Männerproblem
Prostataoperation gut überstanden - aber was kommt danach? (Seite 2)
Verständlich also, wenn manche Männer mit Depression und Verzweiflung reagieren. Besser ist es aber, aktiv zu werden: So lässt sich beispielsweise nach neuen Erkenntnissen üben, so häufig wie möglich eine Erektion zu bekommen. Dies trainiert die Schwellkörpermuskulatur. Sie muss sich bei einer Erektion zusammenziehen, die Penisvenen zusammendrücken und so das eingeflossene Blut daran hindern, wieder abzufließen. Fließt das Blut zu schnell wieder ab, wird die Erektion abgebaut und man spricht von einem „venösen Leck“.
Die Strategie sieht daher so aus: Nehmen Sie täglich oder alle zwei Tage abends einen niedrig dosiertem PDE-5-Hemmer - auch „Potenzpille“ genannt - ein, um die nächtlichen Erektionen zu fördern. Besteht die Absicht, Sex zu haben, benutzen Sie die normale Dosierung. Stellt sich eine - wenn auch schwache - Erektion ein, benutzt man als zusätzliche Hilfe einen Stauring. Er wird über das nicht ganz erigierte Glied gestreift, mit fortdauernder Stimulation wird das Glied steif. Dadurch wird der Ring eng und drückt die oben liegenden Venen, also das abfließende Blut ab. Medizinische Stauringe kann man über das Internet bestellen (beispielsweise bei www.active-erection-system.de).
SKAT und Vakuumpumpe als Mittel zum Zweck
Wenn die Potenzpillen nicht funktionieren, sind eventuell doch die Nerven geschädigt. Dann gibt es noch die Option SKAT, bei der vor dem Geschlechtsverkehr mit einer dünnen feinen Nadel in die Schwellkörpermuskulatur gestochen und ein gefäßerweiterndes Medikament, Alprostadil, gespritzt wird. Die Erektion wird also unter Umgehung der Nerven aufgebaut. Ähnliches gilt auch für die Vakuumpumpe.
Diese Experimente sind allerdings manchmal im häuslichen Kontext schwierig: Zwischen den Lebensgefährten haben sich Rollen eingespielt, die schwierig zu durchbrechen sind. Ein Mann, der beispielsweise vorher beim Sex dominant war, fühlt sich vielleicht erniedrigt, wenn er um Hilfe bitten muss. Hier ist viel Initiative und Verständnis von der Partnerin nötig. Oder: Vielleicht hilft es Ihnen, Chancen außerhalb der Beziehung zu nutzen. Dann könnten Sie versuchen, das mit Ihrer Partnerin absprechen. Sympathie und Lust müssen natürlich auch in einer solchen „therapeutischen Beziehung“ vorhanden sein. Es kann bis zu zwei Jahren dauern, bis die Potenz wiederkommt - das beschriebene Training vorausgesetzt.
Hilfe finden Sie auch hier:
Selbsthilfegruppe Erektile Dysfuntion, Tel.: 08142 / 59 70 99. Die Selbsthilfegruppe möchte Männern helfen, die impotent sind, also keine für einen Geschlechtsverkehr ausreichende Errektion bekommen. Die Gründe dafür reichen von der Prostataoperation über Diabetes bis zu psychischen oder nicht klar eingrenzbaren Ursachen.



