Freitag, 31. Oktober 2014

Fokus Medizin

Eosinophile Ösophagitis: Wie behandeln?

Eosinophile Ösophagitis - Immunsuppressiva zeigen keine Wirkung.

14.04.2012
Von: Dr. Anja Braunwarth, Foto: thinkstock
Artikel Nummer: 19205
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Eosinophile Ösophagitis: Wie behandeln?

Bei Schleimhautinfiltration sollte ein PPI-Test erfolgen. Ansonsten können Steroide, Diät oder Dilatation bei der eosinophilen Ösophagitis helfen.


Bei der eosinophilen Ösophagitis wurden die Konsensus-Empfehlungen aktualisiert. nicht nur bei der Definition hat sich einiges geändert, wichtig für den Alltag ist auch die Abgrenzung gegenüber einer PPI-responsiven Entzündung.


Die Kenntnisse zur eosinophilen Ösophagitis haben in den letzten Jahren rasch zugenommen. Einheitlich sollte die Erkrankung jetzt als EoE abgekürzt werden. Neu ist auch die Definition mit drei charakteristischen Merkmalen:

  • chronisch-entzündliche, immunvermittelte ösophageale Erkrankung
  • ösophageale Dysfunktion und
  • eosinophile Schleimhautinfiltration (> 15 Eosinophile/high power field, HPF)

Allerdings ist bisher weder der untere Grenzwert für die Eosinophilenzahl validiert noch die Größe des „high power field“ standardisiert. Dies erschwert die Vergleichbarkeit von Studienergebnissen, so Professor Dr. Stephan Miehlke vom Magen-Darm-Zentrum in Hamburg-Eppendorf auf dem 20. Gastroenterologie-Update-Seminar.

Biopsie und PPI-Test bei Patienten mit Oberbauchbeschwerden aufschlussreich

In die Konsensempfehlungen aktuell aufgenommen wurde der Begriff der „PPI-responsiven ösophagealen Eosinophilie“ (mit oder ohne Reflux). Eine erhöhte Eosinophileninfiltration der Schleimhaut kann auch ohne EoE vorliegen. Andererseits spricht ein kleiner Teil der Patienten mit gesicherter EoE auf Protonenpumpenhemmer an.


In einer spanischen Studie wurden 712 Erwachsene mit Oberbauchbeschwerden (Sodbrennen 28 %, Dysphagie 14 %, Bolusimpaktation 11 %) im proximalen Ösophagus biopsiert und anschließend hoch dosiert mit PPI über zwei Monate behandelt.

Bei eosinophiler Ösophagitis zunächst hochdosiert PPI-Therapie anstreben

Bei 35 Probanden fand sich eine erhöhte Eosinophileninfiltration, 26 von ihnen sprachen klinisch und histologisch vollständig auf die Therapie an. Von diesen 26 Patienten boten 17 ein GERD-Profil (Eosinophile < 35/HPF, erosive Ösophagitis oder pathologische pH-Metrie) und neun ein EoE-Profil (Eosinophile 35–165/HPF, typische Symptome/Endoskopiebefunde).


Blick durchs Endoskop: Typisches Bild einer eosinophilen Ösophagitis.Einen PPI-Response zeigten 50 % derjenigen mit EoE-Profil und 33 bzw. 80 % derer mit erhöhter Eosinophilie (< 35 Eosinophile/HPF, normale bzw. pathologische pH-Metrie). Die Studie unterstreicht die Empfehlung, bei nachgewiesener Eosinophileninfiltration auch im proximalen Ösophagus zunächst eine hoch dosierte PPI-Therapie einzuleiten. So können Patienten mit PPI-positiver Eosinophilie von „richtigen“ EoE-Patienten abgegrenzt werden.


In der Induktionstherapie einer eosinophilen Ösophagitis haben sich topische Steroide als hocheffektiv erwiesen. Bei mindestens 50 % der Betroffenen droht aber ein rezidivierender Verlauf. In einer placebokontrollierten Studie an 28 Patienten wurde nun eine remissionserhaltende Therapie mit niedrig dosiertem Budesonid (zweimal täglich 0,25 mg) geprüft.

Unter Budesonid 64 % nach einem Jahr in Remission

Primärer Endpunkt war die komplette histologische Remission (< 5 Eosinophile/HPF) nach einem Jahr. Keiner der Placebopatienten erreichte diesen Endpunkt, aber 36 % aus der Budesonidgruppe. Eine partielle Remission (5–20 Eosinophile/ HPF) fand sich bei 14 % unter Budesonid und 28 % unter Placebo.


Alle Probanden wiesen nach einem Jahr einen Anstieg der Eosinophilenlast auf, unter dem Steroid fiel dieser allerdings signifikant schwächer aus. Klinisch waren 64 % aus dem Budesonid- und 36 % aus dem Placebokollektiv nach einem Jahr in Remission.

Immunsuppressiva bei EoE nicht wirksam

Relevante Nebenwirkungen fanden sich ebenso wenig wie eine Schleimhautatrophie durch das Verum. Neben der topischen Steroidtherapie gelten auch Eliminationsdiäten und in ausgewählten Fällen eine endoskopische Dilatation als wesentliche Therapiesäulen. Cromoglicinsäure, Leukotrienantagonisten und Immunsuppressiva werden dagegen explizit nicht empfohlen.

 

Quelle: Gastroenterologie-Update-Seminar 2012

 

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