Sonntag, 21. Dezember 2014

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Diabetes und Fette in einem? Metformin wirkt doppelt.

Diabetes und Fette in einem? Metformin wirkt doppelt.

14.10.2014
Von: Maria Weiß, Foto: Fotolia
Artikel Nummer: 22875
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Wie beeinflusst die Diabetes-Therapie Zucker und Fette?

Antidiabetika wirken auf den Fettstoffwechsel ein. Eine kombinierte Therapie kann Vorteile bringen, aber nicht alle Medikamente sind geeignet.


Durch die fehlende Insulinwirkung im Fettgewebe kommt es bei Typ-2-Diabetikern zum Anstieg freier Fettsäuren. Dies lässt die Triglyzeride steigen und fördert die VLDL-Produktion (very low density lipoprotein) in der Leber.

Antidiabetika beeinflussen auch Blutfette günstig

Beides trägt zur Reduktion von HDL und zu einem Anstieg der besonders atherogenen „small density LDL-Partikel“ (SD LDL) bei. Das „normale“ LDL bleibt dagegen weitgehend unbeeinflusst.

Eine verbesserte Insulinsensitivität und Blutzuckereinstellung führt per se zur Reduktion von Triglyzeriden und einem HDL-Anstieg, erläuterte Privatdozent Dr. Michael Lehrke von der Universitätsklinik Aachen. Einige Antidiabetika scheinen aber darüber hinaus noch einen Zusatznutzen zu haben.

Metformin senkt über die Aktivierung eines Enzyms in Muskeln und Leber Triglyzeride, Gesamtcholesterin und LDL. Sulfonylharnstoffe haben dagegen keinerlei eigenständigen positiven Effekt auf den Fettstoffwechsel.

Metformin wirkt am effektivsten, Sulfonylharnstoff kaum

Relativ gut untersucht ist die Wirkung der Glitazone auf die Blutfettwerte. Hierbei gibt es große Unterschiede zwischen den Substanzen, erklärte der Diabetologe. Das inzwischen vom Markt genommene Rosiglitazon hat vor allem Gesamt­cholesterin und LDL ungünstig beeinflusst, während Pioglitazon Triglyzeride und LDL offenbar absinken und HDL ansteigen lässt.

Zu den Auswirkungen von DPP-4-Hemmern auf den Lipidstoffwechsel ist das Bild bisher nicht einheitlich. Die postprandialen Triglyzeridspiegel scheinen abzusinken – der Einfluss auf das Cholesterin ist eher gering.

Antidiabetika ersetzen Statintherapie nicht

Über die Auswirkungen der neuen SGLT2-Inhibitoren auf die Blutfette weiß man noch relativ wenig. Es scheint zu einem leichten LDL-Anstieg zu kommen (um etwa 5 %), den man bisher noch nicht recht erklären kann.

Insgesamt ist die substanzspezifische Wirkung aller Antidiabetika auf den Fettstoffwechsel als eher moderat anzusehen, sagte Dr. Lehrke. Eine Statintherapie können sie in der Regel nicht ersetzen.

Quelle: 49. Jahrestagung der Deutschen 
 Diabetes Gesellschaft, Berlin, 2014

 

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