Montag, 21. April 2014

Fokus Medizin

Auch Radfahren am Strand zählt als Sporteinheit und ist gut für den Fettstoffwechsel.
03.05.2011
Von: Dr. Anja Braunwarth, Foto: thinkstock
Artikel Nummer: 17483
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Sport tut Lipiden wirklich gut!

Je mehr Bewegung, umso besser: Körperliche Aktivitäten bringen den Fettstoffwechsel ins Lot. Aktuelle Daten unterstreichen, dass dies kein Mythos ist.


Sport und Fettstoffwechsel: Dazu liegt inzwischen eine Reihe von Untersuchungen vor. Eindeutig positiv beeinflussen lässt sich das HDL, erklärte Professor Dr. Martin Halle von der Klinik für Präventive und Rehabilitative Sportmedizin am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München auf dem 117. Kongress der DGIM. Zudem korreliert das „gute Cholesterin“ auch mit dem BMI.


In einer Studie an rund 5000 übergewichtigen Typ-2-Diabetikern erhöhte sich unter intensiver Lebensstiländerung mit Ernährungsmaßnahmen und Sport das HDL innerhalb eines Jahres um etwa 5 – 10 %, die Triglyceride sanken um 30 %. Das LDL blieb dagegen fast unverändert. Genauere Untersuchungen ergaben jedoch, dass mit steigender Aktivität bei gleichem Gesamtwert der Anteil kleinerer LDL-Partikel zugunsten größerer abnimmt, was wiederum günstiger für Herz und Kreislauf ist, betonte Prof. Halle.

Auch Blutdruck und HbA1c profitieren von körperlicher Aktivität

Das Ausmaß des Erfolges hängt auch stark von Umfang und Intensität der Aktivitäten ab. Um überhaupt Effekte zu erzielen, sollte mindestens vier Stunden pro Woche trainiert (z.B. zügiges Spazierengehen) werden. „Aber bitte nichts überstürzen“, mahnte der Kollege. Denn völlig Untrainierte rutschen sonst schnell in eine anaerobe Stoffwechsellage.


Prof. Halle präsentierte das positive Beispiel eines 53-jährigen, unsportlichen Diabetikers mit einem BMI von knapp 35 kg/m2. Die Fette waren „gar nicht mal so schlecht“ (LDL 119 mg/dl, HDL 48 mg/dl, Triglyceride 162 mg/dl). Aber der HbA1c lag bei 7,5 % und der Blutdruck bei 175/115 mmHg. Der Mann wurde auf Ramipril 5 mg und Hydrochlorothiazid eingestellt, außerdem bekam er ein Sport- und Ernährungsprogramm verordnet. Mit erstaunlicher Disziplin hielt der Patient durch, wenngleich er innerhalb von zehn Wochen nur etwa 35 Trainingseinheiten schaffte. Nichtsdestotrotz sanken das LDL auf 99 mg/dl und die Triglyceride auf 55 mg/dl. Das HDL stieg leicht auf 50 mg/dl an, der HbA1c verbesserte sich auf 6,8 %, der Blutdruck gelangte mit 137/90 mmHg schon fast in den gewünschten Bereich.


Hier geht es zum Internistenkongress der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM).

 

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