Sonntag, 07. Februar 2016

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Bronchokonstriktion oder Entzündung - was ist die Ursache für Asthma?

Bronchokonstriktion oder Entzündung - was ist die Ursache für Asthma?

30.01.2012
Von: Dr. Stefanie Kronenberger, Foto: thinkstock
Artikel Nummer: 18784
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Enge Bronchien doch Auslöser für Asthma?

Lange hieß es, Asthma sei Entzündung und die Bronchokonstriktion Nebensache. Neue Daten zeigen, dass die Verengung doch die Ursache sein könnte.


Bisher nahm man an, dass das Remodeling und die fixierte Atemwegsobstruktion beim Asthma bronchiale Folgen der Entzündung seien. Oder sind es doch die wiederholten Bronchokonstriktionen, die zur dauerhaften Einschränkung der Lungenfunktion führen?, fragte Professor Dr. Roland Buhl von der III. Medizinischen Klinik der Universitätsmedizin Mainz auf dem Pneumo-Update.

Zweifel an entzündlicher Genese des Asthmas

In einer Studie hat man 46 Patienten mit allergischem Asthma verschiedenen inhalativen Provokationsprotokollen zugeteilt. Ein Teil der Probanden wurde mit einem Hausstaubmilbenextrakt konfrontiert, der bei Sensibilisierten sowohl Bronchokonstruktion als auch bronchiale Entzündung hervorruft.


Andere Teilnehmer inhalierten Metacholin, das eine Bronchokonstriktion, aber keine Entzündung bewirkt. Bei der ersten Kontrollgruppe wurde die metacholinbedingte Bronchienverengung durch die vorherige Gabe von Salbutamol verhindert. Die zweite Kontrollgruppe atmete nur Kochsalzlösung ein.


Während in den Kontrollgruppen erwartungsgemäß keine Reaktion gemessen wurde, war die Bronchokonstriktion nach Allergen und Metacholin etwa vergleichbar. Eine eosinophile Entzündungsreaktion stellten die Forscher aber nur nach der Hausstaubmilbenexposition fest.

Remodeling auch ohne Entzündung

Die bronchialen Umbauvorgänge, die man schon vier Tage nach der Provokation nachwies, waren nach Bronchokonstriktion fast gleich stark ausgeprägt, unabhängig davon, ob eine Entzündung vorlag. Gemessen wurden diese strukturellen Veränderungen anhand der Dicke der subepithelialen Kollagenschicht. Diese nahm unter der Allergenprovokation um 2,17 µm und unter Metacholin nur unwesentlich weniger, nämlich um 1,94 µm, zu.


Von diesen Befunden auf das ganze Spektrum der klinischen Asthma-Phänotypen zurückzuschließen, hält Prof. Buhl allerdings für verfrüht. Zudem bleibt die Frage, warum es nicht bei allen Asthmatikern zu einem solchen Remodeling kommt. Und man weiß nicht, ob die gemessenen Umbauvorgänge klinisch relevant sind und ob eine Bronchokonstriktion vielleicht auch bei Gesunden ähnliche Folgen hat.

 

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