Vitamin D als Schutzschirm fürs Herz
Verfolgt man die aktuellen Forschungen, scheint Vitamin D eine Art Allheilmittel zu sein: Herzkranke sollen davon profitieren, Krebsgefährdete und Immungeschwächte, Osteoporosepatienten sowieso ...
Für Vitamin D konnte eine Reihe potenziell protektiver Wirkmechanismen nachgewiesen werden, u.a. ein hemmender Einfluss auf das Renin-Angiotensin-System. Zudem gibt es immer wieder Studien, in denen das Risiko für diverse Herz- und Gefäßerkrankungen (von Hypertonie bis zur Herzinsuffizienz) mit einem Vitamin-D-Mangel korreliert, sagte Professor Dr. Frank Ruschitzka von der Universität Zürich.
Jeder zweite hat zuwenig Vitamin D
Vitamin D ist streng genommen ein Steroidhormon. Legt man die gängigen Grenzwerte an – unter 30 ng/ml Insuffizienz, unter 20 ng/ml Mangel – weisen 30 bis 50 % der Bevölkerung zu niedrige Vitamin-D-Spiegel auf. In Zürich wird bei allen Patienten mit Herzerkrankung oder Risikofaktoren das Vitamin D gemessen. Kandidaten fürs Screening sind außerdem Ältere – bei 75-Jährigen beträgt die Vitamin-D-Produktionskapazität der Haut nur noch 25 % – und Übergewichtige, bei denen das Vitamin in die Fettspeicher wandert. Der beste Messzeitpunkt ist gegen Ende des Winters, wenn die Speicher geleert sind. Dann sieht man, wie viel dem Patienten wirklich fehlt.
Speicher mit Vitamin D auffüllen
Wird ein Mangel festgestellt, sollte substituiert werden. Die Speicher per Ernährung aufzufüllen, dauert viel zu lange: Mit täglich 100 IU Vitamin D zusätzlich – so viel steckt in einer halben Dose Thunfisch – steigt der Spiegel in zwei Monaten gerade mal um 1 ng/ml. Empfohlen werden 50 000 IU pro Woche über acht Wochen, danach 1000 bis 2000 IU täglich als Erhaltungstherapie, alternativ 50 000 IU alle zwei Wochen.
Noch besser findet Prof. Ruschitzka die natürliche Versorgung durch Sonnenexposition. Die ist billig und birgt keine Intoxikationsgefahr. Vitamin D hat aber eine relativ üppige therapeutische Breite: Die Intoxikationsschwelle liegt fünfmal so hoch wie der normale Spiegel.
Interventionsstudie unterwegs
Allerdings gibt es noch keine aussagekräftige Interventionsstudie mit kardiovaskulären Endpunkten nicht ausschließen lassen. Immerhin ist eine solche Studie angelaufen (Vitamin D and Omega-3 Trial, kurz VITAL), für die 20 000 Teilnehmer rekrutiert werden sollen, Endpunkte sind Herzinfarkt, Schlaganfall, Krebs und Tod. In fünf Jahren ist man schlauer.
Amerikanischer Herzkongress (AHA 2010)





