Wenn "harmlose" Wunden bis in den Knochen reichen
Auf den ersten Blick sieht die Wunde recht harmlos auch, doch dann steckt doch mehr dahinter. Wann sollten Sie an Osteomyelitis denken?
Insbesondere bei Diabetes-Patienten sollte man im Hinblick auf eine Knochenbeteiligung bei Ulzera immer auf der Hut sein. Wenn die Osteomyelitis mit einem diabetischen Fuß verbunden ist, resultiert die Knocheninfektion in den meisten Fällen aus einer direkten Einwanderung des verantwortlichen Erregers über eine Wunde. Erschwerend kommen die verminderte Schmerzempfindlichkeit sowie die reduzierte Durchblutung hinzu, Fieber und schwere Entzündungszeichen können fehlen.
Sechs Zeichen melden Knochen-Alarm
Bei diesem Patienten warnt ein so genannter „Würstchenzeh“ vor Osteomyelitis, das Zehen-Endglied ist schon destruiert, wie die Röntgenaufnahme zeigt. | |
Bestimmte Zeichen geben Anlass, eine Osteomyelitis in Betracht zu ziehen, betonte Dr. Wolfgang Hanel von der 3. Medizinischen Klinik, Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie im Bürgerhospital, Klinikum Stuttgart. Osteomyelitis-Verdacht schöpfen sollten Sie bei:
• jeder tiefen und ausgedehnten Wunde, v.a. wenn diese chronisch ist und nahe am Knochen liegt
• ausbleibender Heilung trotz sechs Wochen Entlastung und entsprechender Therapie
• sondier-/sichtbarem Knochen
• geschwollenem Fuß mit Ulkus in der Anamnese, rote geschwollene Zehe (Würstchenzeh)
• ungeklärten Entzündungsparametern
• radiologisch sichtbarer Knochendestruktion unter einem Ulkus
Nur ein oberflächliches Ulkus? Nein, diese Wunde reicht tiefer, als man auf den ersten Blick denkt, die Osteomyelitis hat das Os metatarsale halb „aufgefressen“. | |
Besonders häufig betroffen sind die Metatarsalköpfchen. Die rechtzeitige Diagnose der Knochenentzündung ist eminent wichtig, um zu vermeiden, dass Knochen reseziert oder amputiert werden muss.
Quelle: 47. Süddeutschen Kongress für aktuelle Medizin, Stuttgart, 2012










