Schlafstörung

Genug Schäfchen gezählt?

Medical Tribune Bericht

Stundenlang wach liegen, sich von einer Seite auf die andere wälzen, aufstehen und wieder hinlegen - es gibt wohl kaum einen Menschen, der nicht aus eigener Erfahrung weiß, was Schlaflosigkeit bedeutet. Hilfe aus dem Medikamentenschrank ist manchmal angebracht. Aber nicht jedes Schlafmittel ist der richtige Weg zu mehr nächtlicher Erholung.

Oft kennt man den Grund für die Schlaflosigkeit: Zeitdruck den Tag über, Ärger im Beruf, Streit mit dem Partner, aber auch Vorfreude auf ein schönes Erlebnis. Trotzdem steigt mit jeder durchwachten Stunde die Angst vor dem nächsten Morgen: „Woher soll ich die Energie für den Tag nehmen, wenn ich jetzt wach liege?“ Der schnelle Griff zur Schlaftablette scheint der Ausweg zu sein.

„Dagegen ist im Prinzip auch nichts zu sagen - wenn Sie nicht einfach irgendetwas nehmen, was gerade im Haus ist oder der Nachbarin geholfen hat. Vielmehr sollten Sie bei der gelegentlichen Schlaflosigkeit etwas Leichtes, gut Verträgliches einnehmen, was vor allem die zyklisch ablaufenden Schlafphasen - also den Wechsel zwischen REM und Nicht-REM - nicht stört“, sagt Dr. Günter Gerhardt, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Wendelsheim.

Dreimal in der Woche schlaflos? Zum Arzt!

Bei länger andauernder Schlaflosigkeit müssen Sie sich sowieso Ihrem Hausarzt anvertrauen. Als Grundsatz gilt: Eine Schlafstörung ist behandlungsbedürftig, wenn sie sichinnerhalb von ein bis zwei Monate mindestens dreimal wöchentlich wiederholt und zu erheblichen Einbußen der Tagesbefindlichkeit mit Tagesmüdigkeit, Abgeschlagenheit, Konzentrationsstörungen und Leistungsschwäche führt. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass ein Schlafmittel das eigentliche Problem nicht lösen kann, sondern nur eine vorläufige Hilfe - nämlich die durchschlafene Nacht - bietet.

Welches Schlafmittel sich bei welcher Schlafstörung eignet, sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Der kann auch beurteilen, ob sie eine kurz-, mittel- oder langfristig wirkende Hilfe brauchen, je nachdem, ob Sie an Einschlafproblemen leiden oder ob Sie schlecht durchschlafen können. Je länger das Mittel wirkt, desto stärker beeinflusst es allerdings auch die natürlichen Schlafphasen, die dem Körper letztlich seine Erholung zukommen lassen. Entsprechend stark beeinflusst es dann auch Ihre Verfassung während des nächsten Tages. Lang wirkende Medikamente werden deswegen heute nur selten eingesetzt, unabhängig davon, aus welcher Wirkstoffgruppe sie stammen.

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MTPub, Ausgabe 05 / 2006 S.21, Dr. Beatrice Wagner, Foto: irisblende.de

Kommentare zum Artikel

#1Genug Schäfchen gezählt?

Medical Tribune / 29.11.07 09:09
Stundenlang wach liegen, sich von einer Seite auf die andere wälzen, aufstehen und wieder hinlegen - es gibt wohl kaum einen Menschen, der nicht aus eigener Erfahrung weiß, was Schlaflosigkeit bedeutet. Hilfe aus dem Medikamentenschrank ist manchmal angebracht. Aber nicht jedes Schlafmittel ist der richtige Weg zu mehr nächtlicher Erholung.