Sonntag, 26. Oktober 2014

Fokus Medizin

Wann sollten Sie an eine Osteomyelitis denken?

Wann sollten Sie an eine Osteomyelitis denken?

10.06.2012
Von: Dr. Carola Gessner, Foto: Dr. Wolfgang Hanel
Artikel Nummer: 19457
  • Es können nur eingeloggte Benutzer Kommentare verfassen
  • Empfehlen Sie diesen Artikel per E-Mail weiter
  • Artikel drucken

Wenn "harmlose" Wunden bis in den Knochen reichen

Auf den ersten Blick sieht die Wunde recht harmlos auch, doch dann steckt doch mehr dahinter. Wann sollten Sie an Osteomyelitis denken?


Insbesondere bei Diabetes-Patienten sollte man im Hinblick auf eine Knochenbeteiligung bei Ulzera immer auf der Hut sein. Wenn die Osteomyelitis mit einem diabetischen Fuß verbunden ist, resultiert die Knocheninfektion in den meisten Fällen aus einer direkten Einwanderung des verantwortlichen Erregers über eine Wunde. Erschwerend kommen die verminderte Schmerzempfindlichkeit sowie die reduzierte Durchblutung hinzu, Fieber und schwere Entzündungszeichen können fehlen.

Sechs Zeichen melden Knochen-Alarm

 

Bei diesem Patienten warnt ein so genannter „Würstchenzeh“ vor Osteomyelitis, das Zehen-Endglied ist schon destruiert, wie die Röntgenaufnahme zeigt.
Fotos: Dr. Wolfgang Hanel, Stuttgart


Bestimmte Zeichen geben Anlass, eine Osteomyelitis in Betracht zu ziehen, betonte Dr. Wolfgang Hanel von der 3. Medizinischen Klinik, Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie im Bürgerhospital, Klinikum Stuttgart. Osteomyelitis-Verdacht schöpfen sollten Sie bei:

• jeder tiefen und ausgedehnten Wunde, v.a. wenn diese chronisch ist und nahe am Knochen liegt
• ausbleibender Heilung trotz sechs Wochen Entlastung und entsprechender Therapie
• sondier-/sichtbarem Knochen
• geschwollenem Fuß mit Ulkus in der Anamnese, rote geschwollene Zehe (Würstchenzeh)
• ungeklärten Entzündungsparametern
• radiologisch sichtbarer Knochendestruktion unter einem Ulkus

Nur ein oberflächliches Ulkus? Nein, diese Wunde reicht tiefer, als man auf den ersten Blick denkt, die Osteomyelitis hat das Os metatarsale halb „aufgefressen“.
Fotos: Dr. Wolfgang Hanel, Stuttgart


Besonders häufig betroffen sind die Metatarsalköpfchen. Die rechtzeitige Diagnose der Knochenentzündung ist eminent wichtig, um zu vermeiden, dass Knochen reseziert oder amputiert werden muss.


Quelle: 47. Süddeutschen Kongress für aktuelle Medizin, Stuttgart, 2012

 

Artikel kommentieren

 

Um einen Artikel zu kommentieren müssen Sie sich einloggen. Falls Sie noch kein Login haben können Sie hier einen Zugang erstellen.

 
Geben Sie bitte Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich anzumelden.

 

Mehr zum Thema

 

Stichworte