Samstag, 01. Oktober 2016

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Bewegung bessert die Lebensqualität bei COPD.

Bewegung bessert die Lebensqualität bei COPD.

09.08.2011
Von: Birgit Maronde, Foto: thinkstock
Artikel Nummer: 17958
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Machen Sie COPD-Patienten mobil - das erhält die Lebensqualität

Körperliches Training am besten schon in frühen Krankheitsstadien, beugt dem fortschreitenden Leistungsabbau bei der COPD vor.


Luftnot schon beim Duschen? Das schränkt die Lebensqualität Ihres COPD-Patienten empfindlich ein. Aber was kann Ihr COPD-Patient überhaupt noch leisten? Dies lässt sich z.B. durch Fragebögen, Pedometer oder Akzelerometer erfassen, wie Professor Dr. Helgo Magnussen vom Universitäts-Krankenhaus Großhansdorf in Lübeck darlegte.


Eine Arbeitsgruppe seiner Klinik hat eine Studie mit dem SenseWear®-Armband durchgeführt, das ein biaxiales Akzelerometer sowie Sensoren für Körper- und körpernahe Temperatur, Wärmefluss und galvanischen Hautwiderstand enthält. 


Wie Versuche mit 26 COPD-Patienten zeigten, korrelierte der via Armband ermittelte Energieverbrauch zuverlässig mit den Resultaten der indirekten Kalorimetrie. Bei weiteren 163 Patienten (GOLD I-IV) zeigte sich: Die per SenseWear erfassten Parameter waren schon im Stadium II signifikant niedriger als bei Patienten mit chronischer Bronchitis ohne Obstruktion.

Vier Stunden gehen pro Woche


Die körperliche Aktivität ist ein sensibles Maß, schon in frühen Krankheitsstadien Einschränkungen festzustellen, betonte Prof. Magnussen. Vier Stunden pro Woche gehen - das ist noch steigerungsfähig


Die Bedeutung körperlicher Aktivität für COPD-Patienten unterstreicht eine Verlaufsstudie über fünf Jahre. Lag die Gehzeit initial unter 2 h pro Woche und änderte sich daran auch nichts, sank die Lebensqualität der Kranken mit der Zeit deutlich ab.Bewegten sich die Patienten mehr als 4 h pro Woche oder wurde die Gehzeit sogar gesteigert, blieb die Lebensqualität stabil.

Untermauern sie den Rat mit Studiendaten


Dass sich mit solch einfachen Maßnahmen so viel erreichen lässt, sollten Sie Ihren Patienten unbedingt vermitteln, betonte Prof. Magnussen. Eine niederländische Studie könnte Ihre Argumentation stützen: 21 Patienten mit stabiler COPD (GOLD II-IV) und einer mittleren FEV1 von 43 % wurden aufgefordert, zu Hause Tätigkeiten zu verrichten, die bei ihnen am häufigsten Luftnot hervorriefen.


Unter der Kontrolle von ventilatorischen und metabolischen Parametern sollten sie diese Aktivitäten solange wie möglich „durchhalten“. Erstaunlich, welche Alltagsaktivitäten genannt wurden: Staubsaugen machte 14 der 21 Kranken Probleme. Duschen, Anziehen von Socken und Schuhen bzw. das Ein- und Ausräumen der Waschmaschine sorgte in sechs bzw. fünf Fällen für Luftnot. Ein Patient empfand sogar Kartoffelschälen als Belastung.


Im Vergleich zu Gesunden war die Dauer der Tätigkeiten deutlich verkürzt, der Sauerstoffverbrauch lag signifikant höher (größerer O2-Bedarf der Atemmuskulatur!) und die inspiratorische Kapazität ging deutlich stärker zurück, was die zunehmende Lungenüberblähung widerspiegelt.

Lungenüberblähung stoppen noch bevor der Atemfluss sinkt

Bereits in der frühen Phase der COPD noch vor der FEV1 -Abnahme kann man das „Gas trapping“ nachweisen, erklärte Prof. Magnussen. Verabreicht man symptomatischen COPD-Patienten im GOLD-Stadium I eine Dosis von 500 µg Ipratropiumbromid, kommt es nicht nur zur Bronchodilatation, sondern auch zum Rückgang der Lungenüberblähung und zur Minderung der Belastungsluftnot. Die Schlussfolgerung von Prof. Magnussen: „Wir werden uns noch sehr viel mit der Frage beschäftigen müssen, wann wir anfangen, die COPD zu behandeln.“

Quelle: 7. Pneumologie-Update-Seminar

 

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