Sonntag, 20. April 2014

Fokus Medizin

Leitlinie Mitralinsuffizienz - 3D-Echo zur Diagnostik

Neue Behandlungsmethoden der Mitralinsuffizienz

27.11.2011
Von: Dr. Carola Gessner, Foto: youtube
Artikel Nummer: 18450
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Leitlinie Mitralinsuffizienz - 3D-Echo zur Diagnostik

Fortschritte in Diagnostik und Therapie der Mitralinsuffizienz zeigen sich in interventionellen Verfahren. Lässt sich die Klappenfunktion so wiederherstellen?


Nur wenn echokardiographisch keine ausreichende Bildqualität zu erzielen ist, kommt die weniger breit verfügbare und teure Kernspindiagnostik zum Einsatz. Das CT spielt wegen der hohen Strahlenbelastung und der Notwendigkeit von Kontrastmittel-Gabe nur eine untergeordnete Rolle in der Diagnostik der Mitralinsuffizienz. Meist genügt zur Basisdiagnostik die transthorakale Schall-Untersuchung um den Schweregrad einer Mitralinsuffizienz zu erkennen, über die Dynamik des Vitiums informiert das Stress-Echo.

Klappenmorphologie mittels 3D-TEE ermitteln

Ansonsten bietet das transösophageale Echokardiogramm (TEE) die Möglichkeit, sich über den Zustand der Klappe genauer ins Bild zu setzen. In der jüngsten Leitlinienversion der Europäischen Gesellschaft für Echokardiographie wird nun auch die 3D-TEE als exzellentes Werkzeug zur genauen Beurteilung der Klappenmorphologie empfohlen.


Neue Entwicklungen gibt es auch in der Behandlung des Mitralklappenfehlers. Neben der optimalen Therapie der meist vorhandenen Herzinsuffizienz kommt bei stärker beeinträchtigter Ventrikelfunktion und Linksschenkelblock auch die kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) zum Einsatz.

Alternative Techniken zur offenen Mitral-Chirurgie haben sich schon bewährt

Insbesondere für Patienten mit hoher Komorbidität stellen schließlich katheterbasierte Techniken eine gute Alternative zur offenen Mitral-Chirurgie dar. Als Verfahren, die sich bereits in klininischen Studien bewährt haben, nennen die beiden Experten z.B. die indirekte Anuloplastie (MONARCTM) und die so genannte „Edge-to-edge“-Technik (Mitraclip®).



Schwere symptomatische Mitralinsuffizienz muss chirurgisch behandelt werden

Andere Verfahren, die über einen aortalen Zugang die Ventrikelgeometrie modulieren und so die Klappenfunktion bessern sowie der direkte perkutane Klappenersatz befinden sich noch in der klinischen Testphase. Die chirurgische Therapie kommt zum Einsatz bei schwerer symptomatischer Mitralinsuffizienz und schlecht arbeitendem, dilatiertem Ventrikel.


Als Argument für die frühe Klappenrekonstruktion führen die Experten die niedrige operative Letalität bei Herzinsuffizienz NYHA I/II an (0,64–0,87 % vs. 1,8–3,7 % in den NYHA-Stadien III/IV). Immer stärker setzen sich auch in der Chirurgie die minimal-invasiven Techniken durch. Wohl mit aus diesem Grund werden inDeutschland heute wesenlich mehr Eingriffe als früher durchgeführt (Anstieg von 21 % der „Klappen-Kandidaten“ im Jahr 1994 auf 64 % im Jahr 2010).

Mitral-Chirurgie bei hohem OP-Risiko keine Option

Alles in allem bleibt die (minimal invasive) chirurgische Therapie für Patienten mit niedriger Risikokonstellation Behandlung der Wahl, bei hohem Op.-Risiko favorisieren die Kollegen die neuen interventionellen Verfahren.


Quelle: J. Balzer et al., Dtsch Med Wochenschr 2011; 136: 2020–2022

 

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