Samstag, 29. November 2014

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Myrte-Blume - Mit Pflanzenkraft gegen Sinusitis und Co.

Myrte-Blume - Mit Pflanzenkraft gegen Sinusitis und Co.

28.01.2013
Von: Ulrich Abendroth, Foto: Giancarlo Dessi
Artikel Nummer: 20515
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Sinusitis: welche Sekretolyse, wann Antibiotika?

Wie kommen Patienten mit akuter Rhinosinusitis möglichst rasch wieder auf die Beine? Und was kann man tun, wenn sie hinterher anhaltenden Reizhus­ten haben? Ein HNO-Kollege verrät, was sich bei ihm in der Klinik bewährt hat.


Jetzt, in der Erkältungszeit, füllen sie wieder die Wartezimmer – Patienten mit tränenden Augen, verstopften Nasen und Schmerzen im Bereich der Stirn und des Oberkiefers. Diese typische Rhinosinusitis-Symptomatik ist für Privatdozent Dr. Thorsten Zehlicke nach wie vor eine Domäne für Mukolytika. Wie der HNO-Arzt vom Bundeswehrkrankenhaus Hamburg gegenüber Medical Tribune erklärte, favorisiert er dabei das Phytopharmakon Myrtol.


Denn dieses Arzneimittel „fördert nicht nur den Schleimfluss, sondern es wirkt auch sekretomotorisch. Das heißt, es regt die Zilienaktivität an“. Dadurch kann der gelöste Mukus besser abtransportiert werden. Zudem wurde für das als GeloMyrtol® verfügbare Medikament auch eine bakterizide Wirkung nachgewiesen, so der Kollege. Aufgrund dieses Dreifacheffekts zieht er das pflanzliche Präparat den chemisch-synthetischen Alternativen vor.

Wenn Antibiotikum, 
dann sieben Tage lang

Zusätzlich kann die Muko- und Sekretolyse mit einfachen Hausmitteln unterstützt werden. Bewährt hat sich nach der Erfahrung des HNO-Arztes die Inhalation von hoch konzentrierter Kochsalzlösung. Und auch das aus dem Hatha Yoga als Jala Neti bekannte Spülen der Nase mit Salzwasser ist aus seiner Sicht durchaus sinnvoll. „Das machen wir beispielsweise regelmäßig mit den Patienten, die wir an den Nasennebenhöhlen operieren.“


Mit anderen immer wieder einmal genannten Hausmitteln, etwa der heißen Hühnersuppe oder sekretolytischen Tees, hat Dr. Zehlicke selbst keine Erfahrungen, er setzt sie nicht ein. „Das liegt daran, dass es mit der Nasendusche so gut funktioniert“. Manche Patienten bekämen davon zwar eine ewas trockene Schleimhaut, „aber mit pflegenden Nasenölen kann man da gut gegensteuern“.


Eine Indikation für Antibiotika ist nach Dr. Zehlickes Aussage bei Rhinosinusitis erst dann gegeben, „wenn man im mittleren Nasengang an den Ausgängen der Nasennebenhöhlen Eiter sieht und wenn der Patient Fieber hat“. Antibiotikum der Wahl ist für den HNO-Arzt in diesen Fällen Cefuroxim. Die Myrtolgabe solle aber gleichzeitig weiter erfolgen und zudem solle hoch dosiert ein abschwellendes Nasenspray appliziert werden.


Schon um Resistenzen zu verhindern, sollte der Patient das Antibiotikum konsequent sieben Tage lang einnehmen, auch wenn die Beschwerden vorher schon rasch zurückgegangen sind. Die Dauer der sekretolytischen Therapie macht Dr. Zehlicke von der Symptomatik abhängig. Er gibt das Myrtol zwar auf jeden Fall noch über das Antibiotikum hinaus. Aber er beendet die Therapie, wenn statt eines dickflüssig-gelben wieder ein normales Sekret produziert wird.

Hyaluronsäure gegen Reizhusten

Ist der Infekt am Abklingen, bekommen einige Patienten einen postinfektiösen Reizhusten, der bei manchen sogar über Wochen anhalten kann. Wirksame Linderung verschafft nach Dr. Zehlickes Erfahrung die Befeuchtung der irritierten Rachenschleimhaut.


Das lasse sich anhaltend mit hyaluronsäurehaltigen Lutschtabletten
 (GeloRevoice®) erreichen. Beim Lutschen bildet sich ein Hydrogel-Komplex, der sich quasi als Schutzfilm auf die Schleimhaut legt und dadurch den Hustenreiz beruhigt. Zudem, so Dr. Zehlicke, berichteten die Patienten noch über einen „angenehmen Brause­effekt“.

 

Quelle: MT-Recherche, 2012

 

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