Aids 2007: Afrika

Aids in Afrika trifft Mütter und Kinder besonders hart

Medical Tribune Bericht

In Afrika spielt sich eine der großen Tragödien unserer Zeit ab: Die Aids-Epidemie hat in manchen Ländern bereits 30 Prozent der Bevölkerung erfasst, Millionen Menschen werden in den nächsten Jahren daran sterben. Anders als in den westlichen Industrienationen, in denen die HIV-Infektion mehr zu einer chronischen Krankheit mit relativ guten Chancen auf jahrzehntelanges Überleben geworden ist, zeigt sich die Seuche in diesen Ländern von ihrer tödlichen Seite.

Denn in Afrika bedeutet „HIV-infiziert“ meist, dem Tod geweiht zu sein. Eine besondere Tragik liegt darin, dass vor allem Menschen im jungen und mittleren Alter von der Katastrophe ereilt werden – zurück bleiben die Alten und die Kinder. Beispiel Südafrika: Dort ist derzeit zwar „nur“ etwas mehr als jeder Zehnte infiziert. Doch die Zahlen, die das südafrikanische Gesundheitsministerium erhoben hat, zeigen, dass die Infektionen weiter ansteigen. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass die Seuche besonders in den Landesteilen wütet, die vorwiegend von Farbigen bewohnt werden, und dass sie – anders als bei uns – besonders junge Frauen befallen hat.

Immerhin hat Südafrikas Präsident Thabo Mbeki sich mittlerweile denen angeschlossen, die Aids für eine sexuell übertragbare Krankheit halten – noch vor wenigen Jahren hatte er behauptet, es handle sich um eine Folge der Mangelernährung, und schadete damit allen Bemühungen um Prävention und Infektionsschutz. In seiner Regierungserklärung 2007 räumte er dem Thema zwar wenig Platz ein, kündigte aber intensivere Anstrengungen zur Bekämpfung der Seuche an. Inwieweit Taten folgen, bleibt abzuwarten.

In Tansania dagegen wird Aids schon seit Jahren als „nationale Katastrophe“ eingestuft und entsprechend engagiert wird dagegen vorgegangen. Erfolge scheinen bereits sichtbar zu sein: So bezifferte Präsident Jakaya Kikwete die Infektionsrate kürzlich auf 7 Prozent statt auf 13 Prozent wie noch in den 90er-Jahren. Anders als lange Zeit in Südafrika ruft die tansanische Regierung ihre Bürger dazu auf, sich aktiv gegen die Infektion zu schützen, zum Beispiel durch die Benutzung von Kondomen.

Hilfe kommt auch aus dem Ausland. Auch die Bundesregierung unterstützt Programme, die eine Übertragung des HI-Virus während der Schwangerschaft verhindern sollen. In ähnlicher Weise engagiert sich das Unternehmen Abbott. So wurden etwa fünf Millionen Tests gestiftet, mit denen sich der HIV-Status einer werdenden Mütter überprüfen lässt. Ende Juni dieses Jahres hat der Abbott-Fund in der tansanischen Hauptstadt Dar es Salaam sein erstes Büro außerhalb der Hauptgeschäftsstelle in Chicago eröffnet. Von dort soll die langjährige Zusammenarbeit mit der Regierung auf dem Gebiet der Aids-Bekämpfung besser koordiniert werden. Teil der Arbeit ist auch der Bau von medizinischen Spezialzentren, die Organisation landesweiter freiwilliger Testaktionen und die Versorgung Infizierter mit Medikamenten.

MTPub, Ausgabe 03 / 2007 S.47, Manuela Arand (Ärztin)

Kommentare zum Artikel

#1Aids in Afrika trifft Mütter und Kinder besonders hart

Medical Tribune / 28.11.07 21:55
In Afrika spielt sich eine der großen Tragödien unserer Zeit ab: Die Aids-Epidemie hat in manchen Ländern bereits 30 Prozent der Bevölkerung erfasst, Millionen Menschen werden in den nächsten Jahren daran sterben. Anders als in den westlichen Industrienationen, in denen die HIV-Infektion mehr zu einer chronischen Krankheit mit relativ guten Chancen auf jahrzehntelanges Überleben geworden ist, zeigt sich die Seuche in diesen Ländern von ihrer tödlichen Seite.