinkstock
Artikel Nummer: 17879
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COPD-Medikamente und Herz: Welche Risiken gibt es?

Vielen Asthma- und COPD-Medikamenten wird nachgesagt, dass sie zwar gut für die Lunge, aber evtl. schlecht fürs Herz sind. Was hat es damit auf sich?


Inhalative Anticholinergika wie Ipratropium und Tiotropium könnten theoretisch über muskarinerge Rezeptoren - durch Verkürzung der Sinusknoten-Erholungszeit und Überleitungszeit am AV-Knoten - zu supraventrikulären Tachykardien führen. Bei inhalativer Anwendung der Substanzen sei dies aber sehr unwahrscheinlich, sagte Dr. Hans-Christian Buschmann vom Lungenzentrum des Brüderkrankenhauses St. Josef in Paderborn auf dem 52. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin.

Keine Arrhythmien unter Tioptropium

Für Tiotropium zeigte eine Studie mit 226 herzgesunden Patienten über sechs Wochen keine Zunahme von Herzfrequenz und Herzrhythmusstörungen. Seither ergaben Metaanalysen zu dieser Frage Widersprüchliches. In einer Analyse von 30 kontrollierten Studien schlossen die Autoren, dass Tiotropium sogar zu einer Reduktion der kardiovaskulären Mortalität führt. Insgesamt gebe es keinen klaren Hinweis für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko unter inhalativen Anticholinergika.

Theophyllin erhöht die kardiovaskuläre Mortalität

Für Theophyllin ist bekannt, dass es bei Plasmaspiegeln zwischen 20 und 25 μg/ml bei 25 % der Patienten zu einer Erhöhung der Herzfrequenz führt. Bei Spiegeln > 35 μg/ml entwickeln drei Viertel der Patienten Herzrhythmusstörungen. Belegt ist auch eine erhöhte kardiovaskuläre Mortalität und das vermehrte Auftreten eines plötzlichen Herztodes. Hier stimmt das Urteil „schlecht fürs Herz“ also eindeutig, sagte Dr. Buschmann. Allerdings müsse auch „gut für die Lunge“ ernsthaft angezweifelt werden.

PDE4-Hemmer geben sich verträglich

Die neue Substanz Roflumilast ist zwar wie Theophyllin ein Phosphodiesterase-Hemmer - das Nebenwirkungsprofil sieht aber ganz anders aus. Für diese Substanz gebe es keinerlei Hinweise für vermehrte kardiovaskuläre Nebenwirkungen, so Dr. Buschmann. Was inhalative Sympathomimetika angeht, so fand sich unter lang wirkenden Substanzen (LABA) in einer Studie mit 204 herzgesunden Patienten im 24-Stunden-EKG kein vermehrtes Auftreten von ventrikulären Tachykardien, Synkopen und QT-Zeit-Verlängerungen. Interaktionen an β-Rezeptoren könnten aber grundsätzlich zu Tachykardie und Hypokaliämie führen. Bei kardial komorbiden Patienten sollten hohe Dosen daher besser vermieden werden.

 

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