Freitag, 19. Dezember 2014

Fokus Medizin

Fettleber: Es braucht nicht viel um seiner Leber gutes zu tun.

Fettleber: Was kann der Patient für seine Leber tun?

06.05.2013
Von: Dr. Dorothea Ranft, Foto: thinkstock
Artikel Nummer: 20833
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Fettleber – was kann man dagegen tun?

Gegen die Fettleber lässt sich etwas unternehmen: Gewichtsverlust, maßvoll Alkohol und Kaffee wirken sich günstig auf die hepatische Steatose aus.


Die nicht alkoholische Fettlebererkrankung ist verbreitet – in den USA sollen 20 bis 30 % der Erwachsenen betroffen sein – und birgt erhebliche Herzgefahr. In einer aktuellen Studie mit rund 4000 Patienten hat sich die Steatose als Risikofaktor für die KHK erwiesen – unabhängig von viszeralem Fett, Insulinresistenz und metabolischem Syndrom, wie Professor Dr. Wolfgang E. Fleig vom Universitätsklinikum Leipzig berichtete.


Eine weitere Untersuchung deutet daraufhin, dass die Höhe der Gamma-GT möglicherweise als Surrogatparameter für das Atherosklerose-Risiko in Betracht kommt.


Zur Frage, ab wann eine Steatose als „nicht alkoholbedingt“ einzustufen ist, nimmt die im vergangenen Jahr publizierte Praxisleitlinie der amerikanischen Lebergesellschaft (AASLD) Stellung: Bei Männern sind maximal 40 g Alkohol täglich erlaubt, bei Frauen 25 bis 30 g.

Steatose: Risikogruppen nicht screenen

Selbstverständlich sollte der Hausarzt, wenn er sonografisch eine Fettleber entdeckt, neben möglichem Alkoholkonsum auch nach metabolischen oder medikamentösen Ursachen suchen. Eine Biopsie halten die Leitlinienexperten jedoch ebenso wenig für gerechtfertigt wie ein Fettleber-Screening von Risikogruppen, etwa Diabetikern oder Angehörigen von Patienten mit nicht alkoholischer Steatohepatitis (NASH).


Wenn Betroffene therapeutisch etwas für sich tun wollen, empfehlen Sie ihnen abzunehmen. Schon ein geringfügiger Gewichtsverlust um 3 bis 5 % wirkt sich günstig auf die Steatose aus. Körperliche Bewegung  mindert einer aktuellen Metaanalyse zufolge ebenfalls das hepatische Fett, nicht jedoch die Transaminasen.

Fettleber: Empfehlen Sie Kaffe und ein Glas Bier!

Außerdem sollten Sie ihre Fettleberpatienten ermuntern, täglich zwei bis drei Tassen Kaffee zu trinken, meinte Prof. Fleig: In einer Beobachtungsstudie mit rund 300 NASH-Patienten ging ein entsprechender Koffeinkonsum mit einer geringeren Fibrosierung einher.


Auch ein „Gläschen in Ehren“ dürfen Sie erlauben: Moderater Alkoholkonsum (< 20 g Tag) scheint nicht nur in einem gewissen Umfang vor der Entwicklung einer Fettleber zu schützen, wie ältere Daten nahelegen. In einer neuen Querschnittstudie entwickelten maßvoll trinkende Steatosepatienten im Vergleich zu lebenslangen Abstinenzlern auch seltener eine Fettleberhepatitis oder Fibrose.


Eher verzichten sollten Ihr Patienten auf fruktosegesüßte Getränke. Ein hoher Fruchtzuckerkonsum prädestiniert ebenso wie ein erhöhter Harnsäurewert für eine rasche Progression der Lebererkrankung.


Eine medikamentöse Therapie von Fettleber und Steatohepatitis ist bisher kaum in Sicht. Metformin wird mangels Effekt auf die Leberhistologie zur Therapie der NASH nicht empfohlen. Pioglitazon kann zwar eingesetzt werden, allerdings liegen noch zu wenig Daten zur Langzeitsicherheit vor. Insbesondere muss man mit einer Gewichtszunahme rechnen.


Vitamin E (800 I.U./Tag) kann als Primärtherapie bei Nichtdiabetikern mit bioptisch nachgewiesener NASH erwogen werden, nicht jedoch für Zuckerkranke, Zirrhotiker oder Fettleberpatienten ohne histologische Veränderungen.

Omega-3-Fettsäuren bei Steatose nicht bewährt

Statine sollten nur zur Therapie der Dyslipidämie, nicht aber zur Behandlung der Fettleber(hepatitis) eingesetzt werden. Auch Omega-3-Fettsäuren und gallensäurebindende Ionenaustauscher haben sich bei dieser Indikation nicht bewährt. Was die bariatrische Chirurgie anbetrifft, ist die Fettleber(hepatitis) sicher keine Kontraindikation, aber von einer etablierten Behandlungsform kann man längst noch nicht sprechen.

 

Quelle: 21. Gastroenterologie-Update-Seminar, Wiesbaden, 2013

 

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